UN-Bericht: Viele zivile Opfer im Libanon wegen israelischer Angriffe – Kinder besonders betroffen
Genf, den 24. April /QNA/ Ein Bericht des Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) dokumentiert schwerwiegende Folgen der anhaltenden israelischen Angriffe im Süden des Libanon. Demnach wurden im Zeitraum von 2. bis 22. März mindestens 118 Kinder getötet und 372 weitere verletzt.
Insgesamt beläuft sich die Zahl der unschuldigen Todesopfer laut Bericht auf mindestens 1 029 Menschen, während mehr als 2 786 Personen verletzt wurden. Darüber hinaus kam es wegen dieser israelischen Aggression zu massiven Vertreibungen: Rund 134 377 Binnenvertriebene wurden in 644 Sammelunterkünften untergebracht, unterdessen hat die Gesamtzahl der Vertriebenen die Marke von einer Million überschritten hat – ein deutlicher Hinweis auf das Ausmaß der sich verschärfenden humanitären Krise.
Besonders alarmierend ist die Lage der Kinder. Hunderttausende Familien mussten ihre Wohnorte verlassen, was auf eine gravierende Verschlechterung der humanitären Bedingungen hindeutet, insbesondere für besonders schutzbedürftige Gruppen.
Der Bericht verweist ferner auf Auswertungen von Angriffen, Luftschlägen und Bodenoperationen, die darauf hindeuten, dass Einheiten der israelischen Streitkräfte auch zivile Ziele ins Visier genommen haben könnten. Hierzu zählen unter anderem medizinisches Personal sowie Wohngebäude, von denen einige vollständig zerstört wurden, was in mehreren Fällen zum Tod ganzer Familien führte. Derartige Vorfälle könnten als schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zu werten sein. Vergleichbare Zwischenfälle seien Berichten zufolge auch nach Inkrafttreten einer Waffenruhe weiterhin festgestellt worden.
Ferner wurden israelische Angriffe auf Journalisten, medizinische Einrichtungen und Ersthelfer dokumentiert. In einem Fall kam eine libanesische Journalistin ums Leben, während eine Fotografin verletzt wurde. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass Rettungseinsätze behindert worden seien, unter anderem durch Beschuss von Krankenwagen und den Einsatz von Blendgranaten, was die Hilfsmaßnahmen verzögert habe.
Dem Bericht zufolge trugen unzureichende Warnmechanismen sowie teils unklare Evakuierungsanordnungen – die etwa 14 Prozent des libanesischen Staatsgebiets betrafen – erheblich zur Massenvertreibung bei. Berichten zufolge stehen weiterhin Dutzende Ortschaften im Süden des Landes unter entsprechenden Anordnungen.
Das Hochkommissariat machte deutlich, dass das humanitäre Völkerrecht den Schutz von Zivilisten, medizinischem Personal und Journalisten verbindlich festlegt. Vorsätzliche Angriffe auf diese Gruppen könnten als Kriegsverbrechen gelten. Gleichzeitig wurden massive Zerstörungen an Krankenhäusern, Schulen und religiösen Einrichtungen sowie Schäden an landwirtschaftlichen Flächen festgestellt, die die Existenz vieler Menschen gefährden.
Seinerseits forderte der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk sofortige, unabhängige und umfassende Untersuchungen möglicher Verstöße und rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Gleichzeitig appellierte er an alle Staaten, Waffenlieferungen zu stoppen, wenn ein erhebliches Risiko bestehe, dass sie für schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht oder die Menschenrechte eingesetzt werden.
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