Palästinensischer Nationalrat warnt vor Plänen zur Durchsetzung einer neuen Realität an der Al-Aqsa-Moschee
Besetztes Al-Quds, den 12. September /QNA/ Der Vorsitzende des Palästinensischen Nationalrats, Rawhi Fattouh, erklärte, die zunehmenden Aufrufe, die Al-Aqsa-Moschee während jüdischer Feiertage zu stürmen, dort religiöse Riten zu vollziehen und Projekte zum Bau des sogenannten „Dritten Tempels“ auf ihren Ruinen zu fördern, stellten eine gefährliche Entwicklung dar. Diese Aufrufe spiegeln den Wandel von der Judaisierung hin zur gewaltsamen Durchsetzung einer neuen religiösen und politischen Realität wider.
In einer heute veröffentlichten Erklärung betonte Fattouh, die Al-Aqsa-Moschee bilde mit ihren verschiedenen Räumlichkeiten, Gebetshallen und Höfen eine unteilbare räumliche und spirituelle Einheit. Er bekräftigte, jede Beeinträchtigung ihres historischen und rechtlichen Status sowie jede Aufzwingung fremder Rituale stelle einen eklatanten Verstoß gegen die Religionsfreiheit und die völkerrechtlichen Verpflichtungen der Besatzungsmacht dar. Er warnte vor jeglichen Versuchen, die Al-Aqsa-Moschee in einen Brennpunkt organisierter religiöser Konflikte zu verwandeln, und wandte sich gegen Forderungen nach ihrem Abriss, um an ihrer Stelle einen Tempelnachbau zu errichten.
Fattouh betonte, dass diese Situation ein Projekt offenbare, das weit über bloße territoriale Herrschaft hinausgehe. Es ziele auf eine der heiligsten Stätten des Islam ab, provoziere über eine Milliarde Muslime und berge die Gefahr einer Ausweitung des Konflikts mit schwerwiegenden Folgen für den regionalen und internationalen Frieden.
Er machte die rechtsgerichtete Kolonialregierung, die extremistische jüdische Gruppen unterstützt, für die Geschehnisse an der Al-Aqsa-Moschee voll verantwortlich. Er rief Staaten und internationale Institutionen auf, ihrer rechtlichen Verantwortung nachzukommen und unverzüglich verbindliche Maßnahmen zu ergreifen, um die provokativen Übergriffe und Rituale zu beenden sowie jegliche Veränderung des historischen und rechtlichen Status Jerusalems, ebenso auch seiner heiligen Stätten zu verhindern. Das Gouvernement Jerusalem meldete von Jahresbeginn bis Ende August 40.661 Übergriffe von Siedlern auf das Gelände der Al-Aqsa-Moschee. Diese Verschärfung ist Teil eines umfassenderen Trends, der einerseits durch die Ausweitung der den Palästinensern in Jerusalem auferlegten Beschränkungen gekennzeichnet ist, die ihnen den Zugang zur Moschee verwehren, und andererseits durch den rasanten Anstieg der Siedlerübergriffe, was eine Strategie widerspiegelt, die darauf abzielt, die palästinensische Präsenz zu verringern und gleichzeitig die der Siedler zu stärken.
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