Mehr Investitionen, mehr Unternehmen, mehr Exporte: Katar setzt seinen Diversifizierungskurs fort
Doha, den 01. September /QNA/ Die Zahlen, die das katarische Ministerium für Handel und Industrie in einer Erklärung für das zweite Quartal 2026 vorgelegt hat, zeichnen das Bild einer Wirtschaft, die ihre Abhängigkeit von traditionellen Einnahmequellen schrittweise verringern will. Höhere Industrieinvestitionen, eine steigende Zahl von Unternehmensgründungen und wachsende Exporte deuten darauf hin, dass die Diversifizierungsstrategie des Landes weiter an Dynamik gewinnt.
Demnach erreichte das kumulierte Investitionsvolumen im Industriesektor 248,44 Milliarden QAR. Zugleich wurden im zweiten Quartal 6.745 neue Unternehmen registriert, was einem Anstieg von 6,6% gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres entspricht.
Die Zahlen wurden im Rahmen der zweiten Quartalssitzung zur Bewertung der Ministeriumsleistung vorgestellt. Die Sitzung stand unter dem Vorsitz von S.E. dem Handels- und Industrieminister Scheich Faisal bin Thani bin Faisal Al Thani und wurde in Anwesenheit S.E des Staatsministers für Außenhandelsangelegenheiten, Dr. Ahmed bin Mohammed Al Sayed, abgehalten.
In der Erklarung geht es daneben um folgendes:
Ein besonderer Schwerpunkt bleibt die Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen. Über die zentrale Plattform „Single Window“ wurden innerhalb von drei Monaten 131.269 Transaktionen abgewickelt. Immer häufiger nutzen Unternehmen dabei digitale Angebote: 86% aller Transaktionen erfolgten elektronisch. Die hohe Zufriedenheit der Nutzer deutet darauf hin, dass die fortschreitende Digitalisierung von Verwaltungsvorgängen zunehmend angenommen wird. Während die elektronischen Dienstleistungen eine Zufriedenheitsquote von 93% erreichten, bewerteten die Nutzer die Leistungen der staatlichen Servicezentren sogar mit 96% positiv.
Bemerkenswert ist zudem die Entwicklung bei den ausländischen Investitionen. Im zweiten Quartal wurden 5.272 Unternehmen mit ausländischer Beteiligung gegründet, rund 60% mehr als im Vorquartal. Für die Regierung ist dies ein Hinweis darauf, dass Katar für internationale Investoren weiterhin als attraktiver Standort wahrgenommen wird.
Auch die Innovationsindikatoren entwickelten sich deutlich positiv. Die Zahl registrierter Marken, erteilter Patente und eingetragener Urheberrechte stieg insgesamt um 88,4% gegenüber dem ersten Quartal. Diese Entwicklung gilt als wichtiger Indikator für die Entstehung neuer wirtschaftlicher Aktivitäten und die stärkere Nutzung wissensbasierter Geschäftsmodelle.
Im industriellen Bereich nahmen elf weitere Fabriken ihre Produktion auf. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der seit Jahresbeginn gestarteten Produktionsstätten auf 28. Die damit verbundenen Investitionen summieren sich auf 253 Millionen Riyal.
Parallel dazu verbesserte sich die Exportleistung. Der Anteil exportierender Fabriken stieg von 23 auf 25%. Die privaten Exporte erhöhten sich binnen eines Quartals von 800 auf 900 Millionen Riyal. Die Zahlen deuten darauf hin, dass katarische Produkte zunehmend den Weg auf internationale Märkte finden.
Zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft wurden zudem Maßnahmen gegen unlautere Handelspraktiken verstärkt. Bis Ende des zweiten Quartals wurden entsprechende Zölle in Höhe von elf Millionen Riyal erhoben. Gleichzeitig stieg die Zahl national produzierter Erzeugnisse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent.
Auffällig ist auch die Beschleunigung administrativer Verfahren. Für Industrieprojekte genügt mittlerweile ein Arbeitstag, um eine erste Genehmigung zu erhalten. Die Regierung erhofft sich davon schnellere Investitionsentscheidungen und eine höhere Standortattraktivität.
Im Verbraucherschutz intensivierte das Ministerium seine Marktaufsicht. Mehr als 83.000 Kontrollbesuche wurden durchgeführt. Beschwerden sollen inzwischen innerhalb von durchschnittlich dreieinhalb Tagen bearbeitet werden, was auf eine höhere Reaktionsgeschwindigkeit der Behörden schließen lässt.
Vor dem Hintergrund globaler Unsicherheiten baute Katar zudem seine strategischen Reserven aus. Das Volumen der strategischen Lagerbestände erhöhte sich gegenüber Anfang März 2026 um 42%. Damit soll die Versorgungssicherheit gestärkt und die Stabilität der Lieferketten gewährleistet werden.
Auf institutioneller Ebene investierte das Ministerium verstärkt in die Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Die Zahl der Aus- und Fortbildungsprogramme stieg um 40%. Insgesamt wurden im Jahresverlauf zwölf Schulungsprogramme durchgeführt, darunter spezialisierte Kurse zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und illegalen Finanzströmen sowie zur Patentprüfung.
Zum Abschluss der Sitzung betonte Minister Scheich Faisal bin Thani bin Faisal Al Thani, die Ergebnisse des zweiten Quartals seien Ausdruck der Arbeit aller Fachbereiche des Ministeriums. Entscheidend sei nun, die erreichten Fortschritte konsequent auszubauen, die Umsetzung der Reform- und Entwicklungsprogramme zu beschleunigen und die Qualität staatlicher Dienstleistungen weiter zu verbessern.
Zugleich bekräftigte der Minister die strategische Ausrichtung seines Hauses. Ziel bleibe es, Katar als führenden Standort für Handel, Industrie und Verbraucherschutz zu etablieren, Investitionen anzuziehen, die nationale Industrie zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Produkte auf internationalen Märkten auszubauen. Damit leiste das Ministerium einen zentralen Beitrag zur Umsetzung der Qatar National Vision 2030.
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