Ministerpräsidentenberater und Außenamtssprecher: Katar unterstützt alle diplomatischen Bemühungen zur Deeskalation in der Region
Doha, den 10. März /QNA/ Seine Exzellenz der Berater des Ministerpräsidenten und offizielle Sprecher des Außenministeriums des Staates Katar, Dr. Majed bin Mohammed Al Ansari, hat die Unterstützung seines Landes für diplomatische Bemühungen zur Entschärfung der Lage in der Region bekräftigt.
Krisen würden am Ende immer am Verhandlungstisch gelöst, betonte er – unabhängig davon, ob zuvor militärische Spannungen eskaliert seien oder nicht. Entscheidend sei deshalb, möglichst schnell wieder ins Gespräch zu kommen.
Bei der wöchentlichen Presseunterrichtung des Außenministeriums forderte Al Ansari eine schnelle Rückkehr an den Verhandlungstisch und ein sofortiges Ende der Angriffe. Beides liege im Interesse der Menschen in der Region sowie des internationalen Friedens und der globalen Sicherheit. Zugleich könne dies zur Stabilisierung der Weltwirtschaft beitragen. Diplomatie bleibe der entscheidende Weg, regionale Krisen zu bewältigen.
Er stellte zugleich klar, dass jeder Angriff auf Katar als Angriff auf die Souveränität des Landes zu werten sei. Angesichts der aktuellen Lage müsse jedoch zunächst den anhaltenden Angriffen auf Katar begegnet werden, bevor über Vermittlung oder friedliche Lösungen gesprochen werden könne.
Der katarische Diplomat erneuerte zudem die Haltung seines Landes, die zu einem Ende der Eskalation in der Region aufruft. Doha habe bereits seit Jahren davor gewarnt, dass eine unkontrollierte Eskalation zu katastrophalen Folgen führen könne. Die aktuelle Lage stelle ein gefährliches Ausmaß an Spannungen dar, das jedoch eingedämmt werden könne, wenn die beteiligten Parteien zum Weg des Dialogs und der Diplomatie zurückkehrten.
Der Sprecher des Außenministeriums erklärte ferner, der bislang einzige offizielle Kontakt zwischen Katar und dem Iran seit Beginn des Krieges habe in einem Telefongespräch zwischen Seiner Exzellenz dem Ministerpräsidenten und Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani und seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi bestanden. Derzeit konzentriere sich Katar in erster Linie auf die Verteidigung des Landes sowie auf die damit verbundenen diplomatischen Aktivitäten.
Außerdem machte er deutlich, dass iranische Aussagen, die eine Entschuldigung sowie die Zusage enthielten, arabische Staaten künftig nicht mehr anzugreifen, bislang keine sichtbare Umsetzung gefunden hätten. Stattdessen sei es zu Angriffen auf die Vereinigte Arabische Emirate und Bahrain gekommen – gefolgt von einem Angriff auf Katar selbst. Katar werde seine Souveränität und seine nationalen Interessen weiterhin verteidigen.
Der Sprecher fuhr fort, Katar setze seine diplomatischen Bemühungen gemeinsam mit den Staaten des Golfkooperationsrates fort. Durch regelmäßige Kontakte und Treffen solle eine enge Abstimmung auf politischer und sicherheitspolitischer Ebene gewährleistet werden. Stellungnahmen des Golfkooperationsrates zu iranischen Erklärungen oder Entschuldigungen seien jedoch überflüssig, solange die Angriffe andauerten.
Die iranischen Angriffe auf Katar, so Dr. Al Ansari weiter, ielten weiterhin täglich an. Die katarischen Streitkräfte seien jedoch bislang in der Lage gewesen, die meisten Attacken erfolgreich abzuwehren. Größere Schäden am Boden habe es bisher nicht gegeben.
Die Sicherheitslage im Land bleibe stabil, unterstrich er. Das sei sowohl den Einsätzen der nationalen Sicherheitskräfte als auch den militärischen Vorsichtsmaßnahmen Katars zu verdanken. Diese hätten es ermöglicht, den Großteil der Angriffe abzufangen. Kritische zivile Infrastruktur, auf die das tägliche Leben der Bevölkerung angewiesen ist, sei bislang nicht getroffen worden.
Mit Blick auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der iranischen Angriffe führte Dr. Majed bin Mohammed Al Ansari aus, diese hätten sowohl die katarische als auch die globale Wirtschaft beeinträchtigt. Als Vorsichtsmaßnahme habe Katar die Produktion in einzelnen Anlagen zeitweise einstellen müssen – ein Vorgang ohne historisches Vorbild im Land.
Die Wiederaufnahme der Produktion, so der Außenamtssprecher weiter, werde nach technischen Bewertungen durch die zuständigen Stellen erfolgen.
Er bezeichnete die Angriffe auf Energieanlagen in der Region als gefährlichen Präzedenzfall, der erhebliche wirtschaftliche Schäden für die Staaten der Region nach sich ziehen und zugleich Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben könne. Gleichzeitig warnte er, dass die Folgen einer Zielnahme auf Energieanlagen oder einer Störung der Schifffahrt in der Region nicht auf deren geografischen Raum begrenzt bleiben würden, sondern auch auf den internationalen Märkten spürbar wären.
Er ergänzte: „Die Zielnahme auf Wasseranlagen, Entsalzungsstationen, Wasserreservoirs sowie auf Vorräte von Lebensmitteln und Medikamenten oder auf pharmazeutische Produktionsstätten stellt eine erhebliche Gefahr für die Bevölkerung der Region und darüber hinaus dar.“
Des Weiteren betonte Seine Exzellenz die Notwendigkeit, derartige Angriffe unverzüglich zu stoppen – unabhängig davon, von welcher Seite sie ausgehen. Angriffe auf kritische Infrastruktur in einigen Golfstaaten hätten bereits unmittelbare Auswirkungen auf das Leben der Bevölkerung gehabt.
Darüber hinaus warnte Al Ansari vor Angriffen auf internationale Schifffahrtsrouten und strategische Meerengen, einschließlich des Transports von Öl, Lebensmitteln und Medikamenten. Solche Handlungen seien unannehmbar und stellten eine erhebliche Gefahr für alle Staaten der Region dar. Katar unterstütze daher sämtliche diplomatischen Bemühungen zur Vermeidung einer weiteren Eskalation und zum Schutz der Sicherheit der Schifffahrt im Arabischen Golf.
Er sagte außerdem, Katar habe alle nötigen Maßnahmen ergriffen, um seine Wirtschaft stabil zu halten und internationale Verpflichtungen gegenüber Kunden zu erfüllen. Das solle so bleiben, bis sich die Lage normalisiere und sich auch die Weltwirtschaft erhole.
Al-Ansari warnte auch eindringlich vor den Risiken von Angriffen auf kritische Infrastrukturen. Diese stellten eine direkte Gefahr für das Leben von Zivilisten dar und könnten eine groß angelegte humanitäre Katastrophe auslösen, deren wirtschaftliche Folgen weltweit spürbar wären.
Klare Botschaft von Al Ansari betreffend die strategischen Partnerschaften im Bereich Verteidigung und Sicherheit: “Die Sicherheitspartnerschaft mit den Vereinigten Staaten und anderen Verbündeten steht nicht zur Debatte”, bestätigte er.
Dr. Majed bin Mohammed Al Ansari betonte, diese Kooperation sei ein wichtiger Pfeiler für die Sicherheit in der Region und zur Abschreckung von Bedrohungen.
Zwischen Katar und den USA, sagte er weiter, gebe es fast täglich Gespräche auf verschiedenen Ebenen. Entscheidungen über Verteidigungsstrategien und den Schutz wichtiger Anlagen würden je nach aktueller Lage angepasst.
Er machte deutlich: Die Souveränität von Katar ist unantastbar. Entscheidungen über diplomatische Beziehungen oder die Aufnahme internationaler Partner treffe das Land eigenständig.
Bezüglich möglicher Vermittlungsbemühungen Russlands erklärte Dr. Al Ansari, dass die Kontakte mit der Russischen Föderation auf mehreren Ebenen fortgesetzt würden. Konkrete Informationen über eine Vermittlungsinitiative lägen jedoch derzeit nicht vor. Katar begrüße grundsätzlich jede Rolle, die dazu beitragen könne, die Eskalation zu beenden und die Angriffe auf sein Staatsgebiet einzustellen.
Der Berater des Ministerpräsidenten und offizielle Sprecher des Außenministeriums bekräftigte abschließend, dass Katar nahezu täglich mit regionalen und internationalen Partnern im diplomatischen Austausch stehe, um Sicherheit und Stabilität in der Region zu gewährleisten. Die internationale Unterstützung und Solidarität umfasse sowohl Beiträge im Verteidigungsbereich als auch eine kontinuierliche diplomatische Zusammenarbeit.
Die internationale Gemeinschaft rief er dazu auf, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um diese Angriffe unverzüglich zu beenden. Angriffe auf zivile Infrastruktur sowie auf das Recht der Bevölkerung auf Sicherheit und Stabilität seien inakzeptabel und würden entsprechend beantwortet werden.
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