GCC-Chef fordert engere wirtschaftliche Vernetzung am Golf
New York, den 25. September /QNA/ Die Golfstaaten liegen im Zentrum wichtiger Handels-, Energie- und Kapitalströme. Doch das allein reicht nach Ansicht von GCC-Generalsekretär Jasem Mohamed Albudaiwi nicht aus. Er fordert eine engere wirtschaftliche Integration der Region, vor allem bei Energie, Handel, Verkehr und Digitalisierung.
Albudaiwi äußerte sich auf einem Forum zur regionalen Vernetzung am Rande der 81. UN-Generalversammlung in New York. Die Veranstaltung wurde vom GCC-Generalsekretariat gemeinsam mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) organisiert.
Stärkere Verbindungen zwischen den Volkswirtschaften könnten das Wachstum antreiben, die Krisenfestigkeit der Region erhöhen und neue Investitionsmöglichkeiten schaffen, sagte Albudaiwi. Dadurch könne gemeinsamer Wohlstand entstehen, von dem auch künftige Generationen profitierten.
Der Hintergrund: Die Weltwirtschaft verändert sich. Handelsrouten werden neu geordnet, Energiesysteme umgebaut und digitale Technologien gewinnen weiter an Bedeutung. Damit verändern sich auch die Ziele internationaler Investoren.
Kapital, sagte Albudaiwi, orientiere sich zunehmend an jenen Märkten, die nicht nur Ertragschancen versprächen, sondern ebenso Stabilität und Widerstandsfähigkeit böten. Gerade in einer Zeit geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit wird damit die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, selbst zu einem Standortfaktor.
Die Golfregion besitzt dabei einen erheblichen Vorteil. Sie liegt an der Schnittstelle großer Ströme von Waren, Energie und Kapital. Zwischen Asien, Afrika und Europa gelegen, kann sie Verbindungen zwischen verschiedenen Märkten herstellen.
Doch Geografie bleibt eine Möglichkeit, solange sie nicht durch politische Entscheidungen, leistungsfähige Infrastruktur und gemeinsame institutionelle Strukturen ergänzt wird. Albudaiwi zufolge müssen die Golfstaaten deshalb ihre Märkte, Infrastrukturen und Fähigkeiten enger miteinander verzahnen. Erst dann lasse sich ihre Lage in konkrete wirtschaftliche Chancen übersetzen.
Wie eine solche Integration aussehen kann, zeigt nach seiner Einschätzung das Verbundsystem der Stromnetze am Golf. Das Projekt verbindet die Elektrizitätsnetze der GCC-Mitgliedstaaten und schafft damit die Möglichkeit, in Mangelsituationen grenzüberschreitend auf verfügbare Kapazitäten zurückzugreifen.
Seine Bedeutung erschöpft sich jedoch nicht in technischer Zusammenarbeit. Das Projekt habe gezeigt, dass Integration zugleich die Widerstandsfähigkeit stärke und wirtschaftliche wie strategische Vorteile hervorbringen könne.
Für die Fortsetzung dieses Weges skizzierte Albudaiwi drei Aufgaben. Nach den Sitzungen der UN-Generalversammlung müsse zunächst ein klarer Fahrplan entwickelt werden. Dieser solle sich an den nationalen Prioritäten der einzelnen Staaten orientieren, sie jedoch in eine gemeinsame regionale Perspektive einfügen.
Anschließend gelte es, konkrete Investitionsmöglichkeiten und zentrale Korridore zu bestimmen. Gemeint sind Verbindungen in der Energieversorgung, im Handel, im Verkehr und in der digitalen Infrastruktur, die nicht lediglich Länder miteinander verbinden, sondern neue regionale Märkte entstehen lassen können.
Schließlich braucht es eine engere Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichsten Akteuren. Regierungen allein können die dafür erforderlichen Investitionen kaum tragen. Finanzinstitutionen, Staatsfonds und Privatunternehmen müssen deshalb in die Planung und Umsetzung eingebunden werden.
Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen könne diesen Prozess unterstützen, sagte Albudaiwi. Seine Rolle könne darin bestehen, Partnerschaften zu erleichtern, technisches Fachwissen einzubringen und die praktische Ausgestaltung gemeinsamer Vorhaben zu begleiten.
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