Energiestaatsminister: LNG kann nicht durch Pipelines fließen
New York, den 21. September /QNA/ Katar hält ungeachtet der jüngsten Schäden an seiner Energieinfrastruktur an seiner langfristigen LNG-Strategie fest und sieht Pipelines nicht als wirtschaftlich sinnvolle Alternative zum Export von Flüssigerdgas. Das erklärte Seine Exzellenz der Staatsminister für Energie Saad bin Sherida Al Kaabi beim Qatar Economic Forum 2026 in New York.
Al Kaabi bedankte sich zunächst bei den Nachbarstaaten Katars für ihre Bereitschaft, den Bau möglicher Pipelineverbindungen über ihr Staatsgebiet zu unterstützen. Zugleich machte er deutlich, dass eine umfassende Verlagerung der Exporte auf Pipelines weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll sei.
„LNG kann nicht in verflüssigter Form durch Pipelines transportiert werden“, erklärte er. Stattdessen müsse das Gas zunächst als Erdgas transportiert und anschließend in den Importländern wieder verflüssigt werden. Dies würde den Bau zusätzlicher Anlagen erfordern und erhebliche Investitionen notwendig machen. Gleichzeitig würden die milliardenschweren Verflüssigungsanlagen, die Katar derzeit im Rahmen der North-Field-Erweiterung errichtet, wirtschaftlich an Bedeutung verlieren.
Vor diesem Hintergrund habe QatarEnergy entschieden, Pipelines nicht als Alternative zum bestehenden LNG-Geschäftsmodell zu verfolgen. Die Entscheidung beruhe auf kommerziellen und technischen Kriterien.
Mit Blick auf die Schäden in Ras Laffan bestätigte Al Kaabi, dass zwei LNG-Produktionslinien sowie eine Gas-to-Liquids-Anlage betroffen seien. Die Reparatur der GTL-Anlage soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Die Wiederherstellung der beiden LNG-Züge werde dagegen voraussichtlich rund drei Jahre in Anspruch nehmen.
Ferner betonte der Staatsminister, dass Katar in der Lage sei, seine Produktion bereits wenige Wochen nach einer vollständigen Wiederöffnung der Straße von Hormus wieder regulär hochzufahren.
Zur Ausrufung höherer Gewalt bei Lieferungen führte Al Kaabi aus, Katar habe sich über Jahrzehnte als zuverlässiger Lieferant bewährt und keine vertraglichen Verpflichtungen verletzt. Die gegenwärtigen Einschränkungen seien jedoch durch Faktoren ausgelöst worden, die außerhalb der Kontrolle des Landes lägen.
Deutlich widersprach der Minister Einschätzungen, die strategische Bedeutung der Straße von Hormus werde überschätzt. Die Wasserstraße sei nicht nur für Öl- und Gasexporte von Bedeutung, sondern für den gesamten Warenverkehr der Golfregion. Eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung setze die Wiederherstellung normaler Schifffahrtsbedingungen voraus. Überdies plädierte Al Kaabi für stabile Beziehungen zwischen den Anrainerstaaten des Golfs.
Darüber hinaus kündigte der Energiestaatsminister an, dass QatarEnergy kurz davor stehe, die weltweit größte Handelsplattform für Flüssigerdgas aufzubauen. Bereits 2024 hatte das Unternehmen seine entsprechenden Expansionspläne bekannt gegeben. Nun stehe man kurz vor dem Abschluss dieses strategischen Ausbaus.
Auch die Aktivitäten in den Vereinigten Staaten entwickeln sich nach seinen Angaben planmäßig. Beim LNG-Projekt Golden Pass hätten die Exporte aus der ersten Produktionslinie bereits begonnen. Die beiden weiteren Produktionslinien sollen im kommenden Jahr ihre volle Kapazität erreichen.
Parallel dazu steht das Projekt Golden Triangle Polymers vor einem wichtigen Meilenstein. Dort entsteht die nach Unternehmensangaben größte Ethan-Cracking-Anlage der Welt. Die Inbetriebnahmephase habe bereits begonnen, der kommerzielle Betrieb werde in den kommenden Wochen erwartet.
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