Katar unterzeichnet Abkommen zur Eisenbahnvernetzung der GCC-Staaten
Manama, den 08. November /QNA/ Mit einem allgemeinen Abkommen über das gemeinsame Eisenbahnprojekt wollen die sechs Staaten des Golf-Kooperationsrates nun eine Infrastruktur schaffen, die den wirtschaftlichen Raum am Golf enger miteinander verbindet.
Katar unterzeichnete die Vereinbarung gemeinsam mit den übrigen GCC-Mitgliedstaaten in Manama. Die Zeremonie fand am Rande des 30. Treffens der Verkehrsminister des Golf-Kooperationsrates statt. Anwesend waren die Verkehrsminister der Mitgliedstaaten und GCC-Generalsekretär Jasem Mohamed Albudaiwi.
Das Abkommen soll zunächst jene institutionellen und technischen Voraussetzungen schaffen, ohne die ein grenzüberschreitendes Eisenbahnnetz kaum funktionieren kann. Es regelt die Abstimmung zwischen den einzelnen Staaten und der GCC-Eisenbahnbehörde, soll Hindernisse bei der Umsetzung beseitigen und eine technische wie betriebliche Integration des gesamten Netzes gewährleisten.
Dabei geht es um mehr als den Bau von Strecken. Jedes Land erhält klar definierte Verantwortlichkeiten innerhalb des Projekts. Die Vereinbarung enthält zudem einen Zeitplan für die Umsetzung und Inbetriebnahme.
Ebenso wichtig ist die Vereinheitlichung technischer und betrieblicher Kriterien. Gemeinsame Sicherheitsanforderungen und interoperable Systeme sollen dafür sorgen, dass Züge, Infrastruktur und Betriebsabläufe über nationale Grenzen hinweg miteinander kompatibel sind.
Katars Verkehrsminister, S.E. Scheich Mohammed bin Abdulla bin Mohammed Al Thani, bezeichnete die Unterzeichnung als strategischen Schritt hin zu einer engeren Integration der Golfstaaten. Zugleich solle ein regionales Verkehrssystem entstehen, das nationale Netze nicht lediglich nebeneinanderstellt, sondern funktional miteinander verbindet.
Der Minister ordnete das Abkommen auch politisch ein. Es reflektiere das gemeinsame Interesse der GCC-Staaten, ihre historisch gewachsenen und brüderlichen Beziehungen zu festigen und die Zusammenarbeit in wirtschaftlich bedeutsamen Branchen weiterzuentwickeln.
Letztlich müsse ein solches Projekt den Menschen in der Region zugutekommen und die nachhaltige Entwicklung fördern. Die Eisenbahn soll daher nicht allein als Verkehrsmittel verstanden werden, sondern als Bestandteil einer umfassenderen regionalen Infrastruktur.
Nach den Worten vom Verkehrsminister bietet das Abkommen den notwendigen Rahmen, um die Anstrengungen der Mitgliedstaaten zu koordinieren und die nationalen Verkehrssysteme an das gemeinsame Eisenbahnnetz anzubinden.
Davon könnten sowohl Reisende als auch Unternehmen profitieren. Ein grenzüberschreitendes Schienennetz würde den Personen- und Güterverkehr erleichtern, Logistikprozesse effizienter machen und neue Möglichkeiten für Handel und Tourismus innerhalb des Golfraums eröffnen.
Zugleich könnte es die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region erhöhen. Je enger Häfen, Flughäfen, Straßen und Eisenbahnverbindungen miteinander verzahnt sind, desto stärker kann sich der Golf als regionales Drehkreuz für Transport und Logistik positionieren.
Katar werde deshalb weiterhin gemeinsame GCC-Initiativen unterstützen, die regionale Integration sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung vorantreiben, ergänzte der katarische Verkehrsminister. Dazu gehöre auch der Aufbau moderner Infrastruktur, die nicht lediglich den gegenwärtigen Bedarf deckt, sondern auf künftige Anforderungen ausgerichtet ist.
Die Idee eines gemeinsamen Eisenbahnnetzes ist nicht neu. Bereits 2009 billigte der Oberste Rat des Golf-Kooperationsrates den Aufbau einer Bahnverbindung zwischen den sechs Mitgliedstaaten.
Im Dezember 2021 folgte der Beschluss zur Gründung einer eigenen GCC-Eisenbahnbehörde. Ihre Aufgabe besteht darin, die Umsetzung des Projekts zu koordinieren und sicherzustellen, dass das regionale Netz mit den jeweiligen nationalen Eisenbahnsystemen kompatibel ist.
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