Zweite Ausgabe des MWC26 Doha eröffnet
Doha, den 08. November /QNA/ Künstliche Intelligenz verändert nicht nur die Programme, die Menschen auf Computern und Smartphones nutzen. Sie wirkt sich zugleich auf die Infrastruktur aus, auf der die digitale Welt beruht. Je autonomer KI-Systeme handeln, Entscheidungen vorbereiten und komplexe Aufgaben übernehmen, desto leistungsfähiger müssen Netzwerke, Rechenzentren und Datenverbindungen werden.
Vor diesem Hintergrund ist im Doha Exhibition and Convention Center, DECC, die zweite Ausgabe des MWC26 Doha eröffnet worden. Die dreitägige Konferenz steht unter dem Motto „The Age of Intelligence“, das Zeitalter der Intelligenz.
An der Eröffnungszeremonie nahm S.E. Scheich Saoud bin Abdulrahman Al Thani, Vize-Ministerpräsident und Staatsminister für Verteidigung, teil. Unter den Gästen befanden sich außerdem Minister, hochrangige Amtsträger sowie führende Persönlichkeiten der internationalen Telekommunikations- und Technologiebranche.
Veranstaltet wird die Konferenz von der GSMA in Partnerschaft mit dem katarischen Ministerium für Kommunikation und Informationstechnologie.
Zu Beginn begrüßte der Minister für Kommunikation und Informationstechnologie, S.E. Mohammed bin Ali Al Mannai, die Delegationen und plädierte für eine engere internationale Zusammenarbeit. Die Veränderungen in der Kommunikations- und Technologiebranche seien inzwischen so tiefgreifend, betonte er, dass weder einzelne Staaten noch Unternehmen sie im Alleingang bewältigen könnten.
Die zweite Ausgabe des MWC Doha finde zu einem Zeitpunkt statt, an dem sich die Anforderungen an die Kommunikationsinfrastruktur grundlegend wandelten, erläuterte Al Mannai.
Mit der Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz und dem zunehmenden Einsatz intelligenter Agenten wachse der Bedarf an flexibleren Netzen und leistungsfähigeren Rechenkapazitäten. Zugleich machten globale Herausforderungen eine Diversifizierung der Kommunikationswege und eine zuverlässige Aufrechterhaltung digitaler Dienstleistungen erforderlich.
Als neue Prioritäten der Branche nannte der Minister die Entwicklung von 6G-Netzen, die engere Integration terrestrischer, submariner und satellitengestützter Kommunikationssysteme sowie einen erweiterten Zugang zu Rechenkapazitäten.
Diese Themen bildeten einen Schwerpunkt der Konferenz. Der MWC Doha eröffne Telekommunikationsunternehmen, Technologieanbietern und Investoren die Möglichkeit, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen und praxisorientierte Lösungen für das Wachstum der digitalen Wirtschaft zu entwickeln.
Katar werde im Rahmen seiner Digital Agenda 2030 weiterhin in diese Bereiche investieren, kündigte Al Mannai an. Dadurch sollten die nationalen Kompetenzen gestärkt und zusätzliche Möglichkeiten für Innovationen und Investitionen geschaffen werden.
Im Anschluss an die Eröffnungszeremonie besichtigte Saoud bin Abdulrahman Al Thani gemeinsam mit Mohammed bin Ali Al Mannai und mehreren Ministern die begleitende Ausstellung.
Der Rundgang führte die Delegation auch durch den Katar-Pavillon. Dort wurden nationale Projekte und Initiativen vorgestellt, die auf den Einsatz fortgeschrittener Technologien und Künstlicher Intelligenz bei der Entwicklung öffentlicher Dienstleistungen und der digitalen Transformation abzielen.
Am Eröffnungstag fand zudem eine Podiumsdiskussion mit GSMA-Generaldirektor Vivek Badrinath und der Generalsekretärin der Internationalen Fernmeldeunion, Doreen Bogdan-Martin, statt.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Zukunft der Konnektivität im Nahen Osten und in Nordafrika sowie die Bedeutung globaler Standards für die Interoperabilität von Netzen und Dienstleistungen. Weitere Themen waren die Ausweitung der Internetnutzung und die Verringerung der digitalen Kluft.
Nachhaltiger Fortschritt könne nur erreicht werden, wenn alle Menschen einbezogen würden, unterstrich Badrinath. Dafür seien weltweit einheitliche Standards erforderlich, die das grenzüberschreitende Zusammenwirken von Netzen, Dienstleistungen und Geräten gewährleisteten.
Zugleich forderte er verstärkte Anstrengungen, um Menschen ohne Internetzugang digital anzubinden. Technologischer Fortschritt dürfe nicht dazu führen, dass bestehende gesellschaftliche und wirtschaftliche Unterschiede weiter zunähmen.
Der MWC Doha findet zeitgleich mit der ITU-Plenipotentiary Conference PP-26 statt. Dadurch kommen politische Entscheidungsträger, Innovatoren und Branchenvertreter zusammen, die an der Entwicklung internationaler Standards und moderner Kommunikationsnetze beteiligt sind.
Die parallele Ausrichtung beider Veranstaltungen an einem Ort solle den Dialog vertiefen und dazu beitragen, strategische Konzepte in konkrete Maßnahmen zu überführen.
Badrinath äußerte die Erwartung, dass der Austausch zwischen Politik, Regulierungsbehörden und Technologiebranche auch die laufenden Beratungen der PP-26 unterstützen werde.
Die von der katarischen Kommunikationsregulierungsbehörde ausgerichtete ITU-Konferenz läuft vom 9. bis zum 27. November 2026. Mit der zeitlichen und räumlichen Verbindung beider Veranstaltungen sollen die Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern, Regulierungsbehörden und Branchenvertretern gestärkt und neue Möglichkeiten für die gemeinsame Entwicklung digitalpolitischer und technologischer Lösungen geschaffen werden.
Zum Auftakt des MWC veröffentlichte die GSMA zwei Berichte über die Mobilfunkwirtschaft und die Entwicklung der 5G-Netze im Nahen Osten und in Nordafrika.
Die Studien untersuchen sowohl die wirtschaftlichen Chancen des Sektors als auch die Herausforderungen beim Ausbau der Konnektivität und bei der Erzielung nachhaltiger Renditen auf Infrastrukturinvestitionen.
Aus dem Bericht „The Mobile Economy Middle East and North Africa 2026“ geht hervor, dass Mobilfunktechnologien und mobile Dienstleistungen im Jahr 2025 rund 380 Milliarden US-Dollar zur regionalen Wirtschaft beitrugen. Dies entsprach 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Bis 2030 soll der wirtschaftliche Beitrag auf 470 Milliarden US-Dollar steigen.
Der zweite Bericht befasst sich mit der wirtschaftlichen Nutzung von 5G-Netzen. Den darin veröffentlichten Daten zufolge hatten bis September 2026 insgesamt 17 von 24 untersuchten Märkten kommerzielle 5G-Dienste eingeführt.
Die Zahl der 5G-Verbindungen soll von 67 Millionen im Jahr 2025 auf rund 350 Millionen im Jahr 2030 steigen. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass 5G zunehmend zu einem wesentlichen Bestandteil der wirtschaftlichen und technologischen Infrastruktur der Region wird.
Der MWC26 Doha dauert bis zum 10. November. Das Programm umfasst Fachsitzungen, Podiumsdiskussionen und eine begleitende Ausstellung. Darüber hinaus werden neue Initiativen und Partnerschaften in den Bereichen Telekommunikation, Künstliche Intelligenz und digitale Transformation vorgestellt.
Die wichtigsten Sitzungen werden live übertragen. Aktuelle Informationen stellen die Veranstalter über die offiziellen Medienkanäle der Konferenz bereit.
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