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Katar berät über die Zukunft der am wenigsten entwickelten Länder

Katar

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New York, den 24. September /QNA/ Die ärmsten Staaten der Welt sehen sich zunehmend mit einer Vielzahl eng miteinander verflochtener Krisen konfrontiert, die weit über die strukturellen Entwicklungshemmnisse der vergangenen Jahrzehnte hinausreichen. Schwache Institutionen, unzureichende Infrastruktur und begrenzte Finanzierungsmöglichkeiten treffen auf die Folgen des Klimawandels, wirtschaftliche Verwerfungen, Nahrungsmittelknappheit und geopolitische Konflikte. Was zunächst als eine Reihe voneinander unabhängiger Herausforderungen erschien, hat sich längst zu einem komplexen Krisengeflecht verdichtet.

Katar rückte diese Entwicklung bei der jährlichen Ministertagung der am wenigsten entwickelten Länder in den Mittelpunkt, die am Rande der 81. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York stattfand. Vertreten wurde das Land von I.E. Dr. Maryam bint Ali bin Nasser Al Misnad, Staatsministerin für internationale Zusammenarbeit.

Die Unterstützung der am wenigsten entwickelten Länder sei unter den gegenwärtigen Bedingungen weit mehr als ein Ausdruck internationaler Solidarität, erklärte Al Misnad. Sie stelle zugleich eine Investition in nachhaltige Entwicklung, weltweiten Frieden und internationale Stabilität dar. Denn wo Entwicklungsperspektiven fehlten, wirtschaftliche Schocks ungebremst auf die Bevölkerung durchschlügen und staatliche Strukturen kaum in der Lage seien, Krisen wirksam aufzufangen, wachse zugleich das Risiko politischer Instabilität und humanitärer Notlagen.

Katar halte daher an seinem langfristigen Engagement für diese Ländergruppe fest, führte die Staatsministerin weiter aus. Nach katarischer Auffassung bildeten internationale Solidarität, tragfähige Partnerschaften und multilaterale Zusammenarbeit die Grundlage einer Entwicklung, die nicht nur einzelne Wirtschaftsbereiche stärke, sondern möglichst breiten Bevölkerungsschichten zugutekomme.

Eine zentrale Rolle kommt dabei dem Doha-Aktionsprogramm zu. Es steht in engem Zusammenhang mit der Fünften Konferenz der Vereinten Nationen über die am wenigsten entwickelten Länder, die Katar im März 2023 ausrichtete. Nach den Worten Al Misnads markierte diese Konferenz einen bedeutenden Meilenstein innerhalb der internationalen Bemühungen, jene Staaten zu unterstützen, deren wirtschaftliche und institutionelle Ausgangsbedingungen besonders schwierig sind.

Internationale Konferenzen und politische Erklärungen allein vermögen das Leben der Menschen jedoch nicht zu verändern. Seit der Verabschiedung des Doha-Aktionsprogramms habe Katar deshalb wiederholt hervorgehoben, dass dessen Erfolg weder an der Zahl noch am Umfang der darin enthaltenen Verpflichtungen gemessen werden dürfe. Entscheidend sei vielmehr, ob es gelinge, diese Verpflichtungen in konkrete Maßnahmen zu überführen und dadurch spürbare Verbesserungen für die betroffenen Menschen zu erzielen.

In diesem Zusammenhang erinnerte Al Misnad daran, dass S.H. der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, anlässlich der Fünften Konferenz der Vereinten Nationen über die am wenigsten entwickelten Länder insgesamt 60 Millionen US-Dollar zugesagt habe. Davon seien zehn Millionen US-Dollar für die Unterstützung der im Doha-Aktionsprogramm vorgesehenen Maßnahmen bestimmt. Weitere 50 Millionen US-Dollar sollten der Umsetzung der Konferenzergebnisse sowie der Stärkung der Widerstandsfähigkeit der am wenigsten entwickelten Länder zugutekommen.

Ein Teil der von Katar zugunsten dieser Länder eingegangenen Verpflichtungen sei inzwischen in konkrete Programme und Partnerschaften überführt worden, ergänzte die Staatsministerin. Als Beispiel verwies sie auf zwei Abkommen, die der Qatar Fund for Development im September 2025 mit dem Büro des Hohen Vertreters der Vereinten Nationen für die am wenigsten entwickelten Länder, die Binnenentwicklungsländer und die kleinen Inselentwicklungsländer geschlossen habe. Das Gesamtvolumen der Vereinbarungen belaufe sich auf 21 Millionen US-Dollar.

Die bereitgestellten Mittel dienten zum einen der Stärkung der Widerstandsfähigkeit der am wenigsten entwickelten Länder und zum anderen dem Aufbau eines Mechanismus zur Lagerung von Nahrungsmitteln, erläuterte Al Misnad. Die vergangenen Jahre hätten wiederholt vor Augen geführt, dass Störungen internationaler Lieferketten insbesondere jene Staaten träfen, die lediglich über begrenzte finanzielle, wirtschaftliche und materielle Reserven verfügten. Die Projekte zielten daher darauf ab, die Vorsorgekapazitäten auszubauen und die Auswirkungen künftiger Krisen abzumildern.

Darüber hinaus habe Katar im Dezember 2025 ein hochrangiges Treffen zum nachhaltigen und krisenfesten Aufstieg aus der Kategorie der am wenigsten entwickelten Länder ausgerichtet, berichtete die Staatsministerin. Im Mittelpunkt der Beratungen habe die Frage gestanden, wie Staaten bereits erzielte Entwicklungsfortschritte dauerhaft sichern könnten, damit wirtschaftliche, klimatische oder politische Schocks nicht zu erneuten Rückschritten führten und mühsam errungene Erfolge wieder zunichtemachten.

Nach den Worten Al Misnads stehen die katarischen Initiativen für einen grundlegenden Wandel im Verständnis internationaler Entwicklungszusammenarbeit. Unverbindliche Zusagen müssten zunehmend durch konkrete Projekte ersetzt werden. Zugleich gelte es, kurzfristige Krisenhilfe durch langfristige Investitionen in Entwicklung, wirtschaftliche Stabilität und Resilienz zu ergänzen. Flankiert werde dieser Ansatz durch Partnerschaften mit Entwicklungsländern sowie durch gezielte Unterstützung bei wirtschaftlichen Erschütterungen und humanitären Katastrophen.

Mit Blick auf die Umsetzung des Doha-Aktionsprogramms und der im „Compromiso de Sevilla“ bekräftigten Verpflichtungen unterstrich Al Misnad die Notwendigkeit einer engeren internationalen Zusammenarbeit. Insbesondere die Finanzierung stelle weiterhin eine der zentralen Herausforderungen dar. Die am wenigsten entwickelten Länder benötigten einen besseren Zugang zu konzessionären Finanzierungen, zusätzliche Investitionen sowie eine umfassendere Mobilisierung nationaler und internationaler Ressourcen.

Darüber hinaus sprach sich die Staatsministerin für die Entwicklung innovativer Finanzierungsinstrumente aus, die den besonderen strukturellen Herausforderungen und Risiken dieser Länder angemessen Rechnung trügen. Entwicklungsstrategien müssten konsequenter auf die Bedürfnisse vulnerabler Volkswirtschaften zugeschnitten werden, anstatt sich an den wirtschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen hoch entwickelter Staaten zu orientieren.

Resilienz dürfe zudem nicht erst dann aufgebaut werden, wenn eine Krise bereits eingetreten sei, mahnte Al Misnad. Vielmehr müsse die Fähigkeit, wirtschaftliche Verwerfungen, klimabedingte Risiken und Gefahren für die Ernährungssicherheit zu bewältigen, von Beginn an als fester Bestandteil nationaler Entwicklungspläne und internationaler Förderprogramme verankert werden. Nur auf diese Weise lasse sich ein nachhaltiger und dauerhafter Entwicklungsfortschritt gewährleisten.

Al Misnad rückte darüber hinaus den Menschen selbst in den Mittelpunkt. Investitionen in Bildung, Gesundheit, Sozialschutz und berufliche Qualifizierung seien keineswegs nachgeordnete sozialpolitische Maßnahmen. Vielmehr bildeten sie eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Gesellschaften produktiver, eigenständiger und widerstandsfähiger gegenüber künftigen Krisen werden könnten.

Auch der Aufstieg aus der Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder müsse diesem Anspruch entsprechend gestaltet werden. Ein solcher Statuswechsel dürfe nicht auf einen statistischen oder verwaltungstechnischen Vorgang reduziert werden. Er müsse vielmehr Teil eines nachhaltigen Entwicklungsprozesses sein, der bereits erzielte Fortschritte absichere und ein späteres Zurückfallen verhindere.

Nach Einschätzung Al Misnads stellt die für März 2027 vorgesehene Halbzeitüberprüfung des Doha-Aktionsprogramms einen entscheidenden Moment dar, um Bilanz zu ziehen, bestehende Defizite und Herausforderungen klar zu benennen sowie die politischen und finanziellen Verpflichtungen gegenüber den am wenigsten entwickelten Ländern zu bekräftigen. Dabei müsse insbesondere gewährleistet werden, dass aus politischen Zusagen messbare Ergebnisse hervorgingen.

Die Staatsministerin machte deutlich, dass die Halbzeitüberprüfung weit mehr sein müsse als eine routinemäßige Bestandsaufnahme. Vielmehr gehe es darum, den politischen Willen der internationalen Gemeinschaft zu erneuern und sicherzustellen, dass den zahlreichen Zusagen in den verbleibenden Jahren des Doha-Aktionsprogramms konkrete und überprüfbare Fortschritte folgten.

Zugleich warnte Al Misnad davor, die Aussichten auf eine nachhaltige Entwicklung der am wenigsten entwickelten Länder losgelöst von den weitreichenden Folgen der Schließung der Straße von Hormus zu betrachten. Die anhaltende Sperrung stelle nicht nur die Sicherheit der globalen Energieversorgung und des internationalen Handels vor erhebliche Herausforderungen. Ihre Auswirkungen erstreckten sich ebenso auf die Ernährungssicherheit und die Energieverfügbarkeit in weiten Teilen der Welt, wobei die Entwicklungsländer in besonderem Maße betroffen seien.

Wie Al Misnad weiter ausführte, habe die Dauer der Schließung inzwischen auch die landwirtschaftliche Produktion beeinträchtigt. Die Unterbrechung der Lieferketten für Düngemittel verschärfe bestehende Versorgungsengpässe und gefährde damit die Ernährungssicherheit zahlreicher Staaten. Das derzeitige Mindestgebot bestehe daher darin, die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus im Einklang mit dem Völkerrecht und der Resolution 2817 (2026) des Sicherheitsrats wiederherzustellen.

Nach Angaben der Staatsministerin räume Katar der Deeskalation und der Wiederaufnahme diplomatischer Bemühungen höchste Priorität ein. Künftige Regelungen zur Verwaltung der Meerenge oder zu damit zusammenhängenden Fragen müssten auf einem regionalen Konsens sowie auf der uneingeschränkten Achtung des Völkerrechts beruhen. Nur unter diesen Voraussetzungen ließen sich Sicherheit und Stabilität in der Region dauerhaft gewährleisten.

Abschließend plädierte Al Misnad dafür, die Umsetzung des Doha-Aktionsprogramms als gemeinsame Verpflichtung der internationalen Gemeinschaft zu begreifen. Die Entwicklungspartner seien aufgerufen, ihre Unterstützung zu intensivieren, ihre Zusagen einzuhalten und zusätzliche Mittel für die besonders gefährdeten Staaten bereitzustellen. Katar werde auch künftig seinen Beitrag dazu leisten, eine inklusivere, gerechtere und nachhaltigere Entwicklung zu ermöglichen.

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