QM-Vorsitzende vertieft Kulturpartnerschaften mit Argentinien, Chile und Brasilien
Doha, den 24. September /QNA/„Kultur ist für Katar ein Weg der Diplomatie.“ Mit diesen Worten beschrieb I.E. Scheicha Al Mayassa bint Hamad Al Thani während ihrer Reise durch Argentinien, Chile und Brasilien die Rolle von Kunst und kulturellem Austausch in der internationalen Positionierung ihres Landes.
Als Vorsitzende von Qatar Museums und Gründerin der Initiative Years of Culture versteht sie Kultur zugleich als einen zentralen Baustein der Qatar National Vision 2030. Die Reise diente daher nicht nur der Würdigung vergangener Kulturjahre, sondern verfolgte das Ziel, die daraus entstandenen Beziehungen dauerhaft zu festigen und institutionell zu verankern.
Mit Argentinien und Chile verband Katar das Kulturjahr 2025, während Brasilien bereits 2014 Partnerland gewesen war. Die Initiative verfolgt das langfristige Ziel, aus zeitlich begrenzten Kulturprogrammen nachhaltige Netzwerke und Kooperationen entstehen zu lassen.
In Buenos Aires nahm Scheicha Al Mayassa an einer Podiumsdiskussion zum 25-jährigen Bestehen des Museums für lateinamerikanische Kunst (MALBA) teil. Gemeinsam mit Glenn Lowry, Ehrendirektor des Museum of Modern Art in New York, sprach sie über die Rolle der Kulturdiplomatie und die Verantwortung kultureller Institutionen bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit.
Auf dieser Grundlage bauten Qatar Museums und MALBA ihre bereits bestehende Partnerschaft weiter aus. Einen wichtigen Meilenstein bildete die Ausstellung Latin American Art: Modern and Contemporary Art from the MALBA Collection and Eduardo F. Costantini, die im Frühjahr 2025 in Katar präsentiert wurde.
Die Schau vereinte rund 170 Werke von mehr als 100 Künstlerinnen und Künstlern aus Lateinamerika und galt als die erste umfassende Präsentation moderner und zeitgenössischer lateinamerikanischer Kunst in Westasien und Nordafrika.
Der kulturelle Austausch verlief jedoch nicht nur in eine Richtung. In Santiago de Chile wird erstmals in Lateinamerika die Ausstellung Your Ghosts Are Mine: Expanded Cinemas, Amplified Voices gezeigt, die zuvor von Katar auf der Biennale von Venedig 2024 präsentiert worden war.
Die Ausstellung ist im Kulturzentrum La Moneda zu sehen und vereint Filmausschnitte sowie Videoinstallationen von mehr als 40 Künstlern und Filmschaffenden aus der arabischen Welt, Afrika und Südostasien. Organisiert wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit Mathaf, dem Arabischen Museum für Moderne Kunst, und dem künftigen Art Mill Museum. Unterstützt wurde es zudem vom Doha Film Institute.
Im Zentrum der Ausstellung stehen Erfahrungen, die Menschen über Kontinente hinweg miteinander verbinden: Vertreibung, Widerstandsfähigkeit, Identität und die Suche nach Gemeinschaft.
In São Paulo setzte Scheicha Al Mayassa den Dialog über die Rolle des Globalen Südens in Kunst und Kultur fort. Im Projekt Cidade Matarazzo, einem privat finanzierten Vorhaben zur Stadterneuerung und Bewahrung historischen Erbes, nahm sie an einer Diskussion unter dem Titel „Kunst, Regeneration und der Globale Süden“ teil.
Anschließend reiste sie nach Rio de Janeiro, wo sie mit Bürgermeister Eduardo Cavaliere über die kulturellen Beziehungen zwischen Katar und Brasilien sowie über künftige Formen des Austauschs sprach.
Auch die Kunstmesse ArtRio gehörte zu ihrem Besuchsprogramm. Im Vorfeld der Rio Art Week bringt die Veranstaltung Museen, Galerien, Kulturinstitutionen und Kunstschaffende zusammen und gilt als wichtiger Treffpunkt der brasilianischen Kunstszene.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2012 verfolgt die Initiative Years of Culture das Ziel, internationale Beziehungen durch kulturellen Austausch nachhaltig zu stärken. Dabei umfasst das Programm weit mehr als Kunst und Kulturerbe. Auch Musik, Kulinarik, Sport, Bildung und die Kreativwirtschaft bilden feste Bestandteile der Zusammenarbeit.
Obwohl jedes Kulturjahr zeitlich begrenzt ist, misst Qatar Museums insbesondere den langfristigen Wirkungen Bedeutung bei. Im Mittelpunkt stehen dauerhafte persönliche Kontakte, institutionelle Partnerschaften und gemeinsame Projekte, die häufig weit über den ursprünglichen Programmzeitraum hinaus fortbestehen.
Getragen wird die Initiative nicht allein von Qatar Museums. Ministerien, Kulturinstitutionen, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und diplomatische Vertretungen in Katar und den jeweiligen Partnerländern wirken an ihrer Umsetzung mit.
Im Jahr 2026 erreicht das Programm seine 15. Ausgabe. Mit Kanada und Mexiko als Partnerländern setzt Katar seine Bemühungen fort, durch Ausstellungen, kulturelle Begegnungen und gemeinsame Veranstaltungen neue Brücken zwischen Gesellschaften und Kulturräumen zu schlagen.
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