IOM warnt vor Versorgungsengpässen im Sudan in weniger als zwei Wochen
Genf, den 19. September /QNA/ Die Internationale Organisation für Migration (IOM), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, warnte davor, dass die Vorräte des von ihr betriebenen „Gemeinsamen humanitären Korridors“ im Sudan innerhalb von weniger als zwei Wochen erschöpft sein könnten. Ohne zusätzliche Finanzierung drohe ein vollständiger Stillstand der Operationen bis Ende dieses Jahres.
Bedeutung des Korridors:
Der Korridor wird von über 100 humanitären Organisationen genutzt, um dringend benötigte Unterkünfte, nicht-lebensnotwendige Güter und Hygieneartikel schnell und effizient im ganzen Sudan bereitzustellen. Seit Juli 2023 haben mehr als 2,84 Mio. Menschen davon profitiert.
Die Sprecherin der Organisation, Zoe Brennan, erklärte in Genf, das Fehlen angemessener Unterkünfte für die 8,6 Mio. Binnenvertriebenen berge – angesichts anhaltender Kämpfe, Überschwemmungen und starker Regenfälle – erhebliche Risiken: Krankheiten, geschlechtsbezogene Gewalt, Familientrennungen sowie Zwangsvertreibungen, insbesondere in überfüllten Lagern.
Sie betonte: „Wenn die operative Kapazität verloren geht, kann sie nicht einfach wiederhergestellt werden, sobald Mittel verfügbar sind. Der Wiederaufbau wäre teuer und zeitaufwendig. Deshalb ist eine sofortige Finanzierung entscheidend.“
15 Mio. USD werden benötigt, um den Korridor für 305.000 Menschen mindestens zwölf Monate lang auf einem Mindestniveau zu betreiben. 42 Mio. USD würden eine Ausweitung ermöglichen und bis zu 1 Mio. Menschen mit lebensrettender Soforthilfe versorgen.
Brennan erklärte: „Es geht nicht nur darum, ob der Korridor weiterbesteht, sondern auch darum, wie groß die Operationen sein können und wie viele Menschen erreicht werden.“
Das Welternährungsprogramm (WFP) hatte bereits vor wenigen Tagen gewarnt, dass der Sudan weiterhin die größte Hunger- und Vertreibungskrise weltweit erlebe:
- 20 Mio. Menschen leiden unter akuter Nahrungsmittelknappheit,
- 14 Mio. Menschen sind vertrieben.
Das WFP warnte zudem, fehlende Mittel könnten das Programm zwingen, seine Operationen in den kommenden Wochen drastisch zu reduzieren.
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