Globale Allianz für Süd-Süd-Kooperation: Freiwillige Plattform für Prioritäten, Wissen und Partnerschaften
Doha, den 11. September /QNA/ Das Motto des diesjährigen UN-Tags der Süd-Süd-Kooperation lautet „Solidarität im Aufstieg: Globale Allianz für inklusive und innovative Entwicklung“. Die Vereinten Nationen begehen diesen Tag heute, Samstag. Dabei wird die entscheidende Rolle der Süd-Süd- und Dreieckskooperation bei der Ausweitung bewährter und wirkungsvoller Lösungen hervorgehoben.
Die Ausgabe 2026 markiert einen wichtigen Meilenstein mit der Gründung der Globalen Allianz für Süd-Süd- und Dreieckskooperation – einem freiwilligen Mechanismus, der vom Büro der Vereinten Nationen für Süd-Süd-Kooperation (UNOSSC) koordiniert wird. Diese Allianz vereint Mitgliedstaaten, UN-Organisationen, multilaterale Finanzinstitutionen sowie Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft, um die Ausweitung bewährter Entwicklungsmodelle zu fördern. Die Dreieckskooperation basiert auf Partnerschaften, die von Ländern des Globalen Südens mit Unterstützung von Industrieländern oder multilateralen Organisationen geführt werden, um gemeinsame Initiativen umzusetzen. Die Initiative startet im Vorfeld der hochrangigen Woche der 81. Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 18. bis 28. September. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete diese Woche als Chance, die globale Zusammenarbeit zu verstärken und die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) zu beschleunigen.
Aufbauend auf der Gründung des UNOSSC im Jahr 1974 und dem Aktionsplan von Buenos Aires von 1978 ergänzt diese Initiative die traditionellen Mechanismen der Nord-Süd-Kooperation und wahrt dabei strikt die Prinzipien der nationalen Souveränität, der Bedingungsfreiheit, der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Nutzens.
Dr. Abdullah Bandar Al-Otaibi, Assistenzprofessor für Internationale Beziehungen an der Qatar University, erklärte in einem Interview gegenüber der Katarischen Nachrichtenagentur (QNA), die Gründung der Allianz komme zu einem kritischen Zeitpunkt – geprägt von steigender Verschuldung, zunehmendem Druck durch den Klimawandel und schwindenden Finanzmitteln. Er betonte, diese Plattform ermögliche es Entwicklungsländern, ihre Expertise in konkrete Projekte umzusetzen, gleichzeitig Finanzmittel von Drittpartnern zu mobilisieren und die volle Kontrolle über ihre Prioritäten zu behalten. Er zeigte sich überzeugt, dass die Golfstaaten – insbesondere Katar – besonders gut aufgestellt seien, um Finanzierung, Investitionen und Wissenstransfer in Schlüsselsektoren wie Ernährungssicherheit, Wassermanagement, saubere Energie und digitale Technologien zu kombinieren.
Zu den Sektoren, die direkt von dieser Initiative profitieren würden, gehörten dürreresistente Landwirtschaft, Meerwasserentsalzung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien, E-Government sowie die Anwendung Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen und im Katastrophenmanagement. Die Anpassung der Lösungen an die unterschiedlichen institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen stelle jedoch die größte Herausforderung dar. Erfolg, so sein Fazit, müsse nicht nur an finanziellen Zusagen oder unterzeichneten Abkommen gemessen werden, sondern auch an nachhaltigen Auswirkungen: Schaffung von Arbeitsplätzen, Lokalisierung von Technologien, private Investitionen und Nachhaltigkeit der Projekte.
Der Wirtschaftswissenschaftler Dr. Abdullah Al Khater betonte, der wirtschaftliche Wert der Allianz liege in ihrer Fähigkeit, Expertise, Kapital und Marktbedürfnisse in einem einheitlichen und effektiven Netzwerk zu verbinden. Die Plattform reduziere Suchkosten und -zeiten erheblich, indem sie direkte Kanäle zwischen Finanzinstitutionen, Investoren und Projekten schaffe und gleichzeitig durch mehr Transparenz und Zugang zu wichtigen Marktdaten Vertrauen aufbaue.
Er betonte die Bedeutung des Einsatzes moderner Technologien zur Senkung der Investitionskosten und zur Steigerung der Rendite – wodurch Investoren transparente Leistungsindikatoren zur Verfügung gestellt würden. Um zu verhindern, dass die Plattform zu einem politischen oder werblichen Raum verkomme, forderte er strenge Transparenz, vergleichende Leistungsüberwachung und die aktive Einbindung des Privatsektors als neutraler Dritter und Markttreiber.
Bemerkenswert ist, dass die Einführung dieser Plattform inmitten des rasanten Wachstums des Süd-Süd-Handels erfolgt. Bis 2025 erreichte der Handel zwischen Entwicklungsländern ein Volumen von 6,8 Billionen US-Dollar, während mittlerweile mehr als die Hälfte der Exporte von Entwicklungsländern in andere Entwicklungsländer geht – im Vergleich zu 38 % vor dreißig Jahren. Darüber hinaus haben sich die ausländischen Direktinvestitionen (ADI) zwischen den Ländern des Südens seit den 1990er-Jahren vervierfacht und machten zwischen 2020 und 2023 32 % der globalen ADI aus. Dies bestätigt die Entstehung eines zunehmend vernetzten und autonomen globalen Südens.
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