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Direktorin für Privatschulen und Kindergärten im Bildungsministerium gegenüber QNA: Katar und die UNESCO unterstützen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Weiterentwicklung der Bildung

Katar

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Paris, den 11. September /QNA/ Das von der UNESCO in Zusammenarbeit mit dem “International Forum of Inclusion Practitioners" (IFIP) organisierte internationale Symposium ging am Freitag nach zweitägigen Diskussionen in Paris zu Ende. Katar nahm, vertreten durch das Ministerium für Bildung und Hochschulwesen, teil, um die Zukunft der Bildung und den Beitrag von Lehrkräften und Praktikern zur Gestaltung öffentlicher Politik angesichts der tiefgreifenden Veränderungen durch Künstliche Intelligenz und technologische Innovationen zu erörtern.
Höhepunkt des Treffens war die Unterzeichnung des Gründungsdokuments der ‚Globalen Bildungskoalition‘ (Global Education Coalition). Diese Struktur zielt darauf ab, einen multilateralen Rahmen zu schaffen, der eine dauerhafte und strukturierte Vertretung von Lehrkräften, Schulleitungen und Bildungseinrichtungen in internationalen Gremien fördert – und zugleich die zentrale Rolle von Fachexpertise bei der Gestaltung künftiger Bildungsentscheidungen verankert.
Die Teilnehmenden untersuchten zentrale Themen, von der Integration Künstlicher Intelligenz in Lehrpläne bis hin zu inklusiver Bildung, einschließlich beruflicher Ausbildung, pädagogischer Innovation und der Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Verwaltungsangestellten und Entscheidungsträgern. Die Diskussionen betonten zudem die Notwendigkeit, Theorie in die Praxis umzusetzen, indem operative Mechanismen etabliert werden, die die aktive Beteiligung der Interessengruppen an der Politikentwicklung, den ethischen Einsatz von Technologie und die Verstärkung zukunftsrelevanter Kompetenzen gewährleisten. Dies ist unerlässlich, um Bildung als Grundrecht und universelles öffentliches Gut zu sichern sowie gleichzeitig die zunehmende digitale und bildungsbezogene Kluft zwischen den Nationen zu verhindern.

Auf Nachfrage erklärte Dr. Rania Yousry Mohamed, Direktorin für Privatschulen und Kindergärten sowie zuständig für die Schullizenzierung im Ministerium für Bildung und Hochschulwesen, dass das Engagement des Staates Katar in diesem Bereich sein großes Interesse an der Koalition unterstreicht. Katar sieht darin einen vorteilhaften Bruch mit traditionellen Top-down-Modellen hin zu einer inklusiven Governance, die Lehrkräfte, Management, Praktiker und Lernende einbezieht.
In einem Exklusivinterview mit der Katarischen Nachrichtenagentur (QNA) betonte sie, dass ihre Institution als Gründungsmitglied sowohl institutionelle Verantwortung als auch Ansehen verleihe und somit eine ideale Gelegenheit biete, Katars Stimme auf internationaler Ebene Gehör zu verschaffen und die Distanz zwischen den Akteuren der Reformplanung und jenen der Reformumsetzung zu überwinden. 
Sie argumentierte, dass die nachhaltigsten Strategien gemeinsam mit den Praktikern und nicht nur für sie entwickelt werden. Sie plädierte dafür, dass die Expertise von Pädagogen über die reine Beratung hinausgeht und zu einem wesentlichen Bestandteil internationaler Entscheidungsprozesse wird. Sie hob hervor, dass Lehrkräfte nicht länger als Letzte über Reformen informiert werden sollten, sondern von Anfang an als Mitgestalter einbezogen werden müssen.

Bezüglich der Glaubwürdigkeit der Koalition und ihrer Fähigkeit, sich als wirksames Instrument des Einflusses zu etablieren, betonte die Beamtin, dass Effektivität nicht an der Anzahl der abgehaltenen Konferenzen gemessen werde, sondern an ihrer Fähigkeit, die Realität vor Ort in konkrete und messbare normative Maßnahmen umzusetzen. Sie knüpfte diesen Erfolg an drei zentrale Bedingungen: eine ausgewogene geografische Repräsentation der Praktiker, enge Verbindungen zwischen Empfehlungen und globalen Entscheidungsträgern sowie die Anwendung strenger Wirkungsindikatoren.

Sie bekräftigte die Bereitschaft Katars, seine Expertise in den Bereichen Innovation, Stärkung von Bildungseinrichtungen, öffentlich-private Partnerschaften und die Synergie zwischen Bildung und Entwicklung zu teilen, ebenso auch das Land als Labor für die Erprobung innovativer, global ausgerichteter Strategien zu positionieren.

Im Hinblick auf soziale Verantwortung verwies sie auf das nationale Programm, das mehr als 17.000 kostenlose oder subventionierte Schulplätze garantiert, und veranschaulichte damit die Umsetzung von Theorie in konkretes Handeln: „Mehr als 17.000 Plätze anzubieten, ist nicht einfach nur eine Frage sozialer oder finanzieller Unterstützung; es verkörpert eine gemeinsame und organische Verantwortung, die Staat, Bildungseinrichtungen und Zivilgesellschaft im Dienste der Chancengleichheit vereint.“

Sie betonte, dass der katarische Ansatz die Schulen als Partner in Sachen Bildungsgerechtigkeit positioniert und nicht bloß als Dienstleister. Sie forderte, dass das öffentliche Handeln durch Management- und Finanzinnovationen bereichert werde, und verankerte damit das Konzept einer nationalen ‚Bildungsdiplomatie‘, die auf dem Austausch bewährter Verfahren basiert.
Mit Blick auf den technologischen Aspekt führte sie aus, dass die Frage der Einführung von KI mittlerweile überholt sei; entscheidend sei vielmehr deren ethischer Umgang. Sie räumte zwar das Potenzial von KI zur Personalisierung von Lernwegen und zur Reduzierung des Verwaltungsaufwands ein, betonte aber, dass KI weder das professionelle Urteilsvermögen von Pädagogen noch die menschliche Dimension der Wertevermittlung und des kritischen Denkens ersetzen könne.

Bezüglich zukünftiger Kompetenzen hob sie die Überholtheit des Modells hervor, das sich in einem sich ständig wandelnden Arbeitsmarkt ausschließlich auf den Erwerb von Diplomen konzentriert. Katar positioniere sich als Vorreiter in der technischen und technologischen Ausbildung, um die Lücke zwischen akademischer Ausbildung und wirtschaftlichen Anforderungen zu schließen.

In Bezug auf Krisensituationen bezeichnete sie den Schutz des Rechts auf Bildung in Konfliktgebieten als humanitäre Notlage vom ersten Tag an und plädierte für resiliente Systeme mit sicheren Räumen und garantierter Kontinuität der Bildung.

In diesem Zusammenhang erklärte sie gegenüber der Nachrichtenagentur QNA: „Katar erwartet von der UNESCO eine stärkere Rolle bei der internationalen Koordinierung, der Festlegung von Standards, dem Erhalt der Bildungsinfrastruktur und der Unterstützung von Nationen beim Aufbau resilienter Bildungssysteme.“ Sie betonte, dass die Unterbrechung eines Schuljahres zwar oft nur eine in einem internationalen Bericht erfasste Statistik sei, für ein Kind jedoch die unwiederbringliche Zerstörung eines entscheidenden Teils seiner Zukunft bedeute.

Abschließend bekräftigte Dr. Rania Yousry Mohamed, dass der Aktionsrahmen von Paris 2026 seine Relevanz innerhalb eines Jahres durch messbare Ergebnisse unter Beweis stellen müsse. Sie forderte, über bloße Rhetorik hinauszugehen und jede Lehrkraft zu einer souveränen Gestalterin der globalen Bildungszukunft zu machen.

 

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