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Beigeordnete Staatssekretärin für Bildung im Gespräch mit QNA: Auf dem Weg zu einem innovativeren und zukunftsorientierten Bildungssystem

Katar

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Doha, den 23. August /QNA/ Wenn in Katar das neue Schuljahr beginnt, geht es nicht allein um Stundenpläne, Lehrbücher und neu hergerichtete Klassenräume. Hinter den Vorbereitungen steht ein umfassenderes Ziel: Das Bildungssystem des Landes soll leistungsfähiger, gerechter und zukunftsfester werden.

Maha Zayed Al Qaqaa Al Ruwaili, Beigeordnete Staatssekretärin für Bildung im Ministerium für Bildung und Hochschulwesen, beschreibt diesen Wandel als einen umfassenden Entwicklungsprozess. Im Mittelpunkt stehe der einzelne Schüler. Zugleich gehe es um die Frage, wie Schulen mit dem technologischen Wandel, neuen gesellschaftlichen Anforderungen und einer zunehmend vielfältigen Schülerschaft umgehen könnten.

Im Gespräch mit der Katarischen Nachrichtenagentur (QNA) anlässlich des bevorstehenden Schuljahresbeginns zeichnete Al Ruwaili das Bild eines Bildungssystems, das in mehreren Bereichen gleichzeitig weiterentwickelt werden soll: im Unterricht, in der frühkindlichen Förderung, bei der Qualifizierung der Lehrkräfte, in der digitalen Bildung und bei der Inklusion.

Den strategischen Rahmen dafür bildet die Nationale Vision Katars 2030. Bildung gilt darin nicht lediglich als staatliche Dienstleistung, sondern als wesentliche Voraussetzung für den langfristigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel des Landes.

Deutlicher Anstieg der schulischen Leistungen

Mit Blick auf die Bildungsqualität und die schulischen Leistungen teilte die Beigeordnete Staatssekretärin für Bildung mit, dass die allgemeinen Leistungswerte der Schülerinnen und Schüler im Jahr 2026 je nach Unterrichtsfach zwischen 80 und 96 Prozent gelegen hätten. Zugleich sei die Zahl der staatlichen Schulen, die in allen Fächern Ergebnisse von jeweils mehr als 70 Prozent erzielt hätten, deutlich gestiegen.

Um dem Grundsatz eines inklusiven Bildungssystems stärker Rechnung zu tragen, sei zudem ein Bündel von Projekten zur Förderung nicht arabischsprachiger Schülerinnen und Schüler an Grundschulen umgesetzt worden. Die Maßnahmen seien an zwölf Schulen durchgeführt worden und insgesamt 476 Kindern zugutegekommen.

Lehrkräfte als Träger des Wandels

Al Ruwaili sagte: „Im Schuljahr 2025/2026 wurden insgesamt 412 Fortbildungsveranstaltungen für Lehrerinnen und Lehrer durchgeführt. Hinzu kamen 112 Unterrichtshospitationen, die dem kollegialen Erfahrungsaustausch dienten.“

Sie ergänzte, das Ministerium setze eine integrierte Datenbank ein, um den Fortbildungsbedarf systematisch zu analysieren. Einheitliche Leitfäden für Lehrkräfte, für akademische Angelegenheiten zuständige stellvertretende Schulleitungen und Fachkoordinatoren sollten darüber hinaus dazu beitragen, professionelle Standards und Arbeitsweisen landesweit zu vereinheitlichen.

Bildung beginnt vor der Schule

Katar habe die Zugangsmöglichkeiten zu staatlichen Kindergärten für Kinder ab drei Jahren erweitert und diese stärker in das reguläre Bildungssystem integriert, erklärte Al Ruwaili.

An zwölf staatlichen Schulen sei die erste Kindergartenstufe „Kindergarten 1“ eingerichtet worden. Im Schuljahr 2025/2026 hätten zudem drei neue Kindergärten ihren Betrieb aufgenommen.

Das Bildungsministerium habe außerdem ein Verfahren zur Erfassung der Schulreife eingeführt. Damit solle festgestellt werden, inwieweit die Kinder aus entwicklungsbezogener Sicht auf ihren weiteren Bildungsweg vorbereitet seien.

Al Ruwaili verwies ferner auf ein Projekt zur Stärkung der frühkindlichen Bildung, das aus dem strategischen Programm „Sunrise“ hervorgegangen sei.

Im Rahmen dieses Projekts habe eine groß angelegte Informationsveranstaltung unter dem Titel „Hier beginnt die Geschichte“ stattgefunden. Ziel sei es gewesen, Eltern und Öffentlichkeit stärker für die Bedeutung der frühkindlichen Bildung zu sensibilisieren.

Digitale Schule wird zum Alltag

Zur digitalen Transformation erklärte Al Ruwaili: „Das Ministerium hat offizielle Bildungsplattformen aktiviert, die von mehr als 129.000 Schülerinnen und Schülern, 15.000 Lehrkräften und 92.000 Erziehungsberechtigten genutzt wurden. Darüber hinaus wurden 110 Clubs für digitale Innovation gegründet. Spezialisierte Programme zur Cybersicherheit erreichten 140 Schulen unterschiedlicher Bildungsstufen.“

Das Pilotprojekt „Klasse für digitale Bürgerschaft“ sei zunächst an zehn Grundschulen eingeführt worden. Auf den offiziellen Lernplattformen habe das Ministerium zudem 7.700 beispielhafte Unterrichtseinheiten bereitgestellt. Ergänzend seien Aufgabenpools mit insgesamt 1.575 Fragen entwickelt worden.

„Für den digitalen Unterricht hat das Ministerium acht neue Richtlinien erlassen“, fügte sie hinzu. Diese beträfen unter anderem den Einsatz künstlicher Intelligenz, die digitale Sicherheit und die Chancengleichheit beim Zugang zu digitalen Bildungsangeboten.

Inklusion als strukturelle Aufgabe

Im Bereich der Sonderpädagogik habe das Ministerium die inklusiven Bildungsangebote weiter ausgebaut, betonte Al Ruwaili. Diese umfassten mittlerweile 81 staatliche Schulen sowie 18 Schulen in den Außenbezirken.

Für die Schülerinnen und Schüler des Bildungskomplexes für Hörgeschädigte sei zudem eine schrittweise Integration in das staatliche Schulwesen vorgesehen. Den Auftakt sollen im Schuljahr 2026/2027 die fünfte und sechste Klassenstufe an den Schulen Umm Al Qura und Zekreet bilden.

Al Ruwaili kündigte außerdem die Eröffnung neuer spezialisierter Schulen an, darunter die Al-Hidaya-Schule für Jungen mit Behinderungen in Mebaireek. Die Eröffnung einer weiteren Al-Hidaya-Schule in Abu Sidra sei ebenfalls vorgesehen.

Im September 2025 sei zudem in Zusammenarbeit mit der Hamad Medical Corporation der Kindergarten Al Jiwan für Frühförderung eröffnet worden. Darüber hinaus sei die Warif Academy für Schülerinnen und Schüler mit schweren funktionalen Einschränkungen ins Leben gerufen worden.

Für die Zukunft strebe das Ministerium die Einrichtung eines zentralen Dienstleistungszentrums unter Beteiligung von drei Ministerien an, so sie weiter. Dieses solle die Verfahren zur Begutachtung und Diagnostik vereinfachen, fachliche Unterstützung anbieten und dadurch die Belastung der Eltern verringern.

Ein Lehrplan für eine veränderte Welt

Die Beigeordnete Staatssekretärin für Bildung ging ferner auf die Weiterentwicklung des nationalen Rahmenlehrplans Katars ein. Programme zur Finanzbildung und Genomforschung sowie Angebote in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, den sogenannten MINT-Fächern, würden demnach stärker in die Lehrpläne integriert.

Al Ruwaili machte deutlich, dass die Modernisierung der Lehrpläne zugleich eine Überarbeitung der Lehr- und Lernmaterialien erfordere. Deshalb sei die Entwicklung zeitgemäßer Bildungsressourcen gefördert worden, die mit dem aktualisierten Rahmenlehrplan übereinstimmten. Darüber hinaus würden digitale Technologien gezielt eingesetzt, um den Unterricht inhaltlich und methodisch zu bereichern.

Sie hob zudem die Bedeutung von Initiativen zur Leseförderung wie der „Leseolympiade“ und dem Projekt der „Mobilen Bibliothek“ hervor. Von Letzterem hätten 25.549 Schülerinnen und Schüler profitiert.

„Wir legen großen Wert darauf, katarische Werte sowie Kunst und Kultur stärker im Bildungssystem zu verankern. Damit wollen wir auch die Lesekompetenz und das selbstständige Lernen fördern“, erläuterte Al Ruwaili.

Forschung beginnt im Klassenzimmer

Im Bereich der Innovationsförderung und der akademischen Beratung verwies Al Ruwaili auf die Bilanz der 17. Nationalen Ausstellung für wissenschaftliche Forschung. An der Veranstaltung hätten insgesamt 2.383 Schülerinnen und Schüler teilgenommen und 1.222 wissenschaftliche Forschungsarbeiten präsentiert.

Wie Al Ruwaili mitteilte, seien die Leistungen katarischer Schülerinnen und Schüler auch international durch Auszeichnungen gewürdigt worden. Sie seien sowohl bei der International Science and Engineering Fair (ISEF) in den USA als auch bei der International Invention, Innovation and Technology Exhibition (ITEX) in Malaysia ausgezeichnet worden.

Al Ruwaili stellte heraus, dass die erstmalige Ausrichtung der künftig jährlich stattfindenden Hochschulmesse einen bedeutenden Meilenstein im Bereich der akademischen Orientierung dargestellt habe. Insgesamt seien 53 Universitäten vertreten gewesen, und rund 3.000 Schülerinnen und Schüler hätten die Messe besucht.

Die Entwicklung zeige, dass die ergriffenen Maßnahmen die Attraktivität des naturwissenschaftlichen Bildungszweigs erhöht hätten. Im Schuljahr 2025/2026 hätten sich 57,41 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die neu in die elfte Jahrgangsstufe aufgenommen worden seien, für diesen Bildungsweg entschieden. Gegenüber dem Schuljahr 2020/2021 entspreche dies einer Steigerung um 17,4 Prozentpunkte, bestätigte Al Ruwaili.

Des Weiteren sei es gelungen, den Anteil katarischer Staatsangehöriger unter den neu für den Lehrerberuf gewonnenen Personen auf 67 Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus seien 2.100 Studierende mit Auslandsstipendien gefördert worden.

Fremdsprachen und Technologie als Fenster zur Welt

Al Ruwaili unterstrich, dass der Unterricht in Französisch, Deutsch und Japanisch schrittweise ausgeweitet worden sei. Begleitend dazu seien zwischen 2023 und 2026 Sprach-, Kultur- und Wissenschaftscamps in Frankreich, Deutschland, Japan, China und dem Vereinigten Königreich durchgeführt worden.

Im Bereich der technischen Bildung verwies sie auf die im Schuljahr 2025/2026 erfolgte Eröffnung der Qatar Technical Secondary School for Girls in Al Shamal. Zugleich kündigte sie für das Schuljahr 2026/2027 die Eröffnung zweier neuer STEM-Schulen an: einer Schule für Jungen in Al Sakhama und einer Schule für Mädchen in Rawdat Al Hamama.

Familien sollen finanziell entlastet werden

Zur finanziellen Entlastung der Familien legte Al Ruwaili dar, dass das Ministerium die entsprechenden Belastungen möglichst gering halten wolle.

Zu diesem Zweck seien verbindliche Rundschreiben zu den Kosten schulischer Aktivitäten erlassen worden. Diese untersagten finanzielle oder materielle Forderungen an Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Beschäftigte im Zusammenhang mit schulischen Veranstaltungen.

Abschließend betonte Al Ruwaili, die Weiterentwicklung des Bildungswesens sei ein fortwährender und nachhaltiger Prozess, der einer langfristigen Planung und einer evidenzbasierten Steuerung bedürfe. Ziel sei es, künftige Generationen auf den globalen Wettbewerb vorzubereiten und sie dazu zu befähigen, die Entwicklung des Landes aktiv mitzugestalten.

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