UN-Alarm: Nur 3% von Gazas Agrarland noch nutzbar
Rom, den 18. August / QNA / Wegen des Vernichtungskriegs Israels gegen Gaza sind die meisten landwirtschaftlichen Flächen im Gazastreifen zerstört; nur noch drei Prozent sind intakt, bebaubar und für die Bauern nutzbar, warnten die Vereinten Nationen heute.
In einer neuen Bewertung zeichnen die FAO und das UN-Satellitenzentrum UNOSAT ein alarmierendes Bild. Sie betonten die Ernsthaftigkeit der Lage, die sie vor allem auf die Ausweitung der militärischen Sperrzonen durch die israelische Besatzungsmacht zurückführten.
In ihrer gemeinsamen Bewertung verwiesen sie insbesondere auf die Verlagerung der sogenannten Gelben Linie nach Westen. Diese trenne die von der Hamas kontrollierten Gebiete von jenen, die unter israelischer Militärkontrolle stünden.
“Neben dem eingeschränkten Zugang zu ihren Flächen sind Landwirte und Viehhalter mit einem gravierenden Mangel an Düngemitteln, Saatgut, Treibstoff und Futtermitteln konfrontiert, berichtete die FAO. Verschärft werde die Versorgungskrise durch die Beschränkungen an den Grenzübergängen.
Der neuen geografischen Analyse zufolge, die auf Ende Juni erhobenen Daten beruht, sank die Fläche der nutzbaren und nicht erheblich beschädigten Agrargebiete von 601 Hektar im Oktober 2025 auf 448 Hektar Ende Juni 2026. Dies entspricht einem Rückgang um 25,5 Prozent innerhalb von acht Monaten.
Zwar seien 27 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche grundsätzlich erreichbar, doch sei der überwiegende Teil davon schwer beschädigt und könne erst nach umfassenden Instandsetzungsarbeiten wieder genutzt werden.
Auch die Gewächshäuser seien von den Kriegsschäden stark betroffen. Nur noch 16,6 Prozent von ihnen könnten genutzt werden. Besonders dramatisch sei die Lage in Rafah im Süden des Gazastreifens, wo mehr als 97 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen für die Bauern unerreichbar seien.
Rein Paulsen, Leiter des FAO-Notfallbüros, warnte vor einer weiteren Verschlechterung. Ohne unverzügliche Maßnahmen, die den Landwirten einen sicheren Zugang zu ihren Flächen und die notwendige Unterstützung gewährleisteten, würden die Aussichten auf eine Wiederherstellung der lokalen Nahrungsmittelproduktion weiter schwinden.
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