Grenadas Premierminister: Beziehungen zu Katar „sehr gut“ und auf Wachstumskurs
Doha, 18. August / QNA / S.E. Grenadas Premierminister Dickon Mitchell hat die Beziehungen zwischen seinem Land und Katar als „sehr gut“ bezeichnet und ihre kontinuierliche Weiterentwicklung hervorgehoben.
Sein offizieller Besuch in Katar habe die Gelegenheit geboten, bestehende Kooperationsfelder zu vertiefen und zugleich neue Perspektiven für die bilateralen Beziehungen auszuloten, sagte Mitchell in einem Interview mit der Katarischen Nachrichtenagentur (QNA).
Der Regierungschef verwies dabei auf sein Treffen mit S.E. dem Ministerpräsidenten und Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani. Beide Seiten hätten Möglichkeiten zum Ausbau der gegenseitigen Partnerschaft erörtert.
Besondere Aufmerksamkeit habe der Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen und Tourismus gegolten, so Mitchell. Darüber hinaus seien weitere Fragen von beiderseitigem Interesse zur Sprache gekommen.
Zugleich sprach sich Mitchell für eine stärkere Annäherung zwischen Katar und der Karibik insgesamt aus. Grenada strebe insbesondere in den Bereichen Bildung, Sport und wirtschaftliche Entwicklung eine Vertiefung der Beziehungen an. Dabei dürfe sich die Zusammenarbeit nicht allein auf die staatliche Ebene beschränken. Ebenso wichtig sei eine stärkere Einbindung der Privatwirtschaft beider Länder.
Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche sei die Luftfahrt gewesen. Laut Mitchell sei darüber beraten worden, wie der Erfolg von Qatar Airways genutzt werden könne, um den Reiseverkehr zwischen Katar und Grenada sowie mit der übrigen Karibik und Lateinamerika auszubauen. Außerdem seien Verhandlungen über ein Doppelbesteuerungsabkommen und ein Abkommen zur Förderung von Handel und Investitionen erörtert worden.
Der Premierminister unterstrich, dass Investitionen und wirtschaftliche Aktivitäten privater Unternehmen verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen erforderten. Dazu gehörten insbesondere Regelungen zum Schutz von Investitionen. Ebenso wichtig sei die Entwicklung des Humankapitals.
Im Bildungsbereich sehe Grenada vielversprechende Kooperationsmöglichkeiten, nicht zuletzt aufgrund der international renommierten Universität des Landes mit ihren medizinischen und veterinärmedizinischen Studiengängen. Mitchell äußerte die Hoffnung auf eine engere Zusammenarbeit zwischen dieser Hochschule und dem katarischen Bildungsministerium.
Große Bedeutung messe Grenada zudem dem Gesundheitssektor bei. Das Land suche sowohl staatliche als auch private Partner für dessen Weiterentwicklung. Mitchell verwies auf Pläne zum Bau eines großen neuen Krankenhauses, das die bestehende medizinische und veterinärmedizinische Ausbildungslandschaft ergänzen solle. Auch in diesem Bereich seien Partnerschaften mit Katar ausdrücklich erwünscht.
Mit Blick auf die internationale Zusammenarbeit betonte der Regierungschef die Notwendigkeit einer engen Abstimmung in Zeiten tiefgreifender geopolitischer Veränderungen. Beide Länder stünden vor vergleichbaren Herausforderungen. Dazu zählten vor allem die Folgen des Klimawandels sowie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der globalen Energiewende und der schrittweisen Abkehr von fossilen Energieträgern.
Im Interview würdigte Mitchell zudem die Rolle Katars als wichtigen diplomatischen Akteur auf der internationalen Bühne. Doha engagiere sich zunehmend bei der Vermittlung in internationalen Konflikten und sei auch in der Karibik sowie in Nord- und Südamerika präsent. Grenada wolle diese Bemühungen weiterhin unterstützen, sagte er.
Optimistisch äußerte sich der Premierminister auch zur künftigen Entwicklung der bilateralen Beziehungen. Ein weiterer Schritt sei die bevorstehende Akkreditierung des katarischen Botschafters in Grenada, die nach seinen Angaben im September erfolgen solle.
Zum Schluss resümierte Mitchell, dass Grenada an einem weiteren Ausbau der Partnerschaft mit Katar interessiert sei. Die Zusammenarbeit solle beiden Staaten und ihren Bevölkerungen zugutekommen und auf gemeinsamen Werten wie der Achtung der Menschenrechte, kulturellem Respekt, verantwortungsvollem Wirtschaftswachstum sowie der friedlichen Konfliktbeilegung durch Dialog und Verhandlungen beruhen.
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