Außenamtssprecher: Katar bleibt gegenüber Angriffen auf seine Sicherheit und Souveränität standhaft
Doha, den 03. März /QNA/ Seine Exzellenz der Berater des Ministerpräsidenten und Sprecher des katarischen Außenministeriums, Dr. Majed bin Mohammed Al Ansari, hat bekräftigt, dass der Staat Katar gegen jede Form von Aggression standhaft bleibe.
Die Angriffe bedeuteten eine eindeutige Überschreitung „roter Linien“ und stellten eine direkte Attacke auf Staatsgebiet sowie zivile und lebenswichtige Infrastruktur dar. Sie würden nicht ohne Konsequenzen bleiben, so Al Ansari.
Herr Al Ansari wies Aussagen des iranischen Außenministers, wonach Doha im Vorfeld über die Angriffe informiert worden sei, entschieden zurück. Diese Behauptungen seien „vollkommen haltlos“. Es habe keinerlei vorherige Benachrichtigung gegeben; Katar sei von den nicht gerechtfertigten Angriffen überrascht worden.
Weiter führte er aus, das vor dem Angriff im vergangenen Jahr geführte Gespräch habe keine explizite Vorwarnung an Katar beinhaltet. Es sei lediglich allgemein von einer Reaktion gegen Golfstaaten die Rede gewesen, ohne zeitliche, geografische oder operative Konkretisierung.
Dem iranischen Außenminister sowie dem in Doha einbestellten iranischen Botschafter sei deutlich vermittelt worden, dass derartige Verletzungen der Souveränität nicht folgenlos bleiben und entsprechend beantwortet würden.
Nach Angaben des Außenamtssprechers richteten sich die Angriffe nicht nur gegen militärische Ziele oder US-Einrichtungen. Betroffen gewesen seien auch katarisches Staatsgebiet und wichtige Industrie- und Infrastrukturstandorte, darunter Mesaieed und Ras Laffan. Ein solches Vorgehen sei „nicht akzeptabel“ und durch nichts zu rechtfertigen – unabhängig davon, wer eigentlich im Visier gestanden habe.
Bezüglich der versuchten Angriffe auf den internationalen Hamad-Flughafen betonte Al Ansari, dass sämtliche Raketen und unbemannten Flugkörper vor Erreichen des Flughafengeländes neutralisiert worden seien.
Die Sicherheit der Anlage sei jederzeit gewährleistet gewesen; sämtliche Zielversuche seien abgewehrt worden.
Seine Exzellenz führte weiter aus, dass Katar nach dem iranischen Angriff auf die Luftwaffenbasis Al Udeid im vergangenen Jahr bewusst eine Deeskalation angestrebt und die Unterstützung einer Waffenruhe priorisiert habe. Dabei habe das Land die Sicherheit der Region in den Vordergrund gestellt, obwohl es das volle Recht auf eine Gegenreaktion besessen habe.
Zugleich unterstrich er, Katar behalte sich das Recht auf eine angemessene Reaktion ausdrücklich vor. Alle Optionen lägen auf dem Tisch, und derartige Angriffe würden nicht unbeantwortet bleiben.
Bei der Darstellung der jüngsten Entwicklungen erklärte der Sprecher des Außenministeriums, dass seit Beginn der iranischen Angriffe am vergangenen Samstag drei Marschflugkörper auf katarisches Staatsgebiet abgefeuert worden seien, die sämtlich abgefangen wurden.
Zudem seien 101 ballistische Raketen registriert worden, von denen 98 neutralisiert worden seien, ebenso wie 24 von insgesamt 39 eingesetzten Drohnen. Darüber hinaus seien zwei Kampfflugzeuge, die in den katarischen Luftraum eingedrungen waren, nach entsprechenden Warnungen gemäß den geltenden Einsatzregeln abgewehrt worden. Die Suche nach den Besatzungen dauere an, nachdem die Bedrohung vollständig neutralisiert worden sei.
Der jüngste Angriff stelle eine gefährliche Eskalation und qualitative Verschärfung dar. Gleichwohl hätten die katarischen Streitkräfte sämtliche Bedrohungen mit hoher Professionalität abgewehrt, ohne dass es zu tatsächlichen Schäden gekommen sei. Katar sei „keine leichte Beute für irgendjemanden, der eine Aggression in Erwägung zieht“, so Dr. Al Ansari.
Medienberichte über eine angebliche Erschöpfung der Luftverteidigungssysteme seien unzutreffend. Die Verteidigungsreserven seien keineswegs aufgebraucht; die Einsatzbereitschaft bleibe vollumfänglich gewährleistet.
Dr. Majed Al Ansari verneinte gegenwärtige direkte Kommunikationskanäle mit dem Iran. Der Fokus liege derzeit ausschließlich auf der Wahrung der staatlichen Souveränität und der inneren Sicherheit.
Er bestätigte zudem die Notwendigkeit eines geeinten Vorgehens der Golf- und arabischen Staaten. Die Angriffe, fügte er hinzu, zielten unmittelbar auf nationale Interessen sowie auf Bürger und Einwohner Katars ab und seien als solche zu behandeln.
Im Hinblick auf gestrandete Reisende erklärte der Sprecher des Außenministeriums, dass mehr als 8 000 Transitpassagiere betreut worden seien. Katar habe ihnen bis zur Beendigung der Krise Hotelunterkünfte zur Verfügung gestellt. Zudem seien Visa, Aufenthaltsgenehmigungen und offizielle Dokumente zunächst um einen Monat oder bis zum Ende der Krise verlängert worden.
Auch Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen seien bis zur Stabilisierung der Lage abgesichert worden. Der Sprecher betonte, das öffentliche Leben in Doha und im gesamten Land verlaufe normal. Transparente Regierungsinformationen sowie bewährte Notfallpläne hätten sich sowohl auf militärischer als auch auf ziviler Ebene als wirksam erwiesen.
Im Hinblick auf die staatlichen Schlüsselanlagen stellte der katarische Amtsträger klar, dass der in Mesaieed beschädigte Tank Teil einer Industrieanlage sei und in keinerlei Zusammenhang mit der Trinkwasserversorgung stehe. Die strategischen Reserven an Wasser und Strom seien gesichert und ausreichend dimensioniert; eine Gefährdung bestehe in diesem Bereich nicht.
Der gegenwärtige Schwerpunkt Katars, ergänzte er, liege auf der Verteidigung seines Staatsgebiets gegen die jüngsten Angriffe. Doha befinde sich hierzu in fortlaufender Abstimmung mit Partnern und befreundeten Staaten in der Region sowie darüber hinaus.
Katar verstehe sich weiterhin als Verfechter von Dialog und Deeskalation, so der Sprecher. Doch zugleich machte er deutlich: Die Verteidigung von Souveränität und Sicherheit habe Vorrang.
Die Angriffe hätten rote Linien überschritten und würden Konsequenzen nach sich ziehen. Die Führung prüfe verschiedene Reaktionsmöglichkeiten – während sie öffentlich weiterhin zu einem sofortigen Ende der Eskalation aufruft.
Auf diplomatischer Ebene verzeichnete das Land in den vergangenen Tagen eine außergewöhnlich intensive internationale Resonanz: Mehr als 88 Solidaritätsbekundungen gingen ein. Seine Hoheit der Emir führte 34 Gespräche, Seine Exzellenz der Ministerpräsident und Außenminister 27, während weitere hochrangige Staatsminister über 18 Kontakte mit internationalen Amtskollegen verzeichneten.
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