Außenamtssprecher: Katar nicht in Vermittlung zwischen USA und Iran involviert
Doha, den 24. März /QNA/ Seine Exzellenz Dr. Majed bin Mohammed Al Ansari, Berater des Ministerpräsidenten und offizieller Sprecher des Außenministeriums, hat bekräftigt, dass der Staat Katar derzeit nicht in direkte Vermittlungsbemühungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran eingebunden ist. Zugleich unterstrich er die volle Unterstützung Katars für sämtliche diplomatischen Initiativen, die auf eine Deeskalation und ein Ende des Krieges abzielen.
Im Rahmen der wöchentlichen Presseunterrichtung des Außenministeriums erklärte Dr. Al Ansari: „Derzeit gibt es keinerlei direkte katarische Bemühungen im Zusammenhang mit einer Vermittlung zwischen den beiden Parteien.“ Er betonte, dass sich der Fokus Katars in der aktuellen Phase auf den Schutz des eigenen Staatsgebiets sowie auf die Bewältigung der durch die Angriffe verursachten Schäden richte.
Weiter führte er aus: „Die Haltung des Staates Katar ist seit Beginn des Krieges eindeutig: Dieser Konflikt muss auf diplomatischem Wege beendet werden. Dies entspricht unserer grundsätzlichen Position gegenüber allen Konflikten weltweit.“
Der Außenamtssprecher hob hervor, dass alle Konflikte letztlich am Verhandlungstisch gelöst werden. Je schneller dieser erreicht werde, desto geringer seien die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden. „Es gibt keinerlei Rechtfertigung für eine Verzögerung diplomatischer Lösungen.“
Außerdem erneuerte er die Unterstützung Katars für alle diplomatischen Bemühungen – sei es über direkte Kontakte, offizielle oder inoffizielle Kanäle – die zu einer politischen Lösung dieses Krieges führen können.
Zugleich verwies der Sprecher auf den fortlaufenden Austausch mit regionalen und internationalen Partnern im Rahmen multilateraler Treffen sowie über internationale Organisationen, mit dem Ziel, den Krieg zu beenden und die Angriffe auf Katar und andere Staaten der Region zu stoppen.
Seine Exzellenz betonte zudem, dass Katar angesichts der anhaltenden militärischen Operationen in erhöhter Wachsamkeit und in einem Zustand ständiger Lagebeobachtung verbleibe, insbesondere im Hinblick auf deren sicherheitspolitische, wirtschaftliche und politische Auswirkungen.
Mit Blick auf die Verbreitung von Falschinformationen warnte er, dass bestimmte Akteure gezielt irreführende Nachrichten und unzutreffende Informationen verbreiteten. Dies sei entweder als Versuch zu verstehen, Spaltung zu schüren und vermeintliche Differenzen zu konstruieren, oder als gezielte Maßnahme, jede mögliche Chance auf Deeskalation zu untergraben.
Zur Koordinierung mit den Vereinigten Staaten erklärte Al Ansari: „Wir sind Partner der Vereinigten Staaten und stehen in engem Austausch, um ein umfassendes Lagebild zu gewährleisten – insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Angriffe auf Katar gravierende Auswirkungen auf die nationale Wirtschaft hatten.“
In Bezug auf die Angriffe auf das Staatsgebiet fuhr er fort, dass Katar mehr als 200 Raketenangriffen sowie einer Vielzahl von Drohnenangriffen ausgesetzt gewesen sei, wobei über 90 Prozent erfolgreich abgewehrt werden konnten.
Besonders schwerwiegend sei der Angriff auf die Gasanlagen in Ras Laffan gewesen, der zu einem Rückgang der Produktion um 17 Prozent geführt habe, sagte er und ergänzte, die wirtschaftlichen Verluste könnten sich auf rund 100 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren belaufen, während auch die Wiederherstellungsmaßnahmen voraussichtlich einen ähnlich langen Zeitraum in Anspruch nehmen werden.
Darüber hinaus bestätigte Herr Al Ansari, dass die Schäden im Energiesektor nicht nur Katar betreffen, sondern globale Auswirkungen haben. Er erneuerte die klare Verurteilung jeglicher Angriffe auf Energieanlagen und kritische Infrastruktur und betonte nachdrücklich: „Es gibt keinerlei Rechtfertigung – unter welchem Vorwand auch immer – für derartige Angriffe.“
Der Staat Katar stehe im Zuge der jüngsten Eskalation und der gegenseitigen Drohungen in engem Austausch mit den USA, um die Auswirkungen der Angriffe darzulegen und die Koordinierung zum Schutz seines Staatsgebiets zu gewährleisten, so er weiter.
Zugleich bekräftigte er, dass Katar „sein Recht auf Antwort sowie auf die Ergreifung angemessener Maßnahmen gegenüber jeglichen Angriffen vorbehält“.
Im Hinblick auf die Beziehungen zur Islamischen Republik Iran sagte Al Ansari: „Iran ist seit jeher Teil dieser Region und wird es auch bleiben – ebenso wie die übrigen Nachbarstaaten. Weder dieser Krieg noch andere politische Entwicklungen werden das Verschwinden dieser Völker bewirken. Wir werden weiterhin Nachbarn bleiben, weshalb Wege des Zusammenlebens gefunden werden müssen.“
Er fügte hinzu: „Unser Land wurde angegriffen, und wir haben die Auswirkungen sowohl auf unsere Wirtschaft als auch auf das tägliche Leben der Menschen erlebt. Wir unterschätzen solche Entwicklungen keineswegs. Doch letztlich müssen wir mit einem Volk zusammenleben, dessen Zahl 90 Millionen übersteigt.“
Al Ansari stellte klar, die Kommunikation mit dem Iran sei zwangsläufig an dessen Verhalten und Handlungen gebunden, insbesondere im Kontext der Angriffe auf Staaten der Region. Der Iran stehe in der Verantwortung, Wege zu finden, das durch diese Angriffe auf die Souveränität verlorene Vertrauen wiederherzustellen.
Betreffend die regionale Dimension betonte er, eine der zentralen Folgen dieses Krieges sei das sichtbare Zerbrechen des bisherigen Konzepts der regionalen Sicherheitsordnung in der Golfregion. Diese habe auf bestimmten Grundannahmen beruht, die sich im Verlauf der aktuellen Entwicklungen als überholt erwiesen hätten.
Des Weiteren erläuterte Al Ansari, dass die Golfstaaten, die koordiniert und abgestimmt für ihre Sicherheit arbeiten, eine grundlegende Neubewertung des gemeinsamen regionalen Sicherheitssystems nach diesem Krieg vornehmen müssen, und verwies zugleich auf die Wirksamkeit der bestehenden Verteidigungspartnerschaften im Golf, die sich in der aktuellen Krise bewährt hätten.
Nachdrücklich unterstrich Al Ansari, dass jede Beendigung dieses Krieges oder jede daraus hervorgehende Vereinbarung die nationalen Interessen der betroffenen Staaten berücksichtigen muss. Diese Staaten müssten eine aktive Rolle bei der Neugestaltung der regionalen Sicherheitsarchitektur im Einklang mit ihren strategischen Interessen einnehmen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Bedrohung nicht nur die Menschen betreffe, sondern auch das Gebiet und die Wirtschaft der Region. Nationale Lösungen allein seien daher nicht ausreichend – gefragt sei eine intensivere regionale Zusammenarbeit.
Der Sprecher erklärte ferner, dass die Zusammenarbeit Katars mit den Staaten der Region auf drei Kernpunkten basiere: die Angriffe zu beenden, eine diplomatische Lösung voranzubringen und sich auf mögliche Eskalationen gemeinsam vorzubereiten.
Bezüglich der militärischen Lage sagte er, es gebe derzeit keine Anzeichen für die Unvermeidlichkeit einer Bodenoffensive gegen den Iran, warnte jedoch zugleich, dass eine anhaltende Eskalation keine positiven Ergebnisse zeitigen werde.
Zur innenpolitischen Lage führte er aus, dass in den vergangenen Tagen keine Angriffe registriert worden seien, die eine Auslösung von Warnmeldungen erforderlich gemacht hätten, wobei gleichzeitig ein Zustand erhöhter Wachsamkeit aufrechterhalten werde. Die Entscheidung zur Wiederaufnahme der Arbeit und des Unterrichts sei auf Grundlage sicherheits- und strategischer Bewertungen getroffen worden, verbunden mit der klaren Aufforderung, den Anweisungen der zuständigen Behörden strikt Folge zu leisten.
Weiterhin sagte Al Ansari, dass Katar diplomatische Schritte eingeleitet habe, um die Ausweisung des Militärattachés sowie des Sicherheitsattachés der iranischen Botschaft zu erwirken, als Reaktion auf die gegen das Land gerichteten Angriffe.
Er bekräftigte erneut, dass Katar alle diplomatischen Initiativen unterstützt, die zu einem Ende dieser Krise führen können, auch wenn das Land derzeit nicht direkt in Vermittlungsbemühungen eingebunden ist. „Katar ist für seine vielfältigen Rollen in der Vermittlung und Konfliktlösung bekannt – dies ist kein neues Engagement.“
Er hob zum Schluss hervor, dass Katars diplomatisches Engagement auch künftig in zahlreichen Bereichen konsequent fortgesetzt werde, und fügte hinzu: „Kein Umstand – weder aktuell noch künftig – wird das Wesen unserer Außenpolitik verändern, die auf Frieden und Ausgleich ausgerichtet ist.“
Dr. Al Ansari eröffnete die Presseunterrichtung mit den Worten: „Wir gedenken heute der Märtyrer der Nation aus den Reihen unserer Streitkräfte, ihrer Brüder in den gemeinsamen katarisch-türkischen Einheiten sowie der zivilen Mitarbeiter, die beim Absturz eines Hubschraubers während der Erfüllung ihrer nationalen Pflicht ums Leben gekommen sind und dabei höchste Opferbereitschaft und Hingabe für das Vaterland gezeigt haben.“
Er fügte hinzu, dies sei zugleich Anlass zu bekräftigen, dass Tausende Angehörige der katarischen Streitkräfte und Sicherheitsdienste – gemeinsam mit ihren türkischen Brüdern sowie weiteren Beteiligten am Schutz des Landes – täglich unter Einsatz ihres Lebens im Einsatz stünden, um die Sicherheit aller Menschen im Staat Katar zu gewährleisten.
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