UNESCO-Chef: Wer Schulen angreift, bedroht den Frieden
Paris, den 09. Oktober /QNA/ Der katarische Vorsitzende des UNESCO-Exekutivrats sieht in Schulen, Kultur und freier Rede die Fundamente des Friedens – und in der Reform der Organisation eine Aufgabe, die Mut und Ausdauer verlangt.
Dass der Schutz der Bildung und der Kultur wie auch die Förderung des Dialogs zu den Grundpfeilern gehören, auf denen der Frieden gebaut und das Verständnis zwischen den Völkern gefestigt wird, hat S.E. Dr. Nasser bin Hamad Al Hinzab bekräftigt, der dem Exekutivrat der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) vorsitzt und den Staat Katar als Ständiger Delegierter bei der Organisation vertritt.
Seine Exzellenz sprach zur Eröffnung der 225. Tagung des UNESCO-Exekutivrats.
Nicht erst nach dem Ende der Konflikte beginne der Frieden, hob er hervor; grundgelegt werde er vielmehr in den Schulen und Bildungseinrichtungen, durch Kultur und Wissen und durch die Achtung des anderen – weshalb Schulen und Universitäten, als sichere Räume des Lernens und der Hoffnung, vor Angriffen geschützt werden müssten.
„Ein Angriff auf Bildungseinrichtungen zerstört nicht allein Gebäude; er bedroht die Zukunft ganzer Generationen“, sagte Dr. Al Hinzab.
Seinem Wesen nach sei der Schutz der Bildung ein Schutz des Friedens, erläuterte er, und wer Kultur und Erbe bewahre, erhalte nicht bloß die Vergangenheit, sondern verteidige die Identität der Völker, ihr Gedächtnis und ihr Recht auf Zukunft; nicht anders verhalte es sich mit dem Schutz der Journalisten und der Meinungsfreiheit, der eine Verteidigung der Wahrheit sei und des Rechts des Menschen auf Wissen.
Die UNESCO durchlaufe, so unterstrich Al Hinzab in diesem Zusammenhang, eine wichtige Phase institutioneller Wandlungen, die eine wirkliche Gelegenheit eröffne, ihre Fähigkeit zu stärken, das eigene Mandat effizient und wirksam wahrzunehmen; es sei geboten, dass diese Wandlungen die Glaubwürdigkeit der Organisation festigten, ihre Transparenz und ihr Vermögen, den Prioritäten der Mitgliedstaaten zu entsprechen.
Dem Vorsitzenden zufolge trägt der Exekutivrat eine besondere Verantwortung dafür, dieses Vertrauen zu wahren und zu mehren und sicherzustellen, dass er seine Rolle der Lenkung, der Aufsicht und der Nachverfolgung wirksam und verantwortungsvoll ausübt. Ziel sei es, eine UNESCO zu schaffen, die wirksamer und transparenter ist und eher imstande, Ergebnisse zu erzielen, während der universelle Charakter ihres Auftrags gewahrt bleibt.
Was die institutionellen Reformen angeht, so betonte er, wie bedeutsam es sei, den finanziellen, strukturellen und operativen Herausforderungen zu begegnen, vor denen die Organisation steht, und das Vertrauen in die Integrität ihrer Verfahren wie ihrer Mechanismen des Entscheidens und Umsetzens zu stärken; aus den Ergebnissen der Aufsichts-, Prüf- und Rechenschaftsberichte sei Nutzen zu ziehen, an der Umsetzung der einschlägigen Empfehlungen zu arbeiten.
Die Organisation habe, wie er anmerkte, 79 Prozent der betreffenden Empfehlungen der Gemeinsamen Inspektionsgruppe umgesetzt oder deren Umsetzung angenommen, während 64 Empfehlungen noch ausstünden, 36 von ihnen seit mehr als zwei Jahren – worin sich zeige, wie wichtig es bleibe, die Reformanstrengungen fortzuführen und die Mechanismen der Nachverfolgung und der Rechenschaft zu stärken.
In der Initiative „UNESCO80“ erblickt S.E. der Vorsitzende des Exekutivrats eine bedeutende Gelegenheit, die Leistung der Organisation fortzuentwickeln; die Reform, mahnte er, dürfe sich nicht auf strukturelle Anpassungen beschränken, sondern habe sich darauf zu richten, jene Fähigkeiten und Erfahrungen, jene Mittel und Arbeitsweisen bereitzustellen, die nötig sind, um die von den Mitgliedstaaten gebilligten Programme effizient und wirksam zu verwirklichen.
Gemessen werde der Erfolg dieser Initiative daran, fügte er hinzu, inwieweit sie die Wirksamkeit der UNESCO zu steigern und den Erwartungen und Prioritäten der Mitgliedstaaten besser zu entsprechen vermöge; die Bemühungen des Generaldirektors der Organisation, den Reformprozess voranzubringen, würdigte er ausdrücklich.
S.E. der Vorsitzende des Exekutivrats der UNESCO schloss mit der Feststellung, die laufenden Reformen seien der Anfang eines Weges, der Mut und Beharrlichkeit, Disziplin und die Verpflichtung aller Beteiligten erfordere, und er betonte, es gelte festzuhalten an den Grundsätzen der Transparenz, der Rechenschaft, der Gerechtigkeit und der Wirksamkeit sowie an der Achtung des verfassungsmäßigen Mandats der Organisation.
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