Eine Handelsachse zwischen Doha und São Paulo
São Paulo, den 25. August /QNA/ Es geht um mehr als den Export von Fleisch, Getreide oder Düngemitteln. Wenn die Handelskammer von Katar und die Arabisch-Brasilianische Handelskammer über die Zukunft ihrer Zusammenarbeit sprechen, steht dahinter die Frage, wie aus Warenströmen dauerhafte wirtschaftliche Strukturen entstehen können.
In São Paulo traf Mohamed Bin Ahmed Al Obaidly, Vorstandsmitglied der Handelskammer von Katar, mit William Adib Dib, dem Chef der Arabisch-Brasilianischen Handelskammer, zusammen.
Al Obaidly steht zugleich zwei Ausschüssen seiner Kammer vor: dem Ausschuss für Ernährungssicherheit und Umwelt sowie jenem für Technologie und Innovation.
„Zwischen Katar und Brasilien bestehen starke Beziehungen und große Chancen für den Ausbau von Handel und Investitionen“, sagte Al Obaidly. Besondere Möglichkeiten gebe es in den Bereichen Ernährungssicherheit, Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und Logistik.
Nach seinen Angaben könnte Katar zu einem regionalen Zentrum für die Lagerung und Verteilung brasilianischer Lebensmittel werden. Von dort aus könnten Märkte im Nahen Osten und in Nordafrika beliefert werden. Katar verfüge über eine strategisch günstige Lage sowie moderne Transport-, Lagerungs- und Logistikinfrastrukturen.
Beim Treffen ging es außerdem um mögliche gemeinsame Investitionen in der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung. Als weitere Kooperationsfelder wurden Fleisch, Geflügel, Futtermittel, Düngemittel, Kühlketten, Agrartechnologie und logistische Dienstleistungen genannt.
Solche Projekte könnten, erklärte Al Obaidly, die Ernährungssicherheit stärken und Lieferketten widerstandsfähiger machen. Die Handelskammer von Katar wolle sich mit den zuständigen Institutionen beider Länder abstimmen, um investitionsbereite brasilianische Unternehmen zu identifizieren.
„Wir wollen Geschäftstreffen zwischen Unternehmen beider Staaten organisieren und konkrete gemeinsame Projekte auf den Weg bringen“, führte er weiter aus. Ziel sei es, die Wirtschaftsbeziehungen vom reinen Warenaustausch zu langfristigen Investitionspartnerschaften weiterzuentwickeln.
Auch eine elektronische Vernetzung der beiden Handelskammern wurde erörtert. Dadurch sollen Unternehmensinformationen leichter ausgetauscht und direkte Geschäftskontakte unterstützt werden.
„Das bilaterale Handelsvolumen hat im vergangenen Jahr 400 Millionen Dollar überschritten“, berichtete Dib. Brasilien exportiere vor allem Agrar- und Lebensmittelprodukte nach Katar. Zu den brasilianischen Einfuhren aus Katar gehörten raffinierte Erdölprodukte, Düngemittel und Aluminium.
Seit 2010 hätten sich die katarischen Investitionen in Brasilien auf mehr als sieben Milliarden Dollar summiert, erklärte Dib. Zudem seien brasilianische Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen in Katar tätig.
Beide Kammern vereinbarten, ihre Abstimmung fortzusetzen, die Kontakte zwischen den Wirtschaftskreisen zu intensivieren und weitere Handels- und Investitionsmöglichkeiten zu prüfen.
Englisch
Français
Deutsch
Español
русский
हिंदी
اردو