QNL präsentiert sich beim IFLA-Weltkongress 2026
Seoul, den 15. August / QNA / Bibliotheken bewahren nicht nur Wissen. Sie bestimmen auch mit, wie Menschen Zugang zu Informationen erhalten, kulturelles Erbe erleben und am gesellschaftlichen Wandel teilhaben können. Beim 90. IFLA-Weltkongress im südkoreanischen Busan rückte die Nationalbibliothek Katars (QNL) deshalb bewusst die Perspektiven der arabischen Region in den Mittelpunkt.
Eine hochrangige Delegation unter Leitung von Tan Huism, QNL-Exekutivdirektorin und zugleich Vorsitzende der IFLA-Sektion für Nationalbibliotheken, vertrat die Institution auf dem internationalen Fachkongress.
Als regionales IFLA-Büro für den Nahen Osten und Nordafrika organisierte die Bibliothek ein arabisches Fachforum, "Arabic Caucus", unter dem Titel „Stimmen aus der arabischen Welt: Gemeinsame Prioritäten und Perspektiven für die künftige Zusammenarbeit“. Dabei ging es vor allem darum, gemeinsame Herausforderungen zu identifizieren und neue Formen der regionalen Kooperation zu entwickeln.
Neben Beiträgen der QNL und des zuständigen Regionalkomitees wurden die Ergebnisse einer Erhebung über die gegenwärtige Situation der Bibliotheken im Nahen Osten und in Nordafrika vorgestellt. In einer offenen Gesprächsrunde erörterten die Teilnehmer anschließend, wie sich der professionelle Austausch über Länder- und Institutionsgrenzen hinweg vertiefen lässt.
Wie stark die Araber inzwischen in den internationalen Verbandsstrukturen vertreten ist, zeigte die Bekanntgabe von 52 Berufungen. Die Fachkräfte übernehmen für die Jahre 2025 bis 2027 unterschiedliche Funktionen in Ausschüssen und weiteren IFLA-Gremien. Ihre geografische und fachliche Vielfalt eröffnet der Region die Möglichkeit, die globale Entwicklung des Bibliotheks- und Informationswesens stärker mitzuprägen.
Besondere Aufmerksamkeit galt zwei jungen Fachkräften. Ruaya Al Kharusi aus Oman und Nour El Ayoubi aus dem Libanon erhielten den QIMAM-Preis 2026 der Nationalbibliothek Katars. Ausgezeichnet wurden ihre Führungsqualitäten, ihre beruflichen Leistungen und ihr beharrlicher Einsatz für moderne Bibliotheks- und Informationsangebote.
Teilnahmeberechtigt sind aufstrebende Fachkräfte zwischen 20 und 30 Jahren, sofern sie mindestens vier Jahre Berufserfahrung besitzen. Entscheidend ist jedoch nicht allein der berufliche Werdegang. Die Bewerber müssen auch einen erkennbaren gesellschaftlichen Beitrag geleistet und
Zur regionalen Bedeutung der Initiative sagte Dr. Eiman Al Shammari, kommissarische Leiterin der Abteilung für Nationale Sammlungen bei der “Qatar National Library” (QNL) und Leiterin des regionalen IFLA-Büros für den Nahen Osten und Nordafrika (MENA), das Ziel bestehe darin, ein lebendiges, grenzüberschreitendes Netzwerk von Fachleuten zu schaffen, die Veränderungen anstoßen könnten. Junge Talente aus dem Bibliothekswesen sollten mit internationalen Standards vertraut gemacht und mit Fachkollegen aus aller Welt zusammengebracht werden. So könnten sie das gewonnene Wissen in ihre Heimatländer tragen und dort zur Weiterentwicklung von Bibliotheks- und Informationsangeboten in der Region beitragen.
Die beiden Preisträgerinnen, Ruaya Al Kharusi, Hauptinformationsspezialistin in der Musikbibliothek der Staatsoper von Oman, und Nour El Ayoubi, Fachspezialistin an der Bibliothek für Medizin und Gesundheitswissenschaften der “American University of Beirut” im Libanon, zeigten sich erfreut über die Auszeichnung. Besonders hoben sie die Gelegenheit hervor, am IFLA-Kongress teilzunehmen, Fachleute aus verschiedenen Ländern kennenzulernen und Einblicke in internationale Erfahrungen und Arbeitsweisen zu gewinnen.
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