Weltbevölkerung wächst weiter – internationale Gemeinschaft steht vor großen Herausforderungen
Doha, den 11. Juli /QNA/ An jedem 11. Juli wird der „Weltbevölkerungstag” begangen, ein internationaler Tag, der 1989 von der UN-Generalversammlung beschlossen und 1990 erstmals in mehr als 90 Ländern weltweit gefeiert wurde.
Seitdem arbeiten die Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) zusammen mit einer Reihe internationaler Organisationen, Regierungen und zivilgesellschaftlicher Einrichtungen daran, diesen Tag jährlich zu begehen, um das Bewusstsein für Bevölkerungs- und Entwicklungsfragen zu schärfen.
Nach Schätzungen der Bevölkerungsabteilung der Abteilung für Wirtschaft und Soziales (DESA) der Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis 2030 voraussichtlich 8,6 Mrd. Menschen erreichen, bis 2050 9,8 Mrd. und bis 2100 sogar 11,2 Mrd.
Der diesjährige Weltbevölkerungstag steht unter dem Motto „Jugendliche befähigen, die Familien zu gründen, die sie sich in einer gerechten und hoffnungsvollen Welt wünschen” und soll die dringenden demografischen Herausforderungen hervorheben, die die menschliche, wirtschaftliche und soziale Entwicklung weltweit beeinflussen, einschließlich des rasanten Bevölkerungswachstums, der ungleiche Verteilung der Bevölkerung, Migration und Flucht, Fragen der reproduktiven Gesundheit, Bildung sowie die Förderung der Rolle der Frau, als auch die mit dem Bevölkerungswachstum verbundenen ökologischen Auswirkungen.
Nach Angaben der Vereinten Nationen sind viele Länder mit unterschiedlichen demografischen Belastungen konfrontiert. Während einige Länder unter hohen Bevölkerungswachstumsraten leiden, die den Entwicklungsprozess beeinträchtigen und die Infrastruktur belasten, stehen andere Länder vor Herausforderungen, die sich aus der Alterung der Bevölkerung und dem Rückgang der Erwerbsbevölkerung ergeben.
Diese demografischen Veränderungen spiegeln sich in grundlegenden Themen wie Ernährungssicherheit, Klimawandel, irreguläre Migration, Armut und Arbeitslosigkeit sowie im erschwerten Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung wider.
In diesem Zusammenhang weisen Daten der Vereinten Nationen darauf hin, dass die Welt sowohl eine stetige Urbanisierung als auch eine Beschleunigung der Migrationsbewegungen erlebt. Im Jahr 2007 überstieg die Zahl der Menschen in städtischen Gebieten erstmals in der Geschichte die Zahl der Menschen in ländlichen Gebieten, und es wird erwartet, dass der Anteil der Stadtbevölkerung bis 2050 auf etwa 66 % der Weltbevölkerung steigen wird.
Die Vereinten Nationen warnen davor, dass diese großen demografischen Trends weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Bereiche haben werden, u.a. die wirtschaftliche Entwicklung, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Einkommensverteilung, die Armutsquoten und die Sozialschutzsysteme sowie die Bemühungen um eine ökologische und gerechte Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen.
In diesem Zusammenhang betont die internationale Organisation, wie wichtig es ist, dass politische Entscheidungsträger die Struktur der weltweit Bevölkerung genau analysieren, einschließlich der Bevölkerungszahlen, des Alters und der Verteilung der kommenden Generationen, um eine wirksame Planung für eine umfassende und nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.
Parallel dazu arbeitet die Bevölkerungsabteilung der Vereinten Nationen eng mit den verschiedenen Organisationen, Fonds, Programmen und Gremien der Organisation zusammen, um die Aktionsprogramme im Bereich Bevölkerung umzusetzen und die Ergebnisse der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung weiterzuverfolgen.
Die Abteilung erhält regelmäßig Beratung von UN-Missionen, nationalen Büros, Regierungsvertretern, Forschern, Medien und der Öffentlichkeit zu Bevölkerungsprognosen sowie deren möglichen Auswirkungen. Zudem liefert sie Analysen und Informationen, die für ein tieferes Verständnis von Bevölkerungs- und Entwicklungsfragen erforderlich sind.
In diesem Zusammenhang setzt sich der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen seit seiner Gründung im Jahr 1969 für die Verwirklichung der reproduktiven Rechte aller Menschen und die Bereitstellung eines umfassenden Angebots an Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit ein, einschließlich freiwilliger Familienplanung und Gesundheitsversorgung für Mütter.
Nach Angaben des Fonds hat die Welt bemerkenswerte Fortschritte erreicht, darunter die Halbierung der Sterblichkeitsrate von Frauen aufgrund von Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt, die Verbesserung der Familiengesundheit, die Stärkung des sozialen Zusammenhalts und die Befähigung junger Menschen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß.
Trotz dieser Erfolge weist der Fonds darauf hin, dass weltweit immer noch mehr als 760 Millionen Menschen in extremer Armut leben und Probleme im Bereich der reproduktiven Gesundheit nach wie vor zu den Hauptursachen für die Sterblichkeit und Behinderung von Frauen zählen, insbesondere in Entwicklungsländern.
Seit mehr als fünf Jahrzehnten konzentriert sich der Fonds auf die Bereiche reproduktive Gesundheit, Jugendfragen, Menschenrechte und Gleichstellung der Geschlechter sowie auf die Analyse globaler Bevölkerungsfragen.
Anlässlich des Weltbevölkerungstages 2025 stellt die UNO eine Reihe von Zielen in den Vordergrund, die darauf abzielen, junge Menschen durch Bildung, Gesundheitsversorgung und unterstützende Politikmaßnahmen in die Lage zu versetzen, Entscheidungen über ihre Familie und ihre Zukunft zu treffen.
Außerdem soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Auswirkungen des Bevölkerungswachstums auf nachhaltige Entwicklungspfade geschärft werden, insbesondere im Hinblick auf demografische Ungleichheiten, den Druck der Bevölkerung auf die Ressourcen und die engen Verbindungen zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung.
In diesem Zusammenhang arbeitet der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen weiterhin mit verschiedenen Partnern innerhalb und außerhalb des Systems der Vereinten Nationen zusammen, darunter Regierungen, Nichtregierungsorganisationen, die Zivilgesellschaft und religiöse Führer, um wirksame Maßnahmen zu ergreifen, die den nationalen Bedürfnissen entsprechen.
Die Teilnehmer der 25. Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung, die im November 2019 in der kenianischen Hauptstadt Nairobi stattfand, haben sich verpflichtet, ehrgeizige Maßnahmen zu ergreifen, um bis 2030 die Müttersterblichkeit, Gewalt gegen Frauen und schädliche Praktiken zu beseitigen.
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