Weltflüchtlingstag: Solidarität braucht unbedingt mehr als bloßen Worten
Doha, den 19. Juni /QNA/ Vom Gazastreifen bis zur Ukraine, von Haiti bis Myanmar steigt die Zahl der Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit vor Krieg, Verfolgung und Katastrophen fliehen, auf ein noch nie dagewesenes Niveau.Trotz der schwierigen Bedingungen, denen diese Menschen ausgesetzt sind, zeigen sie Entschlossenheit und Unbeugsamkeit, durchzuhalten und an ihrem Grundrecht auf Leben festzuhalten, egal wie groß die Herausforderungen und Gefahren auch sein können.
Der Weltflüchtlingstag fällt jedes Jahr auf den 20. Juni und ist den Flüchtlingen auf der ganzen Welt trotz der Herausforderungen gewidmet, um den Mut und die Stärke derjenigen zu würdigen, die aufgrund der Umstände gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, um vor Konflikten oder Verfolgung zu fliehen, und um das Engagement der internationalen Gemeinschaft für ihre Unterstützung und den Schutz ihrer Rechte zu bekräftigen.
In einer Botschaft zu diesem Anlass erklärte UN-Generalsekretär António Guterres, dass Flüchtlinge unter bitteren Geschichten und Verlusten leiden und dass ihre Familien entwurzelt und ihre Zukunft in ein Chaos gestürzt wurde. Guterres betonte, dass die Pflicht an diesem Tag nicht nur in Worten der Solidarität bestehe, sondern auch mit einer Verstärkung der humanitären und entwicklungspolitischen Hilfe, einer Ausweitung des Schutzes und der Bereitstellung dauerhafter Lösungen wie der Neuansiedlung sowie der Unterstützung des Rechts auf Asyl, einem Grundpfeiler des Völkerrechts, einhergehen müsse.
In diesem Zusammenhang erklärte Dr. Ali Bakir, Professor für internationale Angelegenheiten, Sicherheit und Verteidigung am Ibn-Khaldun-Zentrum an der Universität Katar, gegenüber der Katarischen Nachrichtenagentur "QNA": "Der Weltflüchtlingstag ist eine Gelegenheit, die Stimme zu erheben und die Rechte, Bedürfnisse und Träume von Flüchtlingen in den Vordergrund zu rücken sowie politische und finanzielle Unterstützung zu mobilisieren, um ihnen zu helfen, zu überleben und sich möglicherweise zu integrieren oder zurückzukehren. In diesem Sinne schärfe dieser Welttag das Bewusstsein und motiviere Regierungen, die Zivilgesellschaft und Unternehmen aktiv zu werden und eine positive Rolle in dieser Angelegenheit zu spielen.
Zu den größten Herausforderungen für Flüchtlinge weltweit und deren Bewältigung erklärte Dr. Ali Bakir, dass anhaltende Konflikte massive Flüchtlings- und Vertreibungswellen auslösen, wodurch das Leben und die Existenzgrundlage von Millionen von Menschen aufgrund ihrer unsicheren Lage ernsthaft gefährdet sind. Er wies darauf hin, dass derzeit weltweit mehr als 122 Millionen Menschen aufgrund von Kriegen vertrieben wurden und unter einem akuten Mangel an den grundlegendsten Lebensmitteln leiden.
Er fügte hinzu, dass diese Umstände einen zunehmenden Druck auf die Aufnahmeländer und -regionen ausüben, was zu einer Verschärfung der sozialen, humanitären und sicherheitspolitischen Probleme sowie zu Diskriminierung und Rassismus führen kann, insbesondere angesichts des Mangels an Bewusstsein und geeigneten Mitteln zur Bewältigung dieser Krise.
In seinem Gespräch gegenüber „QNA“ wies Dr. Bakir darauf hin, dass dies mit einem zunehmenden Rückgang der für die Bewältigung der Flüchtlingskrise erforderlichen Finanzmittel einhergehe sowie mit einem stetigen Anstieg der Kosten für die humanitäre Versorgung. Er betonte, dass diese Herausforderungen Bewusstsein und Verantwortung seitens der internationalen Gemeinschaft erfordern, darunter die Wiederaufnahme der Unterstützung, die Aufstockung der Finanzmittel, die Gewährleistung des rechtlichen Schutzes von Flüchtlingen und die strikte Anwendung des humanitären Völkerrechts.In Bezug auf die Wirksamkeit der bestehenden internationalen Institutionen und Abkommen, wie beispielsweise der Genfer Flüchtlingskonvention, beim Schutz der Rechte von Flüchtlingen angesichts der zunehmenden humanitären Notlage in Konfliktgebieten erklärte der Professor für internationale Angelegenheiten, Sicherheit und Verteidigung am Ibn-Khaldun-Zentrum der Universität Katar, dass die Genfer Konvention Flüchtlinge mit einer soliden Rechtsgrundlage schütze. Aber es mangelt an der notwendigen Durchsetzung, insbesondere in Konfliktgebieten, wo die Rechte von Flüchtlingen und Vertriebenen gefährdet sind und nicht ausreichend geschützt werden. Hinzu kommen die Erosion des internationalen Systems, die häufige Nichtanwendung des Rechts gegenüber den Tätern und der Rückzug aus der internationalen Verantwortung.
Dr. Ali Bakir, Professor für internationale Angelegenheiten, Sicherheit und Verteidigung am Ibn-Khaldun-Zentrum der Universität Katar, bekräftigte, dass diese verschiedenen Faktoren zu einer Untergrabung der Gesetze und Abkommen, die die Flüchtlinge eigentlich behandeln, schützen und ihnen die notwendige Unterstützung gewähren sollten. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Ereignisse in Gaza, im Sudan und in Myanmar, wo Hilfslieferungen behindert und Zivilisten angegriffen werden. Deshalb besteht eine große Herausforderung für die Anwendung des humanitären Völkerrechts.
In Bezug auf wirksame Maßnahmen und Strategien zur Integration von Flüchtlingen und zur Ermöglichung ihrer nachhaltigen Eingliederung in die Aufnahmegesellschaften erklärte Dr. Ali Bakir, dass es zahlreiche Maßnahmen gebe, die zur Unterstützung von Flüchtlingen beitragen könnten, wie die Gewährung von kostenlosen Sprachunterricht bzw. Arbeitsrechten, Bildungsrechten und Gesundheitsversorgung.
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