QFC baut Finanzbrücke nach China und Hongkong
Peking, den 23. September /QNA/ Die nächste Phase der wirtschaftlichen Zusammenarbeit werde sich nicht mehr auf klassische Infrastrukturprojekte beschränken. Mit dieser Einschätzung beteiligte sich Herr Mansoor Rashid Al Khater, CEO des Qatar Financial Centre (QFC), an einer Podiumsdiskussion des Belt and Road Summit 2026 in Hongkong.
Grüne Energie, künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur könnten neue Räume für Investitionen und grenzüberschreitende Geschäfte eröffnen, sagte Al Khater. Damit umriss er die wirtschaftspolitischen Ziele einer Reise, die eine Delegation des QFC nach Peking und Hongkong führte.
Auf dem Belt and Road Summit diskutierte Al Khater mit Regierungsvertretern und Wirtschaftsführern über multilaterale Zusammenarbeit, Schwellenmärkte und die Voraussetzungen nachhaltigen Wachstums. Dabei nannte er vier Prioritäten für eine erfolgreiche Verbindung von Kapital und Projekten.
An erster Stelle stehe die finanzielle und kommerzielle Tragfähigkeit von Vorhaben. Es reiche nicht aus, dass Projekte politisch gewünscht oder technologisch attraktiv seien. Sie müssten langfristig finanzierbar und wirtschaftlich tragfähig sein.
Ebenso wichtig seien integrierte Ökosysteme, in denen Regulierung, Finanzierung, Technologie, Fachkompetenz und Marktzugang ineinandergreifen. Ohne ein solches institutionelles Umfeld könnten selbst vielversprechende Projekte an ihrer Umsetzung scheitern.
Als dritte Priorität bezeichnete Al Khater die Diversifizierung der Kapitalquellen. Insbesondere islamische Finanzierungsinstrumente könnten künftig bei Infrastruktur- und Technologieprojekten eine größere Rolle spielen.
Schließlich müsse in Fachkräfte, institutionelles Wissen und operative Fähigkeiten investiert werden. Diese seien entscheidend, um Unternehmen und Volkswirtschaften widerstandsfähiger zu machen und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen.
Besondere Bedeutung maß Al Khater der digitalen Infrastruktur bei. Diese umfasse heute weit mehr als Kommunikationsnetze. Datenzentren, digitale Finanzsysteme, intelligente Städte und elektronische Verwaltungsplattformen seien zu zentralen Bestandteilen moderner Wirtschaftsmodelle geworden.
Für Katar eröffne sich daraus eine strategische Chance. Internationale Unternehmen, die Zugang zu den Märkten des Nahen Ostens suchen, benötigten rechtliche Sicherheit, geeignete Unternehmensstrukturen und einen Standort, von dem aus sie ihre regionalen Aktivitäten steuern können.
Nach Darstellung des QFC soll das Finanzzentrum genau diese Rolle übernehmen. Es bietet einen eigenständigen rechtlichen und regulatorischen Rahmen und ermöglicht unter anderem die Gründung von Fonds, Holdinggesellschaften und Treasury-Zentren.
Neben seiner Teilnahme am Gipfel führte die Delegation zahlreiche Gespräche mit Investoren sowie Vertretern der Wirtschaft. Die Reise verdeutlicht eine Entwicklung, bei der die Beziehungen zwischen Katar und China zunehmend auch Finanzdienstleistungen, neue Technologien und private Investitionen umfassen.
Zum Abschluss des Besuchs wurden zwei Absichtserklärungen unterzeichnet. Sie sollen die Finanz- und Handelsbeziehungen zwischen Katar und Asien vertiefen und institutionellen Kontakten einen dauerhaften Rahmen geben.
In Peking unterzeichnete das Qatar Financial Centre eine Vereinbarung mit dem Financial Street Service Bureau. Vorgesehen sind ein systematischer Austausch von Wissen, Erfahrungen und Fachkompetenz sowie die Entwicklung gemeinsamer Initiativen.
In Hongkong folgte eine zweite Absichtserklärung mit der Belt and Road General Chamber of Commerce. Geplant sind gemeinsame Veranstaltungen und direkte Gespräche zwischen Unternehmen, um die wirtschaftlichen Verbindungen beider Seiten zu stärken. Darüber hinaus sollen Informationen über Marktchancen und branchenspezifische Entwicklungen ausgetauscht sowie Kontakte zu Behörden und Institutionen vermittelt werden.
Mit diesen Schritten versucht das Qatar Financial Centre, institutionelle Kontakte in konkrete Investitions- und Geschäftsbeziehungen zu überführen. Katar soll dabei nicht nur Empfänger ausländischen Kapitals sein, sondern sich zugleich als Plattform für Unternehmen positionieren, die zwischen Asien, der Golfregion und den Märkten des Nahen Ostens tätig werden wollen.
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