Doha-Forum veröffentlicht Bericht zur Neudefinition des globalen Vertrauens angesichts internationaler Spannungen
New York, den 23. September /QNA/ Das Doha-Forum hat in New York seinen Bericht „Future of International Cooperation 2026“ (Zukunft der internationalen Zusammenarbeit 2026) vorgestellt. Darin wird angesichts wachsender geopolitischer Spannungen zu neuen Anstrengungen aufgerufen, das Vertrauen in internationale Institutionen wiederherzustellen und die Zusammenarbeit zu stärken.
Der Bericht mit dem Titel „Redefining Global Trust“ (Neudefinition des globalen Vertrauens) wurde bei der hochrangigen Woche der 81. Tagung der UN-Generalversammlung präsentiert. Er wurde vom Doha-Forum in Partnerschaft mit dem Stimson Center, dem Global Governance Innovation Network und dem Global Studies Institute der Universitat "Hamad Bin Khalifa" erstellt; das "International Peace Institute" fungierte als Partner bei der Veröffentlichung.
Die vierte Ausgabe des Berichts untersucht die zunehmenden Vertrauenslücken in den Bereichen Politik und Diplomatie, Wirtschaft und Technologie sowie Sicherheit und Justiz.
Der Bericht argumentiert, dass das schwindende Vertrauen in Institutionen und die wachsende geopolitische Instabilität Veränderungen in der internationalen Führung sowie stärkere Institutionen und eine konsequente Einhaltung internationaler Normen erfordern.
Zu den Vorschlägen des Berichts gehört die Schaffung eines multilateralen Rates für Informationsintegrität (Information Integrity Council), um Desinformation und Falschinformationen zu bekämpfen. Zudem werden ein globales Zentrum für Künstliche Intelligenz sowie eine gemeinsam genutzte Recheninfrastruktur vorgeschlagen, um Ungleichheiten beim Zugang zu KI-Technologien zu verringern.
Des Weiteren empfiehlt der Bericht Reformen der UN-Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung, um den Schutz der Menschenrechte zu stärken.
Auf regionaler Ebene werden ein interregionales Netzwerk für Frühwarnung und präventive Diplomatie, vertiefte regionale und interregionale Handelsabkommen sowie stärkere Mechanismen zur Durchsetzung regionaler Sicherheitsvereinbarungen vorgeschlagen.
Die Empfehlungen erscheinen im Vorfeld einer Phase, in der mit Veränderungen im internationalen System zu rechnen ist – darunter die Ernennung eines neuen UN-Generalsekretärs im Januar 2027 und Diskussionen über die Entwicklungsagenda für die Zeit nach 2030.
Mubarak bin Ajlan Al Kuwari, Exekutivdirektor des Doha Forums, erklärte, Vertrauen verschwinde nicht einfach, sondern unterliege einem ständigen Wandel.
Der Bericht biete Regierungen und Einzelpersonen praktische Vorschläge, um Desinformation und Ungerechtigkeit zu begegnen, die Zusammenarbeit zu stärken und zu einer sicheren Welt beizutragen.
Rachel Stohl, amtierende Präsidentin und Geschäftsführerin des Stimson Center, sagte, der Bericht liefere Ansätze zur Verringerung der wachsenden Vertrauenslücken, unter anderem durch mehr Informationsintegrität und einen gerechten Zugang zu Künstlicher Intelligenz. Prinz Zeid bin Ra'ad Al Hussein, Präsident und Geschäftsführer des International Peace Institute, erklärte, dass die Zahl der Friedensmissionen gegenüber ihrem Höchststand vor einem Jahrzehnt um 60 % zurückgegangen sei – und das zu einer Zeit, in der der Bedarf an Krisenprävention wachse.
Die Veröffentlichung des Berichts wurde von einer hochrangig besetzten Diskussion zum Thema „Neudefinition des globalen Vertrauens“ begleitet, bei der politische Entscheidungsträger, Forschende und Vertreter der Zivilgesellschaft zusammenkamen, um die Ergebnisse und deren Auswirkungen auf die internationale Zusammenarbeit zu erörtern.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Doha-Forum, dem International Peace Institute, dem Stimson Center und dem Global Studies Institute der Hamad Bin Khalifa University ausgerichtet.
Der Bericht soll als Grundlage für die Diskussionen beim Doha-Forum 2026 dienen, das am 05. und 06. Dezember in Doha unter dem Motto „Neudefinition des globalen Vertrauens“ stattfinden wird.
Zudem wird er in die weiterführenden Gespräche im Vorfeld des für September 2027 geplanten Gipfels zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung sowie in die Debatten über die Entwicklungsagenda für die Zeit nach 2030 einfließen
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