GCC sieht sich als Stabilitätsanker und Energiegarant in einer unsicheren Welt
Washington, den 18. September /QNA/ Wer über die Golfstaaten spricht, denkt oft zuerst an Energieexporte. Doch nach Auffassung des Generalsekretärs des Golf-Kooperationsrates reicht die Bedeutung der Region inzwischen weit darüber hinaus. Bei einem Forum an der University of Utah zeichnete Jasem Mohamed Albudaiwi das Bild einer Staatengemeinschaft, die sich als politischer Vermittler, wirtschaftlicher Modernisierer und Garant internationaler Versorgungssicherheit versteht.
45 Jahre nach seiner Gründung sei der Golf-Kooperationsrat (GCC) zu einer regionalen Organisation mit erheblichem Einfluss geworden, sagte Albudaiwi. Diese Entwicklung gründe auf der engen Zusammenarbeit seiner Mitgliedstaaten und dem Bemühen, gemeinsame Positionen in einer zunehmend fragmentierten Welt zu vertreten.
Dabei beschränken sich die Ambitionen nicht auf ökonomische Fragen. In seiner Rede bekräftigte der GCC-Generalsekretär die Unterstützung des Rates für das palästinensische Volk. Der GCC setze sich für humanitäre Hilfe, den Schutz der Zivilbevölkerung und eine politische Lösung auf Grundlage der Zwei-Staaten-Formel ein. Zugleich sprach er sich entschieden gegen jede Form erzwungener Vertreibung aus.
Breiten Raum nahm die Frage der regionalen Sicherheit ein. Die Staaten des Golfs hätten in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen verlässliche Partner der internationalen Gemeinschaft bleiben könnten. Das gelte besonders für die Energieversorgung, deren Stabilität angesichts geopolitischer Spannungen regelmäßig auf die Probe gestellt werde.
Vor diesem Hintergrund verwies Albudaiwi auf die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handels- und Energierouten der Welt. Die Golfstaaten hätten dort verantwortungsvoll gehandelt und ihre Verpflichtungen erfüllt. Gleichzeitig übte er scharfe Kritik an den fortgesetzten iranischen Angriffen auf Nachbarländer, die nach seiner Einschätzung zur Eskalation der Lage beitragen.
Die Straße von Hormus dürfe nicht zu einem geopolitischen Druckmittel werden, warnte der GCC-Chef. Die internationale Gemeinschaft müsse dafür sorgen, dass die Passage entsprechend den Regeln des internationalen Seerechts offen und sicher bleibe.
Besondere Anerkennung sprach Albudaiwi den Vermittlungsbemühungen Katars und Omans aus. Beide Staaten hätten in Phasen erhöhter Spannungen zwischen Teheran und Washington eine wichtige Rolle dabei gespielt, Gesprächskanäle offenzuhalten. Solche diplomatischen Initiativen seien unverzichtbar, wenn nachhaltige Lösungen gefunden werden sollen.
Wirtschaftlich befindet sich die Region nach seiner Darstellung mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Über nationale Entwicklungsstrategien versuchen die Golfstaaten, ihre Abhängigkeit von Rohstoffeinnahmen zu verringern und neue Wachstumsmodelle zu schaffen. Investitionen in Technologie, Logistik, Industrie und Tourismus bilden dabei zentrale Bausteine.
Die Dimension dieses Wandels verdeutlichen die Zahlen: Die Wirtschaftsleistung der GCC-Staaten liegt inzwischen bei mehr als 2,4 Billionen US-Dollar. Bis zur Mitte des Jahrhunderts könnte sie auf rund sechs Billionen Dollar anwachsen. Gleichzeitig verfügen die staatlichen Investmentfonds der Region über Vermögenswerte von annähernd fünf Billionen Dollar und prägen damit zunehmend globale Kapitalmärkte.
Für die Zukunft misst Albudaiwi insbesondere der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten große Bedeutung bei. In Bereichen wie Künstlicher Intelligenz, Gesundheitsforschung und sauberer Energie sieht er Chancen für gemeinsame Innovationsprojekte. Universitäten spielen dabei eine Schlüsselrolle, weil sie Forschung, Wissensaustausch und die Ausbildung der nächsten Generation von Fachkräften miteinander verbinden.
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