Palästinensischer Bericht verzeichnet Zunahme von Siedlergewalt im Westjordanland
Besetztes Jerusalem, den 29. August /QNA/ Gewalt gegen Menschen, die Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen und der eingeschränkte Zugang zu Wasser greifen im besetzten Westjordanland zunehmend ineinander. Ein neuer palästinensischer Bericht dokumentiert für die vergangene Woche zahlreiche Übergriffe und weitere Schritte zur Ausweitung israelischer Siedlungen.
Nach Angaben des Nationalbüros zur Verteidigung des Landes und zum Widerstand gegen den Siedlungsbau wurden innerhalb von weniger als einem Jahr rund 70 Gebiete neu abgegrenzt. Dadurch könnten zusätzliche Gebäude und Straßen entstehen, bislang nicht genehmigte Außenposten an bestehende Versorgungsnetze angeschlossen und einzelne Siedlungsstrukturen nachträglich legalisiert werden.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe zudem die Genehmigung von 264 Siedlungen und Außenposten durch seine Regierung hervorgehoben, heißt es in dem Bericht. Gleichzeitig sei eine Ausschreibung für den Bau von rund 1.200 Wohneinheiten im Gebiet E1 östlich von Ostjerusalem veröffentlicht worden.
Gerade dem E1-Projekt kommt besondere politische und geografische Bedeutung zu. Sein Ausbau würde die Siedlungsstrukturen östlich von Jerusalem verdichten und könnte nach palästinensischer Einschätzung die räumliche Verbindung zwischen verschiedenen Teilen des Westjordanlandes weiter beeinträchtigen.
Die dokumentierten Übergriffe reichen dem Bericht zufolge von körperlicher Gewalt und Schüssen bis zu Brandstiftungen an Häusern, Fabriken und Olivenbäumen. Hinzu kämen Viehdiebstähle, die Rodung landwirtschaftlicher Flächen, die Errichtung neuer Außenposten sowie die Zerstörung von Strom- und Wasserleitungen.
Am deutlichsten zeigt sich die wirtschaftliche Wirkung solcher Eingriffe im Jordantal. In Fasayil hätten Siedler eine Bewässerungsleitung übernommen und das Wasser in ein von ihnen genutztes Becken umgeleitet. Palästinensische Felder seien daraufhin ausgetrocknet, während die landwirtschaftliche Nutzung teilweise zum Erliegen gekommen sei.
Weitere Wasserleitungen und Solaranlagen seien beschädigt worden. Hirten hätten ihre Weideflächen nicht mehr erreichen können, während israelische Kräfte in der Nähe der Quelle Ein Al-Himma mit Erdarbeiten zugunsten von Siedlern begonnen hätten.
Seit Beginn des Jahres seien mindestens 160 Anlagen der Wasser- und Abwasserinfrastruktur angegriffen worden. Palästinensische Vertreter sehen darin keine Reihe voneinander unabhängiger Vorfälle, sondern eine systematische Strategie, die den Alltag und die wirtschaftliche Existenz der Bevölkerung so stark belasten solle, dass Menschen ihre Gebiete schließlich verließen.
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