Sudan-Krise: UNICEF meldet Verschärfung in al-Ubayyid
Genf, den 01. August /QNA/ Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hat vor einer dramatischen Zuspitzung der humanitären Lage in der sudanesischen Stadt al-Ubayyid gewarnt. Die Organisation sprach von einer „sich täglich verschärfenden Katastrophe“, die zu massiven humanitären Bedürfnissen und steigenden Unterernährungsraten geführt habe.
Sheldon Yett, UNICEF-Vertreter im Sudan, erklärte nach einem Besuch der umliegenden Gebiete, dass sich die Unterernährung insbesondere aufgrund mangelnder Versorgung mit sauberem Wasser und stark steigender Preise für Grundnahrungsmittel verschlimmere. Die Bevölkerung leide zunehmend unter Krankheiten, da sie nicht mehr in der Lage sei, lebenswichtige Nährstoffe aufzunehmen.
Viele Bewohner hätten den Wunsch geäußert, die Stadt zu verlassen; einige seien bereits nach Khartum geflohen. Erste Hilfslieferungen hätten begonnen, deren Ankunft jedoch aufgrund wiederholter Angriffe auf die Versorgungswege hochriskant bleibe.
UNICEF warnte zudem vor der Ausbreitung von Cholera in al-Ubayyid infolge der prekären hygienischen Bedingungen. Auch die Nachbarregion Kordofan sei weiterhin von dem Ausbruch betroffen.
Yett äußerte die Befürchtung, dass sich Unterernährung und Gesundheitsprobleme weiter verschärfen und die Risiken für Kinder zunehmen könnten, solange keine Verbesserung der humanitären Hilfe eintrete. Er kritisierte das geringe internationale Interesse an der Krise und warnte, dass sich die Lage andernfalls über die Grenzen hinaus bis nach Europa und andere Regionen ausweiten könnte.
Die Dimension der Krise im Sudan bezeichnete er als „schockierend“ – angesichts Millionen Binnenvertriebener, überlasteter Aufnahmestädte und eines gravierenden Mangels an humanitären Akteuren vor Ort. Besonders hob er die Zunahme von Kinderrekrutierungen und geschlechtsspezifischer Gewalt hervor.
Der seit April 2023 andauernde Konflikt zwischen der sudanesischen Armee und den Rapid Support Forces hat nach Schätzungen zehntausende Todesopfer gefordert. Einige Quellen sprechen von bis zu 200.000 Toten und mehr als zwölf Millionen Vertriebenen. Die Vereinten Nationen bezeichnen die Situation als die derzeit schlimmste humanitäre Krise weltweit.
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