WCM-Q-Studie zeigt Forschungslücken zu Stürzen bei älteren Erwachsenen im Nahen Osten und Nordafrika (MENA) auf
Doha, den 28. Juli /QNA/ Neue Studie von Experten des Institute for Population Health (IPH) am Weill Cornell Medicine-Qatar (WCM-Q) deckt erhebliche Forschungslücken zu Stürzen bei älteren Erwachsenen in der Region Naher Osten und Nordafrika (MENA) auf.
Die im Fachjournal BMJ Global Health veröffentlichte Studie des IPH bietet die erste umfassende Kartierung der beobachtenden epidemiologischen Evidenz zu sturzbedingten Folgen in der MENA-Region. Die Untersuchung zeigt, dass die Verfügbarkeit, der Umfang und die geografische Verteilung epidemiologischer Daten zu sturzbedingten Folgen in der Region Naher Osten und Nordafrika bislang nur unzureichend erfasst sind. Dies erschwert die Entwicklung wirksamer gesundheitspolitischer Maßnahmen sowie die Umsetzung gezielter Präventionsstrategien.
In ihrer Veröffentlichung identifizierten die Forschenden 203 Primärstudien, die über die Prävalenz und Häufigkeit von Stürzen, das Sturzrisiko, die Angst vor Stürzen, die von den Betroffenen wahrgenommenen Ursachen für Stürze sowie die Folgen nach einem Sturz berichteten. Die Studien umfassten insgesamt rund 424.000 Erwachsene im Alter von 60 Jahren und älter aus der MENA-Region.
Die Forschenden stellten fest, dass die Evidenzlücken-Karte erhebliche Datenlücken in mehreren Ländern der MENA-Region aufzeigt. Besonders deutlich ist die Unterrepräsentation von ländlichen Gebieten, einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen sowie von Konflikten betroffenen Regionen. Darüber hinaus gibt es nur begrenzte Erkenntnisse zu wichtigen sturzbezogenen Aspekten wie der Angst vor Stürzen und den von älteren Menschen selbst angegebenen Ursachen für Stürze. Beide Faktoren sind von zentraler Bedeutung für die Entwicklung wirksamer Präventionsstrategien zur Vermeidung von Stürzen.
Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf, die regionalen Datensysteme in der MENA-Region durch standardisierte und kontextspezifische Überwachungsmaßnahmen zu stärken. Dazu gehört auch die Integration von Indikatoren zu Stürzen in nationale Gesundheitsumfragen sowie in krankenhausbasierte Register. Die Autoren empfehlen zudem, Daten in den regionalen Sprachen zu erheben, um die Zugänglichkeit der Informationen zu verbessern und die Vergleichbarkeit zwischen den Ländern zu erleichtern. Die Schließung dieser Datenlücken wird die Entwicklung wirksamer, gerechter und lokal angepasster Strategien und Maßnahmen zur Sturzprävention in der gesamten MENA-Region unterstützen.
Diese Studien sind Teil eines umfassenderen Forschungsprojekts des Institute for Population Health (IPH), das sich mit Stürzen bei älteren Erwachsenen in der MENA-Region befasst. Ziel des Projekts ist es, belastbare, regionalspezifische Erkenntnisse über das Ausmaß, die Verteilung, die Folgen und die Risikofaktoren von Stürzen sowie über bestehende Forschungslücken zu gewinnen. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, Überwachungssysteme zu stärken, gezielte Präventionsstrategien zu entwickeln und evidenzbasierte politische Maßnahmen zu fördern, die ein gesundes Altern in der gesamten Region Naher Osten und Nordafrika unterstützen.
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