Trotz historischer Öl-Freigabe: IEA verfügt weiterhin über große Reserven
Paris, den 21. Juli /QNA/ Noch immer verfügen die Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur über mehr als eine Milliarde Barrel Öl für Krisenfälle. Das klingt nach einem beträchtlichen Sicherheitspolster – doch die geopolitischen Risiken, gegen die es schützen soll, sind ebenfalls von außergewöhnlichem Ausmaß.
Seit dem 11. März wurden nach Angaben der Agentur rund 290 Millionen Barrel aus den strategischen Beständen freigegeben. Insgesamt hatten sich die Mitgliedstaaten auf eine Entnahme von bis zu 400 Millionen Barrel verständigt: mehr als bei jeder zuvor koordinierten Aktion dieser Art.
Auslöser waren die steigenden Rohölpreise und die Beeinträchtigung der Versorgung infolge des Konflikts im Nahen Osten. Dass der Markt dennoch nicht stärker aus dem Gleichgewicht geriet, ist mehreren Entwicklungen zu verdanken. Golfstaaten leiteten weiterhin beträchtliche Ölmengen über alternative Routen an der Straße von Hormus vorbei. Zugleich erhöhten die Vereinigten Staaten, Brasilien, Venezuela und Kasachstan ihre Exporte.
Eine stabilisierende Wirkung ging nach Einschätzung der Agentur auch von China aus. Das Land habe seine Rohölimporte gegenüber dem Vorkriegsniveau um rund 50 Prozent reduziert und damit den Druck auf die internationalen Märkte gemindert.
Obwohl die Ölexporte der Golfstaaten unter ihrem Ende Juni erreichten Höchststand lägen, überträfen sie weiterhin deutlich die zwischen Anfang März und Mitte Juni verzeichneten Mengen.
Die Ölpreise legten unterdessen leicht zu. Die Marktteilnehmer bewerteten Berichte über Vermittlungsbemühungen zur Beendigung der wechselseitigen Angriffe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran sowie Drohungen der Huthi-Miliz im Jemen, eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien zu verhängen.
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