Familien im Schatten des Krieges: Katar setzt in Genf ein humanitäres Signal
Genf, den 19. Juni /QNA/ Am Rande der 62. Sitzung des Menschenrechtsrats in Genf veranstaltete die Ständige Vertretung des Staates Katar bei den Vereinten Nationen in Kooperation mit dem Doha International Family Institute ein Side-Event mit dem Titel „Wohlergehen und Resilienz von Familien in Konfliktsituationen“.
Unter den Teilnehmenden waren Vertreterinnen und Vertreter diplomatischer Missionen in Genf, internationaler und regionaler Organisationen sowie zivilgesellschaftlicher Einrichtungen, deren Arbeitsschwerpunkte im Bereich Familie und soziale Entwicklung liegen.
„Die Familie steht seit vielen Jahren im Mittelpunkt des katarischen Engagements auf multilateraler Ebene“, erklärte Ihre Exzellenz Dr. Hend bint Abdalrahman Mohamed Al Muftah, Katars Ständige Vertreterin beim Büro der Vereinten Nationen in Genf, zu Beginn ihrer Rede. Sie unterstrich, dass Katar Familien gezielt unterstützen wolle, damit diese ihre zentrale gesellschaftliche Verantwortung bestmöglich wahrnehmen können.
In diesem Kontext verwies Al-Muftah auf die von Katar gemeinsam mit anderen Staaten initiierte Resolution „Schutz der Familie“, die seit 2014 wiederholt vom Menschenrechtsrat verabschiedet wird. Nach ihren Worten verdeutlicht diese Initiative die rechtliche und politische Verpflichtung der Staaten, Familien als tragende gesellschaftliche Einheit zu unterstützen und zu schützen. Darüber hinaus mache die Resolution deutlich, dass der Familie eine Schlüsselrolle bei der Förderung und Verwirklichung der Menschenrechte ihrer Angehörigen zukomme.
Nach Frau Al Muftah sollten sowohl der Schutz als auch die Förderung von Familien und ihre zentrale Rolle für die Gesellschaft weiterhin einen festen Platz in der nationalen und internationalen Politik sowie in der Nachhaltigkeitsagenda einnehmen. Vor diesem Hintergrund, so Al Muftah weiter, engagiere sich Katar gezielt für Forschungs- und Wissensprojekte, die dazu beitragen solle, familiäre Herausforderungen besser zu analysieren und darauf aufbauend wirksame sowie fundierte familienpolitische Strategien zu entwickeln.
Darüber hinaus hob sie hervor, dass die Hilfe für vom Konflikt betroffene Familien im Gazastreifen einen Schwerpunkt des humanitären Engagements Katars bildet. Diese Unterstützung werde über ein breites Netz staatlicher und nichtstaatlicher humanitärer sowie entwicklungspolitischer Institutionen geleistet. Derzeit nehme Katar zahlreiche verletzte Palästinenserinnen und Palästinenser sowie deren Angehörige aus dem Gazastreifen auf, um ihnen Zugang zu medizinischer Behandlung und sozialer Unterstützung zu ermöglichen.
Des Weiteren verwies sie auf den weitreichenden Beitrag der katarischen humanitären Initiativen, die weltweit Millionen von geflüchteten, vertriebenen und von Konflikten betroffenen Familien zugutekommen.
Al Muftah erinnerte zudem daran, dass Katars humanitäre Initiativen weltweit Millionen geflüchteter, vertriebener und von Konflikten betroffener Familien zugutegekommen seien. Eine besondere Rolle habe Doha bei der Zusammenführung afghanischer Familien und Kinder gespielt: Katar habe zahlreiche Betroffene aufgenommen, betreut, untergebracht und schließlich mit ihren Angehörigen wiedervereint. Auch im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine sei es Katar gelungen, ukrainische und russische Kinder mit ihren Familien zusammenzuführen.
In seiner Grundsatzrede erklärte Seine Exzellenz Khalifa bin Issa Al Kubaisi, Unterstaatssekretär im Ministerium für Soziales und Familie, widerstandsfähige Gesellschaften entstünden dort, wo Familien gestärkt und ihr Wohlergehen gesichert werde. Die wirksamsten sozialen und humanitären Politiken seien jene, die die Familie in den Mittelpunkt von Schutz, Erholung und Entwicklung stellten.
Dieser Ansatz, so Al Kubaisi, sei ein Grundpfeiler der Nationalen Vision Katars 2030. Er reflektiere sich auch in der Strategie des Ministeriums unter dem Leitmotiv „Von Fürsorge zu Befähigung“. Ziel sei es, die Fähigkeiten von Einzelpersonen und Familien zu stärken, ihre Selbstständigkeit zu fördern und ihnen eine aktive Teilhabe an der Entwicklung des Landes zu ermöglichen.
Auch Dr. Sharifa Al Emadi, Exekutivdirektorin des Doha International Family Institute, machte auf die dramatischen Folgen bewaffneter Konflikte für Kinder und Familien aufmerksam. Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen lebten derzeit mehr als 473 Millionen Kinder in Konfliktgebieten – also etwa jedes fünfte Kind weltweit. Die Zahl vertriebener Kinder habe sich in den vergangenen Jahren nahezu verdreifacht und liege inzwischen bei rund 48 Millionen.
Diese Zahlen, so Frau Al Emadi, zeigten, wie tiefgreifend Konflikte den Zusammenhalt und das Wohlergehen von Familien erschütterten. Klassische Hilfsmaßnahmen konzentrierten sich häufig auf kurzfristige und isolierte Lösungen. Die Sicherheit eines Kindes sei jedoch untrennbar mit der Sicherheit seines familiären Umfelds verbunden.
Thematisiert wurden insbesondere die sozialen und humanitären Folgen von Konflikten und Krisen für Familien sowie deren zentrale Funktion als Ort von Fürsorge, Unterstützung und sozialer wie emotionaler Stabilität in Zeiten gesellschaftlicher Erschütterungen.
Darüber hinaus befasste sich die Veranstaltung mit der Bedeutung ganzheitlicher und familienorientierter Politikansätze, die auf wissenschaftlicher Evidenz und fundierter Forschung beruhen und darauf abzielen, das Wohlergehen sowie die Widerstandsfähigkeit von Familien nachhaltig zu stärken. Ein solcher Ansatz gilt als wesentliche Voraussetzung für die Förderung gesellschaftlichen Zusammenhalts und die Stabilisierung von Gemeinschaften in fragilen und konfliktgeprägten Kontexten.
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