WHO: Tausende Krankheitsfälle unter Vertriebenen in Gaza – Gesundheitslage verschärft sich weiter
New York, den 25. April /QNA/ Die Weltgesundheitsorganisation hat mehr als 17.000 Krankheitsfälle unter palästinensischen Binnenvertriebenen im Gazastreifen registriert, die mit Nagetieren und äußeren Parasiten in Verbindung stehen. Die Zahlen spiegeln die sich verschlechternde Gesundheits- und Versorgungslage infolge der anhaltenden israelischen Aggression gegen den Streifen wider.
In einer Mitteilung erklärte die Organisation, die „verzweifelten und gefährlichen Bedingungen“ vor Ort behinderten weiterhin die Erholungsbemühungen. Gleichzeitig steige die Infektionsrate innerhalb der Familien, während es dem Gesundheitssystem an grundlegenden medizinischen Mitteln und Ausrüstung fehle.
Den Angaben zufolge belaufen sich die Schäden im Gesundheitssektor auf rund 1,4 Milliarden US-Dollar. Mehr als 1.800 Einrichtungen seien teilweise oder vollständig zerstört worden – darunter große Krankenhäuser wie das Al-Shifa-Krankenhaus, aber auch kleinere Gesundheitszentren, Kliniken, Apotheken und Labore.
Die neue WHO-Vertreterin in den besetzten palästinensischen Gebieten, Dr. Reinhilde “Renee” Van de Weerdt, schilderte nach ihrem ersten Besuch im Gazastreifen das Ausmaß der Zerstörung als überwältigend. „Keine Berichte oder Zahlen können auf das vorbereiten, was man vor Ort sieht“, erklärte sie und verwies auf meterhohe Trümmerberge in den Straßen.
Seit Jahresbeginn, so Dr. Van de Weerdt weiter, seien zudem mehr als 17.000 Erkrankungen im Zusammenhang mit Nagetieren und Parasiten unter Vertriebenen registriert worden. In über 80 Prozent der Unterkünfte gebe es außerdem Hautkrankheiten – eine Folge der schlechten Lebensbedingungen.
Die Organisation betonte die dringende Notwendigkeit, Laborausrüstung und medizinische Hilfsgüter in das Gebiet zu bringen, um die Ausbreitung von Krankheiten besser zu verstehen und einzudämmen. Der Zugang sei jedoch weiterhin eingeschränkt.
Zugleich rief die WHO dazu auf, das medizinische Personal zu schützen und die Einfuhr von Medikamenten und grundlegenden Versorgungsgütern zu ermöglichen.
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