Die Europäische Union fordert eine klare Vision für die Umsetzung der gemeinsamen Verteidigungsklausel
Nikosia, den 24. April /QNA/ Die Europäische Union hat ihre Institutionen beauftragt, einen praktischen Rahmen für die Aktivierung der in den EU-Verträgen festgelegten Beistandsklausel zu entwickeln, um ihre Fähigkeit zur Krisenbewältigung zu stärken.
Während des informellen EU-Gipfels in Zypern betonte der zyprische Präsident Nikos Christodoulides, dass Europa angesichts der internationalen Entwicklungen und der damit verbundenen Herausforderungen und Bedrohungen für die bestehende Sicherheitsarchitektur eine klare Vision und praktische Mechanismen zur Umsetzung der Beistandsklausel benötige.
Christodoulides erklärte, dass die Diskussionen beim Gipfeltreffen praktische Fragen hinsichtlich der Umsetzung der Beistandsklausel unter den Mitgliedstaaten aufgeworfen hätten, darunter die Art der Unterstützung, die geleistet werden könnte, die dafür zuständigen Stellen sowie die Koordinierungsmechanismen zwischen den Mitgliedstaaten für den Fall einer Aktivierung der Klausel.
Dieser Ansatz stützt sich auf Artikel 42 Absatz 7 des Vertrags über die Europäische Union, der vorsieht, dass die Mitgliedstaaten verpflichtet sind, jedem Staat, der einer bewaffneten Aggression ausgesetzt ist, mit allen verfügbaren Mitteln Hilfe und Unterstützung zu leisten. Allerdings fehlen dieser Klausel noch detaillierte Umsetzungsmechanismen, im Gegensatz zu denen, die innerhalb der Nordatlantikvertrags-Organisation (NATO) bestehen.
Der Deutsche Rundfunk berichtete, dass sich die Gespräche auf dem Gipfel neben traditionellen Angriffen und Bedrohungen auch auf Szenarien zur Abwehr hybrider Angriffe konzentrierten. Ferner wurde darauf hingewiesen, dass das Mandat zur Entwicklung eines praktischen Rahmens für die Umsetzung der Europäischen Gemeinsamen Verteidigungsklausel die Aufforderung beinhaltete, einen Koordinierungsmechanismus zwischen der Europäischen Gemeinsamen Verteidigungsklausel der Mitgliedstaaten und der Kollektiven Verteidigungsklausel der NATO vorzuschlagen, falls diese gleichzeitig aktiviert werden sollten.
Ein informeller europäischer Gipfel auf Ebene der Staats- und Regierungschefs endet heute in Zypern. Im Mittelpunkt des Gipfels stand die Erörterung der aktuellen geopolitischen Lage, einschließlich des Krieges in der Ukraine, der Entwicklungen im Nahen Osten, der Energiesicherheit und der Freiheit der Schifffahrt.
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