Außenamtssprecher: Regionale Beilegung entscheidend – Fokus auf Waffenruhe und Frieden
Doha, den 14. April /QNA/ Seine Exzellenz Dr. Majed bin Mohammed Al Ansari, Berater des Ministerpräsidenten und zugleich offizieller Sprecher des Außenministeriums, betonte, dass die Beilegung der aktuellen Krise in erster Linie auf regionaler Ebene gefunden werden müsse. Alle Golfanrainer sowie Länder, die über Handels- und Lieferketten mit den Exporten der Region verbunden sind, seien unmittelbar in die Lösungsfindung eingebunden. Zugleich bleibe die internationale Dimension entscheidend, so er weiter.
Im Rahmen der wöchentlichen Presseunterrichtung des Außenministeriums erklärte Al Ansari, die gegenwärtige Priorität liege auf der Stabilisierung des Waffenstillstands und dessen Überführung in einen dauerhaften Frieden. Für abschließende politische Regelungen sei es indes noch verfrüht, da die laufenden Bemühungen weiterhin darauf abzielten, den Konflikt zu beenden und eine erneute Eskalation in der Region zu verhindern.
Bezüglich der Lage im Libanon bekräftigte der Außenamtssprecher Katars die Unterstützung für die Einheit des Landes und verurteilte alle Verstöße gegen dessen Souveränität – insbesondere die anhaltenden israelischen Operationen. Dauerhafte Lösungen, so seine Einschätzung, seien nur durch Dialog und Diplomatie möglich.
Ferner verwies er auf die Unterstützung des Staates Katar für sämtliche regionalen, internationalen sowie libanesischen Bemühungen, die auf eine Deeskalation und die Beendigung der fortdauernden Kampfhandlungen und Angriffe gerichtet sind.
Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts führte Al-Ansari aus, dass die Krise erhebliche Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte habe, insbesondere auf die Preise für Strom und fossile Energieträger. Hauptursache seien Störungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, deren Folgen sich auch auf andere Sektoren, einschließlich der petrochemischen Industrie, ausgedehnt hätten.
Einige dieser Auswirkungen könnten strategischer Natur sein, fuhr Dr. Al Ansari fort. Gleichzeitig hob er die Widerstandskraft der katarischen Wirtschaft und der Region hervor, die bereits mehrfach gezeigt habe, dass sie Krisen meistern und gestärkt daraus hervorgehen kann.
Er bekräftigte, dass die Straße von Hormus historisch kein Konfliktherd gewesen sei, sondern über Jahrzehnte hinweg als natürlicher und stabiler Seeweg genutzt wurde. Die gegenwärtige Situation sei, sagte er ferner, vielmehr das Ergebnis einer außergewöhnlichen Eskalation und erfordere koordinierte internationale Anstrengungen zur Sicherstellung der Schifffahrt sowie zur Gewährleistung ihrer freien Nutzung, ohne dass die Meerenge als politisches Druckmittel instrumentalisiert werde.
Al Ansari stellte klar, dass Katar weiterhin Drohungen zurückweist, die gegen die Prinzipien guter Nachbarschaft verstoßen. Eine Eskalations- und Zwangsrhetorik bringe niemandem Vorteile. Gleichzeitig betonte er, dass Katar entschlossen sei, seine Souveränität zu verteidigen und Angriffe in jeder Form zu verurteilen.
Im wirtschaftlichen Kontext sagte er, dass der Staat Katar sämtliche Vorsorgemaßnahmen getroffen und entsprechende Notfallpläne aktiviert habe. Trotz wahrnehmbarer Auswirkungen auf die nationale wie auch die globale Wirtschaft würden die Entwicklungen kontinuierlich überwacht. Katar sei zuversichtlich, dass seine Wirtschaft – gestützt auf frühere Krisenerfahrungen – auch diese Herausforderung erfolgreich bewältigen werde.
Mit Nachdruck forderte der Berater des Ministerpräsidenten die uneingeschränkte Wiederöffnung der Straße von Hormus für die internationale Schifffahrt. Es handele sich um eine internationale Wasserstraße, die keiner einseitigen Kontrolle unterliegen dürfe; ihre freie Nutzung sei von zentraler Bedeutung für die regionale und globale Wirtschaft.
Zur von Pakistan geführten Vermittlungsinitiative erklärte er, dass intensive Kontakte mit Islamabad bestünden und Katar diese Bemühungen stark unterstütze. So koordiniere Doha eng mit internationalen Partnern, insbesondere Pakistan und den Vereinigten Staaten, um sicherzustellen, dass die Interessen der Region im Verhandlungsprozess angemessen vertreten werden.
Ziel sei, so Seine Exzellenz, es nicht lediglich, einen Waffenstillstand zu erreichen, sondern eine umfassende politische Lösung, die die Sicherheits- und Souveränitätsbedenken aller Akteure – einschließlich Irans – berücksichtigt.
Des Weiteren hob Al Ansari die enge Koordination zwischen den Golfstaaten hervor und verwies auf fortlaufende Kontakte auf höchster Ebene, die darauf abzielen, gemeinsame Herausforderungen zu erörtern und abgestimmte Positionen gegenüber den Vermittlern zu formulieren.
In diesem Zusammenhang erinnerte er ans jüngste Telefonat zwischen Seiner Exzellenz, dem Ministerpräsidenten und Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, und dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi, in dessen Verlauf Katar seine klare Verurteilung der iranischen Angriffe auf Katar und andere Golfstaaten bekräftigte und zugleich seine Unterstützung für den diplomatischen Verhandlungsprozess unterstrich.
Zusätzlich wies er Versuche zurück, das internationale Ansehen des Staates Katar im Umgang mit den aktuellen Bedrohungen zu untergraben, und betonte, dass jeder Angriff auf ein Nachbarland inakzeptabel sei und eine grundlegende politische Beilegung erfordere.
Ergänzend dazu stellte Dr. Majed bin Mohammed Al Ansari fest, dass der derzeitige Zustand lediglich einen Waffenstillstand darstelle und keineswegs das Ende des Konflikts. Vielmehr handele es sich um eine Phase innerhalb eines fortlaufenden Verhandlungsprozesses, dessen Entwicklung weiterhin aufmerksam verfolgt werde.
Al Ansari zufolge erfordert die aktuelle Phase keine zusätzlichen Vermittler, sondern vielmehr eine konsequente Unterstützung der bereits laufenden diplomatischen Bemühungen im Rahmen der von Pakistan geführten Initiative. Ein tragfähiges Abkommen könne nur unter Einbindung der Region erreicht werden, die nicht nur Teil der Lösung, sondern ein zentraler Akteur darin sein müsse.
Ebenso machte er deutlich, dass Katar derzeit keine direkte Vermittlerrolle innehabe, jedoch eng mit Partnern kooperiere, um seine Positionen in die Verhandlungen einzubringen.
Positiv vermerkte er, dass in den vergangenen Tagen keine Zwischenfälle oder Angriffe auf katarische Schiffe in der Straße von Hormus registriert worden seien.
Abschließend äußerte er die Hoffnung auf eine nachhaltige Stabilisierung des Waffenstillstands und das Zustandekommen eines umfassenden Abkommens, das die Rechte und Interessen aller Beteiligten wahrt und die Grundlage für eine dauerhafte politische Lösung bildet.
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