Chef der Welthandelsorganisation bestätigt, dass das Handelssystem „die schlimmsten Turbulenzen seit acht Jahrzehnten“ durchlebt
Doha, den 26. März eröffnete WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation in Yaoundé, Kamerun, mit der Feststellung, dass das globale Handelssystem derzeit „die schlimmsten Störungen seit acht Jahrzehnten“ erlebt. Diese Entwicklungen spiegelten tiefere Ungleichgewichte wider, die die nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte Weltordnung destabilisieren.
Sie betonte, dass die gegenwärtigen Herausforderungen – bereits vor dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten – den Handel mit Energie, Düngemitteln und Nahrungsmitteln erheblich beeinträchtigt hätten. Hinzu kämen eskalierende geopolitische Spannungen, zunehmender ökologischer Druck und rasante technologische Veränderungen. Diese Faktoren führten zu wachsender Skepsis gegenüber der Tragfähigkeit des multilateralen Ansatzes. Während der viertägigen Konferenz beraten die WTO-Mitglieder über Wege zur Revitalisierung der Organisation, die durch geopolitische Konflikte, stockende Verhandlungen und zunehmenden Protektionismus geschwächt ist. Der Krieg im Nahen Osten wirft dabei einen zusätzlichen Schatten auf den Welthandel. Die WTO hält ihre Ministerkonferenz alle zwei Jahre ab; das Treffen in Yaoundé ist erst das zweite auf afrikanischem Boden – nach Nairobi im Jahr 2015.
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