Vize-Ministerpräsident und Staatsminister für Verteidigung: Katar stärkt weiterhin seine Verteidigungsfähigkeiten und hält zugleich an Vermittlung und Dialog fest
Doha, den 19. Oktober /QNA/ SE Scheich Saoud bin Abdulrahman bin Hassan bin Ali Al Thani, Vize-Ministerpräsident und Staatsminister für Verteidigung, bekräftigte, dass der Staat Katar seine Verteidigungsfähigkeiten weiter ausbaue und zugleich an seinem Ansatz der Vermittlung und des regionalen Dialogs festhalte. Er betonte, dass die Sicherheit der Golfregion eine wesentliche Säule für die Stabilität der Weltwirtschaft und der internationalen Lieferketten darstelle.
SE erläuterte während einer Diskussionsrunde am ersten Tag der achten Ausgabe des Global Security Forum, das derzeit in Doha stattfindet, dass der Staat Katar in der vergangenen Zeit mit drei wesentlichen Herausforderungen konfrontiert gewesen sei: Angriffe auf sein Staatsgebiet, Störungen der Energieversorgung sowie die Auswirkungen der Ausweitung regionaler Konflikte auf die Region.
Darüber hinaus wies er darauf hin, dass sich jede Störung der Energieversorgung aus der Golfregion nicht nur auf die Energiemärkte, sondern auch auf die globalen Lieferketten, internationale Investitionen und die von den Golfstaaten in verschiedenen Teilen der Welt geleistete Hilfe auswirke. Er betonte, dass sich die Stabilität der Region unmittelbar auf die Weltwirtschaft auswirke.
Er erklärte: “Seit dem Ausbruch der jüngsten Krise hat der Staat Katar daran gearbeitet, seine Vermögenswerte zu schützen und seine Verteidigungsbereitschaft in Zusammenarbeit mit seinen Verbündeten zu stärken.”
Er fügte hinzu, dass Katar seine Fähigkeit zur Selbstverteidigung unter Beweis gestellt habe. Zudem verfügten die Golfstaaten über umfassende Erfahrungen bei der Bewältigung und Überwindung von Krisen, unter anderem durch die Diversifizierung ihrer Volkswirtschaften und die Stärkung ihrer internationalen Partnerschaften.
Hinsichtlich der Sicherheitsherausforderungen erklärte der Vize-Ministerpräsident und Staatsminister für Verteidigung, dass Katar seine Verteidigungsstrategie überprüft und drei vorrangige Bereiche festgelegt habe: Luftverteidigung, Drohnenabwehr und elektronische Kriegsführung einschließlich Cybersicherheit.
Zugleich setze Katar den Aufbau nationaler Kapazitäten in diesen Bereichen in Zusammenarbeit mit regionalen und internationalen Partnern fort.
Er gab außerdem bekannt, dass der Staat Katar in Kürze eine neue Partnerschaft mit regionalen Partnern ankündigen werde, um eine Initiative zum Kapazitätsaufbau in diesen Bereichen ins Leben zu rufen. Zudem werde Katar die Gründung eines Zentrums für Verteidigungsindustrien bekannt geben, dies im Rahmen einer Strategie zur Stärkung der nationalen Fähigkeiten.
Darüber hinaus betonte er, dass der Luftwaffenstützpunkt Al Udeid weiterhin seine strategische Rolle erfülle. Seine Weiterentwicklung werde fortgesetzt, um den Anforderungen der katarischen Streitkräfte gerecht zu werden.
Neben den US-Streitkräften beherberge der Stützpunkt zudem Vertreter aus mehr als 20 Ländern, was die Art und den Umfang der Verteidigungspartnerschaften des Staates Katar widerspiegele.
Hinsichtlich der Vermittlungspolitik betonte SE Scheich Saoud bin Abdulrahman bin Hassan bin Ali Al Thani, dass Vermittlung und Verteidigung zwei sich ergänzende Ansätze seien. Er erläuterte, dass die vom Staat Katar geleiteten Vermittlungsbemühungen darauf abzielten, den Ausbruch von Konflikten zu verhindern, und nicht im Widerspruch zur Notwendigkeit stünden, die Bereitschaft des Staates zur Verteidigung seiner Sicherheit und Souveränität aufrechtzuerhalten.
SE wies darauf hin, dass Vermittlung Geduld und Entschlossenheit erfordere, und verwies dabei auf die Verhandlungen zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda, die mehrere Jahre gedauert hätten, bevor konkrete Ergebnisse erzielt worden seien.
Er betonte, dass der Staat Katar seine Fähigkeit unter Beweis gestellt habe, seine Vermittlungsbemühungen in verschiedenen Angelegenheiten in Zusammenarbeit mit seinen Partnern fortzusetzen.
Zu den Beziehungen mit dem Iran erklärte SE: “Die Verwirklichung eines nachhaltigen Friedens erfordert die Aufnahme eines umfassenden regionalen Dialogs, an dem die Staaten des Golf-Kooperationsrates sowie Pakistan und die Türkei beteiligt sind und der in Abstimmung mit den internationalen Partnern geführt wird. Dieser Prozess sollte auf Vertrauen, Gewaltverzicht und der Berücksichtigung gegenseitiger Sicherheitsbedenken beruhen.”
Er fügte hinzu, dass die historischen Erfahrungen beim Aufbau wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich nach jahrzehntelangen Konflikten als Modell dienen könnten, um wirtschaftliche Brücken zu schaffen, die zur Verhinderung künftiger Konflikte beitragen.
Er betonte, dass Iran ein Nachbarstaat bleibe und die Region Mechanismen schaffen müsse, um eine Wiederholung von Konflikten zu verhindern.
SE bekräftigte, dass der Staat Katar die Erhebung von Durchfahrtsgebühren in der Straße von Hormus ablehne, eine Haltung, die im Einklang mit dem Völkerrecht stehe. Er betonte, dass jede Unsicherheit hinsichtlich der Straße von Hormus negative Auswirkungen auf die Energiemärkte und die Weltwirtschaft habe.
Er erläuterte, dass Katar trotz bestehender Meinungsverschiedenheiten weiterhin diplomatische Kommunikationskanäle mit Iran offenhalte. Er betonte, dass der Dialog nicht abgebrochen sei und Katar hoffe, dass die bestehenden Verständigungen dazu beitragen würden, das Vertrauen zu stärken und eine erneute Zuspitzung der Spannungen zu verhindern.
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