Katars Friedens-Appell in Genf: „Wir müssen die Vermittler schützen
Genf, den 12. Oktober /QNA/ Was Vermittlung braucht, um zu wirken: Beim Genfer Friedensforum spricht Katars Staatsminister über Vertrauen, geschützte Räume – und über die Verantwortung derer, die Frieden stiften wollen.
An der Eröffnungssitzung des Genfer Friedensforums hat heute S.E. Dr. Mohammed bin Abdulaziz bin Saleh Al Khulaifi, Staatsminister im Außenministerium, im Namen Katars teilgenommen.
Auf die Bedeutung der Regeln und Normen, welche die Vermittlung im Dienste des Friedens ordnen, wies Seine Exzellenz zu Beginn seiner Rede hin, und er erläuterte, dass diese Regeln und Normen, wie die Erfahrung des Staates Katar auf dem Vermittlungsfeld lehre, wichtiger geworden seien als je zuvor.
Vermittlung, so merkte er an, beschränke sich nicht darauf, zwei Parteien in einem Raum zu versammeln; sie gründe vielmehr auf Vertrauen und Neutralität, auf Vertraulichkeit und Inklusivität und auf einem wahrhaftigen Bekenntnis zur friedlichen Beilegung.
„Dies sind keine bloß theoretischen Grundsätze, sondern praktische Voraussetzungen, die es den Parteien erlauben, um des Friedens willen Risiken einzugehen, Kompromisslösungen zu erproben und am Verhandlungsprozess festzuhalten, selbst wenn eine Einigung unerreichbar scheint“, sagte S.E. Dr. Al Khulaifi.
Zu schützen seien, wie er befand, die Grundsätze der Vermittlung, der Raum, der der Vermittlung selbst gehört, und die multilateralen Bemühungen, Frieden zu schaffen.
„Die Kriege, die heute geführt werden, enden selten mit einem endgültigen Sieg, und selten werden sie abschließend beigelegt. Die Tür zum Sieg ist schmaler geworden, und die Tür zur Einigung hat sich beinahe geschlossen. Die Vermittlung ist das Mittel, mit dem wir diese Tür offenhalten – und eben darum muss der Raum, der ihr bleibt, geschützt werden“, fügte Seine Exzellenz hinzu.
Einen sicheren und geschützten Raum, politisch wie physisch, verlange der Dialog, hob der Staatsminister im Außenministerium hervor, und Gewissheit für die Parteien, dass ihnen der Eintritt in Verhandlungen keine neuen Gefahren eintrage.
„Für den Staat Katar gilt, dass der Druck, dem wir ausgesetzt waren, unser Bekenntnis zur Vermittlung nicht geschwächt, sondern vertieft hat. Je schwerer der Dialog wird, desto dringlicher wird die Vermittlung; und je brüchiger die Regeln und Normen werden, die sie ordnen, desto größer wird unsere Verantwortung, sie zu verteidigen“, legte er dar.
Den Vereinten Nationen kommt dem Staatsminister zufolge die Aufgabe zu, bereitzustehen, wenn die Vermittlung bedroht ist. „Dies steht im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen selbst, deren Artikel 33 Verhandlung und Vermittlung zu den Mitteln der friedlichen Streitbeilegung zählt. Die friedliche Beilegung ist dem internationalen System weder fremd noch äußerlich, sie ist einer seiner tragenden Pfeiler“, betonte er.
Die internationale Gemeinschaft rief Dr. Al Khulaifi auf, strengere Regeln und Normen und stärkere rechtliche Garantien zum Schutz der Vermittler zu entwickeln, denn „der Schutz der Vermittlung liegt im Interesse aller. Wenn wir die Menschen bitten, zum Ende von Kriegen beizutragen, dann müssen wir helfen, ihre Sicherheit zu gewährleisten“.
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