QCB-Chef: Nicht-Energiesektor erreicht 70 % der Wirtschaftsleistung
New York, den 21. September /QNA/ Katar treibt seine wirtschaftliche Diversifizierung trotz regionaler Unsicherheiten konsequent voran. S.E. der Gouverneur der Zentralbank von Katar (QCB) und Vorsitzende der Qatar Investment Authority (QIA), Scheich Bandar bin Mohammed bin Saoud Al Thani, erklärte in einem Interview mit Bloomberg TV, dass der Anteil der Nicht-Kohlenwasserstoffwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt von rund 40% im Jahre 2011 auf etwa 70% in den vergangenen Jahren gestiegen sei.
Diese Entwicklung sei durch anhaltende Haushaltsüberschüsse, den Aufbau finanzieller Reserven und die Schaffung staatlicher Fonds unterstützt worden. Dadurch verfüge die katarische Wirtschaft heute über eine deutlich größere Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Schocks und geopolitischen Risiken.
Nach Angaben des Notenbankchefs verzeichnete der Nicht-Energiesektor zuletzt ein Wachstum von 3,5 %, obwohl die Region erheblichen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen ausgesetzt gewesen sei. Gleichzeitig habe Katar seine Staatsverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt von 60 auf 40 % reduziert und zugleich ein solides Sovereign-Rating der Kategorie AA gehalten.
Besonders hervor hob Scheich Bandar die langfristigen Pläne im Energiesektor. Trotz der Schäden an Anlagen der Flüssigerdgasindustrie halte Katar unverändert an seinen Expansionsprojekten fest. Derzeit werde ein weiteres Ausbauprogramm umgesetzt, das die LNG-Produktionskapazität des Landes bis 2030 auf 145 Millionen Tonnen pro Jahr erhöhen soll. Damit würde sich die Produktion gegenüber früheren Kapazitäten nahezu verdoppeln.
Der Zentralbankchef verwies zudem auf die starke außenwirtschaftliche Position des Landes. Neben umfangreichen Devisenreserven der Zentralbank verfüge Katar mit der Qatar Investment Authority über einen der größten Staatsfonds der Welt. Diese finanziellen Ressourcen stärkten die Fähigkeit des Landes, Herausforderungen zu bewältigen und von einer künftigen Verbesserung der regionalen Rahmenbedingungen zu profitieren.
Für die QIA kündigte Scheich Bandar eine verstärkte Ausrichtung auf Zukunftsbranchen an. Die langfristige Anlagestrategie konzentriere sich zunehmend auf Technologie, Künstliche Intelligenz und Innovation, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig investiere der Staatsfonds weiterhin in unterschiedliche Wirtschaftssektoren, um die Diversifizierungsstrategie des Landes zu unterstützen.
Auch die Zentralbank selbst setzt verstärkt auf neue Technologien. Nach Angaben ihres Gouverneurs laufen derzeit 18 Projekte im Bereich Künstliche Intelligenz. Vier davon seien bereits erfolgreich abgeschlossen worden. Die Anwendungen hätten dazu beigetragen, Kosten zu senken und Arbeitsprozesse zu beschleunigen. Die QCB beabsichtige, ihre Investitionen in KI weiter auszubauen und zusätzliche Einsatzmöglichkeiten zur Modernisierung ihrer Abläufe zu erschließen.
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