Kulturelle Einrichtungen in Katar: Im Rahmen des FANA-Kulturberichts: Kontinuierliche Bemühungen zur Bewahrung des lokalen und arabischen Kulturerbes
Doha, den 30. August /QNA/ Sehr geehrte Abonnenten, nachstehend finden Sie den Kulturbericht der Katarischen Nachrichtenagentur (QNA) im Rahmen des Kulturberichts der Föderation Arabischer Nachrichtenagenturen (FANA), der die Bemühungen der katarischen Kulturinstitutionen zur Erhaltung des kulturellen Erbes beleuchtet:
Katar baut seine Führungsrolle bei der Bewahrung des arabischen Dokumenten Erbes aus.
Im Rahmen seines Engagements für die Erhaltung des dokumentarischen Erbes hat Katar in Zusammenarbeit mit der UNESCO die Gründung des Komitees "Gedächtnis der Welt“ für die arabische Region angekündigt. Die Ankündigung erfolgte auf einer Regionalkonferenz in Doha im Januar 2025 unter dem Motto „Das Gedächtnis im Kulturerbe“. Bei dieser Gelegenheit wurde Dr. Ahmed Abdullah Al Buainain, Generalsekretär der Nationalbibliothek von Katar, zum Vorsitzenden des Komitees gewählt.
Die Nationalbibliothek von Katar weihte außerdem das Regionalbüro der Internationalen Vereinigung bibliothekarischer Verbände und Einrichtungen (IFLA) ein, um die Koordinierung im Bereich der Erhaltung des dokumentarischen Erbes in der arabischen Welt und im Nahen Osten zu verstärken.
Darüber hinaus hat Katar den Nationalen Ausschuss für die Umsetzung des UNESCO-Programms „Gedächtnis der Welt“ ins Leben gerufen, der mit der Erstellung eines nationalen Registers des dokumentarischen Erbes mit dem Titel „“Katarisches Register des Gedächtnisses der Welt““ und der Vorschlag von Dokumenten, die für die Aufnahme in das Weltregister in Frage kommen, beauftragt ist.
Laut Dr. Ghanem bin Mubarak Al Ali, Unterstaatssekretär im Kulturministerium und Vorsitzender des Nationalen Komitees, geht diese Initiative auf einen Beschluss des Ministerrats zurück, und das Kulturministerium wird für die Umsetzung sorgen. Das Komitee möchte in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden durch Programme, Veranstaltungen und Schulungen das Bewusstsein für die Bedeutung der Dokumentenerhaltung schärfen.
Derzeit ist das Komitee mit der Sammlung, Sortierung und Klassifizierung von Dokumenten beschäftigt und plant für die kommenden Jahre Schulungsworkshops. Der Staat Katar bekräftigt sein Engagement für die Erhaltung dieses Erbes in enger Zusammenarbeit mit der UNESCO auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene.
Schließlich betonte der Generalsekretär des katarischen Nationalarchivs, dass die Bewahrung des arabischen Dokumentenerbes eine kollektive Verantwortung sei, die durch den katarischen Vorsitz des Regionalkomitees „Gedächtnis der Welt” noch verstärkt werde.
Dr. Ahmed Abdullah Al-Buainain, Generalsekretär des Nationalarchivs von Katar und Vorsitzender des „Gedächtnis der Welt“-Komitees für die arabische Region, betonte, dass die Erhaltung des arabischen Dokumentenerbes eine integrierte Verantwortung sei, die Koordination und Strategie erfordere. Er hob die Bemühungen Katars in diesem Bereich hervor, die auf einer ehrgeizigen Strategie, einer modernen Infrastruktur und fortschrittlichem Fachwissen, u.a. im Bereich der digitalen Erhaltung, basieren.
Er erklärte, dass das „Gedächtnis der Welt“-Komitee für die arabische Region ein strategischer regionaler Rahmen sei, der dazu diene, das Bewusstsein für die Bedeutung historischer Dokumente zu schärfen, die arabische Koordination zu verstärken und gemeinsame Maßnahmen in den Bereichen Dokumentation, Digitalisierung und Konservierung zu fördern. Er wies auch darauf hin, dass die Vertretung des arabischen Dokumentenerbes im Weltdokumentenerbe der UNESCO mit weniger als 4 % nach wie vor gering sei.
Das Komitee stützt sich auf eine Struktur aus „nationalen Kontaktstellen”, thematischen Unterkomitees und regelmäßigen Sitzungen, die durch regionale und internationale Partnerschaften unterstützt werden. Seine Projekte gliedern sich in vier Hauptbereiche:
1-Fachausbildung,
2-Digitalisierung von Dokumenten,
3-Unterstützung bei der Aufnahme in das Gedächtnis der Welt Register und
4-Erstellung regionaler Datenbanken.
Dr. Al-Buainain bezeichnete Katar als fortschrittliches Vorbild im Bereich der Dokumentenerhaltung und würdigte die Rolle des Nationalarchivs bei der Organisation der Regionalkonferenz im Januar in Doha, auf der die Gründung des Regionalkomitees offiziell beschlossen wurde. Er erinnerte an die von der UNESCO organisierten Vorbereitungssitzungen und die Wahl des Exekutivbüros des Komitees auf dieser Konferenz.
Das Nationalarchiv von Katar spielt dank seiner Strategie zur digitalen Archivierung, seiner hochmodernen Infrastruktur, seinem technischen Fachwissen und seiner Beteiligung an regionalen Dokumentationsprojekten eine zentrale Rolle. Dr. Al-Buainain kam zu dem Schluss, dass die Bewahrung des dokumentarischen Erbes eine kollektive Verantwortung ist, die für die Weitergabe der kulturellen und historischen Identität von entscheidender Bedeutung ist.
Frau Abeer Saad Al Kuwari, Direktorin der Nationalbibliothek von Katar, begrüßte die Ernennung der Bibliothek zum ersten regionalen Büro der IFLA im Nahen Osten und Nordafrika. Sie sieht darin eine Anerkennung der Rolle der Institution bei der Bewahrung des Erbes und der Verbreitung von Wissen sowie einen strategischen Fortschritt, um die regionale Zusammenarbeit zu verstärken und das Bibliothekswesen nach internationalen Standards zu entwickeln, unter Berücksichtigung der kulturellen Besonderheiten der Region.
Frau Abeer Saad Al Kuwari, Direktorin für nationale Sammlungen und Sonderinitiativen an der Nationalbibliothek von Katar, erklärte, dass das regionale Büro der IFLA in Doha für die Umsetzung der Programme der Organisation in der Region zuständig ist.
Es unterstützt Bibliotheken in der arabischen Welt, erleichtert die Koordinierung zwischen 22 Ländern bei der Politikgestaltung, der Ausbildung und dem Erfahrungsaustausch und verstärkt die regionalen Aktivitäten der IFLA. Dieses Büro bildet eine Plattform für die Zusammenarbeit, die dazu dient, die Dienstleistungen der Bibliotheken zu optimieren, die Erhaltung des Kulturerbes zu unterstützen und die arabische Vertretung in den Entscheidungsgremien der IFLA zu stärken. Es ermöglicht der Nationalbibliothek von Katar außerdem, von internationalem Fachwissen in den Bereichen Digitalisierung, physische Erhaltung und Katastrophenmanagement im Bereich des Kulturerbes zu profitieren und gleichzeitig die Ausbildung von Fachleuten zu fördern. Frau Al Kuwari betonte, dass die Präsenz dieses Büros die Rolle der Bibliothek bei der Erhaltung des kulturellen Erbes verstärkt.
Diese wird regionale Projekte zur Erhaltung von Manuskripten und Dokumenten, zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgütern und zur Ausbildung von Fachleuten in modernen Konservierungstechniken starten. Seit 2015 fungiert die Bibliothek als regionales Zentrum der IFLA für Erhaltung und Konservierung und organisiert Workshops und Schulungen für arabische Bibliotheken.
Sie erwähnte auch das Projekt „Himaya“-Auf Deutsch "Bewahrung", das in Zusammenarbeit mit der UNESCO und INTERPOL durchgeführt wird und dazu dient, den Schmuggel von Manuskripten in der Region zu bekämpfen. Diese Bemühungen zielen darauf ab, die Weitergabe des arabischen und islamischen Erbes an künftige Generationen zu gewährleisten.
Die Nationalbibliothek von Katar misst der Erhaltung des arabischen und islamischen Erbes große Bedeutung bei. Zu diesem Zweck hat sie die „Bibliothek des Erbes” eingerichtet, die seltene Manuskripte, Bücher, Karten und Fotos enthält. Über 16 Millionen Seiten wurden digitalisiert. In Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen hat sie außerdem eine kostenlose digitale Plattform ins Leben gerufen.
Dort ist auch ein modernes Konservierungszentrum tätig, in dem Dokumente nach den neuesten wissenschaftlichen Standards restauriert werden. Neben der Unterstützung der Forschung organisiert die Bibliothek regelmäßig Ausstellungen und Konferenzen, u.a. eine Ausstellung, die sich in diesem Jahr der Herstellung handgeschriebener Bücher in Marokko widmet.
In Bezug auf zukünftige Projekte erklärte Frau Al Kuwari, dass die Bibliothek die Digitalisierung ihrer Sammlungen und die Umwandlung des arabisch-islamischen Erbes in ein digitales Erbe fortsetzen werde. Sie betonte die Aufgabe der Bibliothek, das kollektive Gedächtnis zu bewahren und ihre regionale Rolle zu festigen.
Abschließend kündigte sie künftige Partnerschaften an, um Initiativen zum Schutz des Kulturerbes in der arabischen Welt zu verstärken, sowie Sensibilisierungsprogramme, die dazu dienen, die Gemeinschaft, insbesondere junge Menschen, in die Erhaltung des Kulturerbes einzubeziehen. Die Bibliothek bereitet sich darauf vor, gemeinsam mit der IFLA Aktionspläne zur Entwicklung von Bibliotheken und Restaurierungsprojekten in der Region zu starten und bekräftigt damit ihre Vorbildfunktion beim Schutz des kulturellen Erbes.
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