GCC-STAT: Tourismus mit 365,7 Milliarden Dollar BIP-Beitrag bis 2035
Maskat, den 27. September /QNA/ Der Tourismus dürfte bis 2035 rund 365,7 Milliarden US-Dollar zum Bruttoinlandsprodukt der GCC-Staaten beitragen. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Branche bis dahin 5,8 Millionen Arbeitsplätze bereitstellt, wie aus Prognosen des Statistikzentrums des Golfkooperationsrates (GCC-SAT) hervorgeht.
Einer anlässlich des Welttourismustages, der alljährlich am 27. September begangen wird, veröffentlichten Statistikbroschüre zufolge reisten 2025 mehr als 20 Millionen Touristen innerhalb der GCC-Staaten. Gegenüber 2024 entspricht dies einem Zuwachs von 3,6 Prozent. Unter dem Titel „Golftourismus im Zeitalter des intelligenten Wandels“ zeichnet die Publikation zugleich ein umfassendes Bild der wichtigsten Branchenindikatoren und des digitalen Reifegrades in den Mitgliedstaaten.
Getrieben von der rasanten Entwicklung digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz tritt der Tourismus in der Golfregion nach Einschätzung des Zentrums inzwischen in eine neue Phase ein, in der Daten und Innovation maßgeblich darüber entscheiden dürften, wie Reiseerlebnisse gestaltet, Entscheidungen getroffen, Kompetenzen aufgebaut und Destinationen effizient sowie nachhaltig gesteuert werden.
„Die Golfregion bewegt sich auf ein Tourismusmodell zu, in dem Daten und Innovation eine immer wichtigere Rolle bei der Gestaltung des Reiseerlebnisses und der nachhaltigen Steuerung von Destinationen spielen“, berichtete das Statistikzentrum.
Die vorläufigen Zahlen für 2025 untermauern zugleich die anhaltende Wachstumsdynamik des Sektors. Demnach empfingen die GCC-Staaten rund 75,7 Millionen Touristen, womit das Vorjahresniveau um 4,9 Prozent übertroffen wurde. Noch kräftiger entwickelten sich die Tourismuseinnahmen, die um 9,7 Prozent auf etwa 131,9 Milliarden US-Dollar stiegen.
Dass die Einnahmen stärker wuchsen als die Zahl der Gäste, lässt laut Broschüre auf eine zunehmende Wertschöpfung im Tourismussektor und steigende durchschnittliche Reiseausgaben schließen. Auf jeden internationalen Besucher entfielen im Jahresdurchschnitt rund 1.743 US-Dollar Einnahmen. Je stärker es den GCC-Staaten gelingt, neben höheren Besucherzahlen auch die Wertschöpfung pro Gast zu steigern, umso größer dürfte der gesamtwirtschaftliche Nutzen des Tourismussektors ausfallen.
Unterdessen wurde das Hotelangebot in den GCC-Staaten weiter ausgebaut. 2025 lag die Zahl der Hotelbetriebe bei rund 12.400, was einem Anstieg von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies unterstreiche sowohl die kontinuierliche Erweiterung der Aufnahmekapazitäten als auch die anhaltenden Investitionen in Hotellerie und touristische Dienstleistungen.
Besonderes Gewicht misst das Statistikzentrum den digitalen Voraussetzungen für die künftige Neuausrichtung des Sektors bei. Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur bilde das Fundament, auf dem innovative Dienstleistungen und maßgeschneiderte Reiseerlebnisse entwickelt werden könnten, und schaffe zugleich die Voraussetzungen für den Übergang zu einem intelligenteren und stärker vernetzten Tourismus.
Bemerkenswert seien in diesem Zusammenhang die Ergebnisse beim Index zur Entwicklung mobiler Anwendungen: Sämtliche GCC-Staaten erreichten dort mindestens 60 Punkte. Dies zeuge von fortgeschrittenen digitalen Kapazitäten, die für innovative touristische Anwendungen genutzt werden könnten, um Reisenden Informationen und Dienstleistungen leichter zugänglich zu machen und ihre Nutzererfahrung vor, während und nach dem Aufenthalt gezielt zu verbessern.
Die langfristigen Perspektiven des Golftourismus hingen allerdings keineswegs ausschließlich davon ab, mehr internationale Gäste anzuziehen oder zusätzliche Hotelkapazitäten zu schaffen. Ausschlaggebend werde vielmehr sein, in welchem Maße die Branche Daten, künstliche Intelligenz und digitale Anwendungen dafür nutze, Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen, Nachfrageentwicklungen verlässlich vorherzusagen, Angebote zu personalisieren und Destinationen ressourcenschonend zu verwalten.
„Die Zukunft des Golftourismus wird nicht allein von der Zahl der Besucher und dem Ausbau der Hotelkapazitäten bestimmt, sondern ebenso davon, wie wirksam Daten, künstliche Intelligenz und digitale Anwendungen für ein intelligenteres und nachhaltigeres Tourismusmanagement eingesetzt werden“, heißt es in der Publikation.
Dies macht eine engere Verzahnung touristischer Daten innerhalb des Golfkooperationsrates erforderlich. Gemeinsame digitale Plattformen sowie eine stärkere Verknüpfung von Buchungs-, Verkehrs- und Veranstaltungsangeboten könnten die bislang teilweise getrennten Dienstleistungen zu einem durchgängigen regionalen Reiseerlebnis zusammenführen, solange die Mitgliedstaaten ihre digitalen Systeme und touristischen Angebote entsprechend aufeinander abstimmen.
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