Internationale Energieagentur revidiert Prognose für globalen Ölbedarf 2026 nach unten
Paris, den 11. September /QNA/ Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für den weltweiten Ölbedarf 2026 gesenkt. Sie rechnet mit einem Rückgang des Verbrauchs um 2,5 Millionen Barrel pro Tag – verglichen mit 1,6 Millionen Barrel pro Tag in ihrer im August veröffentlichten Schätzung. Als Gründe nennt die Agentur die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten sowie die steigenden Kraftstoffpreise.
In ihrem heute veröffentlichten Monatsbericht erklärte die IEA, dass der weltweite Ölverbrauch in diesem Jahr voraussichtlich 102,44 Millionen Barrel pro Tag erreichen werde – gegenüber 103,29 Millionen Barrel pro Tag in der Prognose des Vormonats. Die anhaltende Pattsituation in den Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran verzögere zudem die Aussichten auf eine Rückkehr zu normalen Öllieferungen im kommenden Jahr, so die Agentur weiter.
Die seit Ende August wiederaufgenommenen Kampfhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten – insbesondere US-amerikanische und iranische Angriffe auf Öltanker in der Straße von Hormus, über die fast 20 % der weltweiten Ölversorgung transportiert werden – belasteten die Märkte weiterhin und befeuerten weltweit steigende Preise.
Auf der Angebotsseite berichtet die Agentur von einem Rückgang der globalen Produktion um 1,6 Millionen Barrel pro Tag. In der Golfregion blieben aufgrund der Sicherheitslage Produktionskapazitäten von über 10 Millionen Barrel pro Tag ungenutzt.
Die IEA prognostiziert daher für dieses Jahr einen Rückgang des globalen Ölangebots um 5,7 Millionen Barrel pro Tag auf 100,7 Millionen Barrel pro Tag. Die erwartete Erholung in der Golfregion werde sich nun bis 2027 verzögern. Die Agentur schätzt außerdem, dass die Ölexporte der Golfstaaten im vergangenen August bei rund 13 Millionen Barrel pro Tag lagen – fast der Hälfte des Vorkriegsniveaus.
Sie merkt zudem an, dass der Anstieg der Rohölpreise im Vergleich zu dem der Preise für Raffinerieprodukte relativ moderat bleibe. Der Dieselpreis in den USA überstieg kürzlich 6 US-Dollar pro Gallone, wohingegen die wachsende Kluft zwischen Rohöl- und Raffinerieproduktpreisen die Raffineriemargen im Atlantikraum auf Rekordniveau trieb.
Die IEA gab außerdem bekannt, dass die globalen Ölvorräte im August um weitere 95 Millionen Barrel gesunken sind. Damit beläuft sich der kumulierte Förderrückgang seit Februar auf 507 Millionen Barrel – was einem Durchschnitt von 2,8 Millionen Barrel pro Tag entspricht.
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