Berater des Ministerpräsidenten und offizieller Sprecher des Außenministeriums: Katar wirbt für diplomatische Lösung im Iran-Konflikt
Doha, den 04. August / QNA / Katar, Oman und Pakistan setzten ihre Vermittlungsbemühungen zwischen Iran und den USA fort. Ziel sei es, die Kommunikation zwischen beiden Seiten zu erleichtern und ihre Positionen einander anzunähern, sagte Seine Exzellenz der Berater des Ministerpräsidenten und offizieller Sprecher des Außenministeriums, Dr. Majed bin Mohammed Al Ansari.
Auch die Staaten des Golfkooperationsrats stimmten sich weiterhin mit regionalen Partnern ab, erklärte Dr. Al Ansari bei der wöchentlichen Pressekonferenz des Ministeriums. Die gemeinsamen Bemühungen zielten darauf ab, eine dauerhafte diplomatische Lösung der Krise zu erreichen.
Im Mittelpunkt stehe derzeit die Eindämmung der Spannungen. Zugleich müsse erneut Raum für diplomatische Initiativen geschaffen werden. Die Rückkehr an den Verhandlungstisch sei der beste Weg, um die bestehenden Differenzen beizulegen, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums.
Regionale und internationale Vermittler arbeiteten weiterhin daran, eine erneute Eskalation zu verhindern und direkte Gespräche zu ermöglichen. Al Ansari äußerte die Hoffnung, dass diese Bemühungen in absehbarer Zeit zu positiven Ergebnissen führen könnten.
Kein Zeitplan für eine Einigung
Katar lege für Vermittlungsprozesse grundsätzlich keinen festen Zeitrahmen fest, so Al Ansari weiter. Ob und wann eine Vereinbarung zustande komme, hänge vor allem von der Bereitschaft der beteiligten Parteien ab.
Die katarische Führung stehe auf verschiedenen Ebenen mit den maßgeblichen Akteuren in Kontakt. Ziel dieser Gespräche sei es, Fortschritte bei den Verhandlungen zu erzielen. Eine endgültige Einigung sei bislang jedoch nicht erreicht worden.
„Wir haben über viele Jahre umfassende Erfahrung als Vermittler gesammelt, sowohl bei regionalen als auch bei internationalen Konflikten. Das haben wir bei den Gesprächen zu Afghanistan und im Vermittlungsprozess zum Gaza-Krieg unter Beweis gestellt“, unterstrich er.
Freie Schifffahrt in der Straße von Hormus
Mit Blick auf die Straße von Hormus bekräftigte der katarische Amtsträger die Forderung Katars nach freier Schifffahrt auf Grundlage des Völkerrechts. Die strategisch wichtige Meerenge dürfe weder als politisches Druckmittel noch zur Durchsetzung einseitiger Interessen genutzt werden.
Als Mindestanforderung bezeichnete er eine Rückkehr zur bisherigen Lage in der Meerenge. Alle Maßnahmen müssten mit dem Völkerrecht vereinbar und mit den Anrainerstaaten sowie den übrigen betroffenen Ländern abgestimmt sein.
Mögliche neue Regelungen für die Verwaltung der Straße von Hormus oder die Organisation des Schiffsverkehrs könnten nur im Einvernehmen mit allen betroffenen Staaten der Region getroffen werden, fügte Al Ansari hinzu. Die freie Durchfahrt und der ungehinderte Warenverkehr seien von internationalem Interesse.
Katar macht Israel für Verzögerungen in Gaza verantwortlich
Zum Gaza-Dossier führte der Außenamtssprecher aus, die von den Vermittlern veröffentlichte Stellungnahme zu den fortdauernden israelischen Verstößen im Gazastreifen ziele darauf ab, Israel für die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens zur Verantwortung zu ziehen.
Er ergänzte, Die Bemühungen würden weiterhin in enger Abstimmung mit den verschiedenen Parteien fortgeführt, insbesondere mit den Vereinigten Staaten sowie den Vermittlern aus Katar, Ägypten und der Türkei. Ziel sei es, die Umsetzung der zweiten Phase des Abkommens zu beschleunigen.
Nach Auffassung Al Ansaris erkenne die internationale Gemeinschaft inzwischen eindeutig, welche Seite die praktische Umsetzung der Vereinbarung behindere. Der Übergang zur zweiten Phase entsprechend dem Plan des US-Präsidenten Donald Trump und der von ihm zugesagten Unterstützung übertrage Israel die volle Verantwortung für die nächsten Schritte.
Die Hamas habe, so er weiter, die an sie gerichteten Forderungen erfüllt. Demgegenüber bestünden klare Verpflichtungen der israelischen Seite, die sich unmittelbar aus dem Abkommen ergäben, bislang jedoch nicht umgesetzt worden seien.
Darüber hinaus erinnerte Al Ansari daran, dass der Verhandlungsprozess seit 2023 mehrfach durch israelische Verzögerungen bei der Umsetzung der vereinbarten Bestimmungen belastet worden sei. In diesem Zusammenhang verwies er auf die jüngste israelische Eskalation sowie auf Angriffe gegen Zivilisten im Gazastreifen, bei denen mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen seien. Dies stelle einen weiteren Versuch dar, Fortschritte in den Verhandlungen zu untergraben und eine friedliche Beilegung des Konflikts zu erschweren.
Forderung nach israelischem Rückzug
Herr Al Ansari forderte den Rückzug Israels aus allen besetzten Gebieten. Eine Besatzung könne unter keinen Umständen gerechtfertigt werden. Katar stütze seine Haltung auf das Völkerrecht und die einschlägigen internationalen Resolutionen.
Al Ansari rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, den Druck zur Umsetzung des Abkommens zu erhöhen. Nur auf dieser Grundlage könnten der Wiederaufbau des Gazastreifens vorangebracht und die humanitären Lebensbedingungen seiner Bevölkerung verbessert werden, die seit mehr als zwei Jahren unter der anhaltenden Krise leide.
Gespräche mit Russland
Al Ansari äußerte sich auch zu einem Telefongespräch zwischen Katars Ministerpräsident und Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow.
Katar wolle seine regionalen und internationalen Partner fortlaufend über die Entwicklungen in der Region informieren, sagte der Sprecher. Die Folgen der gegenwärtigen Krise reichten weit über den Nahen Osten hinaus. Deshalb seien eine engere internationale Abstimmung und regelmäßige Konsultationen erforderlich.
Die Kontakte zwischen Katar und Russland würden zu verschiedenen regionalen und internationalen Fragen fortgesetzt. Bei dem jüngsten Telefonat sei es um die aktuelle Lage in der Region sowie um die laufenden diplomatischen Bemühungen gegangen.
Nach Angaben Al Ansaris hält Katar eine umfassende Unterrichtung seiner internationalen Partner für notwendig, um die Verhandlungen zu unterstützen und die Suche nach einer diplomatischen Lösung voranzubringen.
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