Anthropic: Neues Tool erkennt KI-generierte Romane
Washington, 12. August /QNA/ Das US-Unternehmen "Anthropic" hat ein neues Tool vorgestellt, das mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellte Romane erkennen kann. Die jüngsten Claude-Modelle des Unternehmens versehen alle von der KI-generierten Texte automatisch mit einer unsichtbaren Wasserzeichen-Markierung, die direkt in den Text eingebettet wird.
Laut "Anthropic" verändert diese Markierung weder den Sinn noch die Lesbarkeit des Textes, bleibt jedoch beim Kopieren und Einfügen erhalten. Es handelt sich um ein feines Muster oder einen eingebetteten Code in digitalen Dokumenten oder Bildern, der die Urheberschaft nachweisen und unbefugtes Kopieren oder Plagiate verhindern soll. Die Maßnahme steht im Einklang mit den Transparenzverpflichtungen des Unternehmens gemäß dem EU-Gesetz über Künstliche Intelligenz.
Die im Juli eingeführten Claude-Modelle unterstützen die Wasserzeichen-Funktion bereits ab ihrer Veröffentlichung. "Anthropic" arbeitet zudem daran, diese Funktion auch in ältere Modelle zu integrieren. Die Markierungen sollen weltweit auf alle von Claude generierten Inhalte angewendet werden – auch bei Zugriff über Cloud-Dienste. Darüber hinaus plant das Unternehmen, externen Partnern Erkennungstools zur Verfügung zu stellen.
Das Einfügen von Wasserzeichen in KI-generierte Inhalte gilt als wichtiger Schritt und Wendepunkt für die Verlagsbranche, die zunehmend mit der Authentifizierung solcher Texte konfrontiert ist. Erst im vergangenen Monat zog ein Literaturagent seine Unterstützung für den Kriminalroman „Call Me, I’ll Hide the Body“ zurück, nachdem Zweifel am möglichen Einsatz von KI bei der Erstellung des Buches aufgekommen waren. Der Autor Jerry Valady bestritt den Einsatz von KI.
Zuvor hatte der Verlag Hachette den Horrorroman „Shy Girl“ der Autorin Mia Ballard zurückgezogen, nachdem ähnliche Vorwürfe laut geworden waren. Ballard erklärte, sie habe keine KI verwendet; ein unabhängiger Lektor habe ohne ihr Wissen KI-generierte Passagen eingefügt.
Die neue Wasserzeichen-Technologie von Claude könnte Verlagen, Schulen und Universitäten künftig ein zusätzliches Instrument bieten, um solche Fälle zu untersuchen und es zu erschweren, KI-generierte Texte als eigene Werke auszugeben.
"Anthropic" weist jedoch darauf hin, dass intensive Bearbeitung, Umschreiben, Übersetzung oder Vermischung von Claude-Ausgaben mit anderen Texten die Wasserzeichen unauffindbar machen kann. Die Markierung allein könne daher nicht beweisen, dass Claude der ursprüngliche Autor eines Textes war – insbesondere, da auch andere KI-Systeme beim Korrekturlesen oder Übersetzen eigene Spuren hinterlassen.
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