Qatar National Bank: Trotz struktureller Herausforderungen stützen zyklische Faktoren die Widerstandsfähigkeit des Dollars
Doha, den 25. Juli /QNA/Der katarischen Nationalbank/ Qatar National Bank (QNB) zufolge zeigt der US-Dollar in den letzten Jahren weiterhin ein beträchtliches Maß an Widerstandsfähigkeit, ungeachtet der zunehmenden Drücke infolge diverser struktureller Herausforderungen. Zu diesen zählen unter anderem sein hoher realer Wechselkurs, das anhaltende Defizit im US-Haushalt und der Handelsbilanz sowie das Bestreben einiger Zentralbanken weltweit, ihre internationalen Währungsreserven weg vom US-Dollar zu diversifizieren.
In seinem wöchentlichen Bericht erklärte die Bank, diese Faktoren hätten zahlreiche Analysten zu Fragen hinsichtlich der Aussichten sowie der Stärke des US-Dollars veranlasst. Dennoch habe die US-Währung ihre Stärke gegenüber den meisten Hauptwährungen behaupten können, was den fortwährenden Einfluss zyklischer Faktoren widerspiegelt, die zur Dämpfung der Auswirkungen langfristiger struktureller Drücke beigetragen haben.
Im Bericht wurde erwähnt, strukturelle Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des langfristigen Pfads des US-Dollars, wohingegen die Wechselkursentwicklung über kurzfristige Zeithorizonte stark an zyklische Faktoren gekoppelt bleibt.
Ergänzend führte der Bericht aus, dass die US-Wirtschaft in der jüngeren Vergangenheit von zwei zusätzlichen Faktoren profitiert habe, welche die Stärke des US-Dollars untermauerten: die Robustheit der Wirtschaftsleistung und der durch die Technologie der Künstlichen Intelligenz angetriebene Investitionsboom. Diese hätten zu einer Steigerung der ausländischen Nachfrage nach US-Finanzanlagen beigetragen und der US-Währung somit zusätzlichen Rückhalt verliehen.
Die Bank wies darauf hin, dass Zinsdifferenzen – ungeachtet anhaltender struktureller Herausforderungen – einen der Hauptfaktoren für die Performance des US-Dollars darstellen. Demnach werden die Wechselkurse direkt von der relativen Rendite beeinflusst, die Anleger mit Finanzanlagen in verschiedenen Volkswirtschaften erzielen können. Die Geldpolitik zählt somit zu den wichtigsten Triebkräften von Währungen.
Darüber hinaus erhöht das im Vergleich zu einigen anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften aktuell höher liegendes Zinsniveau in den USA die Nachfrage nach auf US-Dollar lautenden Vermögenswerten, sodass sich dies positiv auf den Wert der US-Währung auswirkt.
Laut dem QNB-Bericht gingen Phasen steigender US-Zinsen historisch mit starken Dollar-Phasen einher. Die jüngsten Neuausrichtungen der Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) haben die Bedeutung von Zinsdifferenzen für die Stützung des US-Dollars weiter verstärkt.
Zu Jahresbeginn gingen die Finanzmärkte demnach davon aus, dass die Federal Reserve im Laufe des Jahres 2026 Zinssenkungen um rund 50 Basispunkte vornehmen würde. Anhaltender Inflationsdruck, eine weiterhin robuste Wirtschaftsaktivität sowie die Neuausrichtung der Fed hin zu einer restriktiveren Haltung unter der Führung ihres neuen Vorsitzenden Kevin Warsh haben jedoch zu einer Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen geführt.
Dem Bericht zufolge deuten die aktuellen Erwartungen der Finanzmärkte darauf hin, dass die Leitzinsen noch für längere Zeit auf einem relativ hohen Niveau verharren werden, wobei bei entsprechender wirtschaftlicher Entwicklung zusätzliche Anpassungen der Geldpolitik möglich sind.
In diesem Zusammenhang wurde hervorgehoben, dass sich die Zielspanne für den Federal Funds Rate gegenwärtig zwischen 3,50 Prozent und 3,75 Prozent bewegt, verglichen mit 2,25 Prozent beim Einlagensatz der Europäischen Zentralbank (EZB) und 1,00 Prozent bei der Bank of Japan. Dies spiegele die anhaltend breite Kluft zwischen den USA und anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften wider. Die Bank wertete das Fortbestehen dieser deutlichen Zinsdifferenzen als eine der wichtigsten Stützen für den US-Dollar im kommenden Zeitraum.
Der Qatar National Bank zufolge stellt zudem die starke Verfassung des US-Aktienmarktes, getragen vom Technologie- und KI-Sektor, einen weiteren Einflussfaktor auf die globale Nachfrage nach US-Finanzanlagen dar, was wiederum den US-Dollar stützt.
In diesem Kontext wurde darauf verwiesen, dass der Ausbau von KI-Technologien zu vermehrten Investitionen in die digitale Infrastruktur geführt hat, darunter Sektoren wie Halbleiter, Rechenzentren, Cloud-Computing und Stromnetze.
Der Bericht hob hervor, dass die USA als einer der weltweiten Pioniere im Bereich der KI-Innovationen und der Entwicklung entsprechender Technologien einen großen Teil dieser wachsenden Investitionen auf sich vereint haben. Dies trug zur Steigerung der US-Unternehmensgewinne und zur Unterstützung der im Vergleich zu globalen Märkten anhaltenden Outperformance des Aktienmarktes bei.
Diese Entwicklungen hätten die Attraktivität von US-Finanzanlagen für globale Investoren gesteigert und kontinuierliche ausländische Kapitalzuflüsse in die USA begünstigt, wodurch eine zusätzliche Quelle für die Stärke des US-Dollar geschaffen wurde.
Die Wichtigkeit von KI-bezogenen Investitionen beschränkt sich laut dem Bericht nicht nur auf Auswirkungen an den Finanzmärkten, sondern erstreckt sich über die Unterstützung von Kapitalinvestitionen und Wirtschaftsaktivität auch auf die Realwirtschaft. Langfristig könnte dies zur Steigerung des Produktivitätsniveaus und zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft beitragen.
Zudem wirke sich die Performance der US-Wirtschaft im Vergleich zu einigen anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften auf die Entwicklung des US-Dollars aus. Trotz einer Verlangsamung des Wachstums gegenüber den in den Vorjahren verzeichneten Höchstwerten weise die US-Wirtschaft nach wie vor eine dynamische Aktivität auf als einige große Industrienationen.
Wirtschaftsindikatoren belegen laut dem Bericht, dass diese Überlegenheit anhält; so liege der "Composite Purchasing Managers' Index" (PMI) in den USA weiterhin deutlich über der Marke von 50 Punkten, die als Schwellenwert zwischen Wachstum und Rezession dient, was ein fortgesetztes Wachstum in den Sektoren Dienstleistungen und Verarbeitendes Gewerbe signalisiere.
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