Digitale Transformation als Wegbereiter der Präzisionsmedizin in Katar...
Interview mit Dr. Einas Al Kuwari:
Leiterin der Abteilung für Labormedizin und Pathologie
Doha, den 19. Juli /QNA/ Der Gesundheitssektor Katars investiert massiv in die digitale Transformation und fortschrittliche Smart-Health-Technologien und läutet damit eine neue Ära in der Labordiagnostik und Genanalyse ein.
Hamad Medical Corporation (HMC) hat fortschrittliche digitale Systeme eingeführt, um den Laborbetrieb zu steuern und Analysegeräte elektronisch mit den Patientenakten zu verknüpfen. Dies ermöglicht sowohl die sichere als auch sofortige Übermittlung von Testergebnissen bei gleichzeitiger Verkürzung der Bearbeitungszeiten sowie Verbesserung von Präzision bzw. Qualität.
Diese digitale Transformation bildet gemäß Katars Nationaler Vision 2030 den Grundstein für den Aufbau eines integrierten, auf Innovation, Daten und fortschrittlichen Technologien basierenden digitalen Gesundheitssystems. Dieses System soll schnelle klinische Entscheidungen ermöglichen, die Patientenerfahrung entwickeln und die Ressourcennutzung optimieren.
Die digitale Transformation ist zu einem Eckpfeiler der Entwicklung des katarischen Gesundheitssystems geworden. Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Datenanalyse stärkt die Fähigkeit des Sektors, zukünftige Herausforderungen zu meistern und gleichzeitig die Bestimmtheit und Leistungsfähigkeit der diagnostischen Leistungen zu verbessern.
Dr. Einas Al Kuwari, Leiterin der Abteilung für Labormedizin und Pathologie, erklärte, dass die Abteilung durch bedeutende Meilensteine, Rekordzahlen sowie eine umfassende digitale Transformation signifikante Fortschritte erzielt habe. Dies unterstreiche die Rolle der medizinischen Labore als unverzichtbare Säule des modernen Gesundheitssystems von Katar.
In einem Interview mit der Katarischen Nachrichtenagentur (QNA) erläuterte sie, dass die HMC-Labore jährlich über 20 Millionen diagnostische Tests durchführen, darunter rund 153.000 Gentests im Labor für Genetische Diagnostik. Diese umfassen Tests zum Nachweis erblicher Erkrankungen, genetischer Mutationen im Zusammenhang mit Blut- und Lymphdrüsenkrebs sowie anderen Krankheiten. Außerdem werden Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere und Neugeborene durchgeführt.
Dr. Einas Al Kuwari hob außerdem hervor, dass HMC erstmals ein internes klinisches Programm zur Exomsequenzierung (WES) eingeführt hat, zusätzlich zu neuen pharmakogenomischen und Thrombophilie-Testdienstleistungen. Dadurch erweitert HMC seine Kapazitäten für personalisierte Diagnosen und Behandlungen.
Im Hinblick auf Bluttransfusionsdienste erklärte Al Kuwari, dass Katar dank der hohen Spenderbeteiligung Selbstversorgung mit Blut und Blutkomponenten erreicht hat. Sie fügte hinzu, dass HMC für elf Zentren die internationale Akkreditierung erhalten und die Verwendung von Vollblut der Blutgruppe O mit niedrigem Titer für Patienten mit schweren Traumata eingeführt hat. Dies habe die Überlebensraten durch die schnelle Behandlung starker Blutungen verbessert.
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