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IMA-Chefin: Katar als wichtiger Partner betrachtet

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Paris, den 28. Juni /QNA/ Anne-Claire Legendre, Präsidentin des Institut du Monde Arabe in Paris, hat die Zusammenarbeit mit Katar als wichtigen Bestandteil der Arbeit des Instituts bezeichnet. Besonders hob sie die langjährige Partnerschaft bei der Förderung der arabischen Sprache in Frankreich hervor.

In einem Gespräch mit der Katarischen Nachrichtenagentur, QNA, erklärte Legendre, die zugleich frühere Beraterin des französischen Präsidenten für Nordafrika und den Nahen Osten war, dass diese Kooperation wesentlich zur Unterstützung des Arabisch-Sprachzentrums am Institut beigetragen habe. Dadurch könne das Zentrum jährlich mehr als tausend Lernende unterschiedlicher Altersgruppen aufnehmen – von Kindern bis hin zu Erwachsenen. Zugleich seien spezialisierte Lehrmittel und moderne Curricula entwickelt worden, um den Zugang zur arabischen Sprache zu erleichtern.

Besonders hob Legendre den Beitrag Katars zur Weiterentwicklung des Arabischunterrichts am Institut hervor. Ein wichtiger Teil der gemeinsamen Arbeit betreffe die Entwicklung pädagogischer, digitaler und technologischer Instrumente für den Sprachunterricht sowie den Aufbau eines Systems sprachlicher Zertifikate.

In diesem Zusammenhang verwies sie darauf, dass das Institut einen Arabisch-Kompetenztest eingeführt habe, der sich in seiner Grundidee an international bekannten Prüfungsformaten wie dem TOEFL für Englisch orientiere. Auf diese Weise solle die arabische Sprachkompetenz von Universitäten, Unternehmen und anderen Institutionen stärker anerkannt werden.

Legendre beschrieb Arabisch als eine Sprache, die weit über Herkunft und Tradition hinausweist. Sie sei ein verbindendes Element der arabischen Welt und zugleich eine kulturelle Brücke nach Europa. In Frankreich, wo Arabisch heute zu den verbreitetsten Sprachen gehört, soll es nach Vorstellung des Instituts aus der Nische herausgeholt und als Sprache von Wissen, Kreativität und Gegenwart wahrgenommen werden.

Dazu passt der Plan einer großen Woche für arabische Sprache und Literatur. Das Institut will neue literarische und intellektuelle Produktionen aus der arabischen Welt sichtbarer machen — und zugleich westliche Verlage dazu bewegen, mehr zeitgenössische arabische Literatur zu übersetzen. Gerade dieser Bereich, so Legendre, bleibe im internationalen Buchmarkt noch immer unterrepräsentiert.

Auch institutionell will sich das Institut neu positionieren. Legendre sprach von einer Beziehung zur arabischen Welt, die nicht länger allein auf Präsentation beruht. Statt arabische Kultur lediglich in Paris auszustellen, sollen Künstler, Kulturakteure und Institutionen aus arabischen Ländern stärker an der Programmgestaltung beteiligt werden. Im Zentrum steht damit ein Wandel: vom Kulturfenster zur Plattform gemeinsamer Produktion.

Die IMA-Präsidentin verwies auf laufende Gespräche mit Kulturinstitutionen und Persönlichkeiten in der arabischen Welt. Ihnen sollen Räume im Institut eröffnet werden, um eigene Projekte, Visionen und künstlerische Entwicklungen zu präsentieren. Gerade die zeitgenössische Kulturszene in der arabischen Welt, sagte Legendre, sei dynamisch und vielfältig — und verdiene ein größeres internationales Publikum.

Anne-Claire Legendre führte weiter aus, sie habe bereits mehrere arabische Länder besucht und plane im kommenden September eine Reise in die Golfregion. Sie hoffe, dass diese Reise dazu beitrage, starke Partnerschaften mit kulturellen Institutionen am Golf aufzubauen, die inzwischen eine wichtige Rolle in der arabischen Kulturszene spielten.

Zur Kultursaison 2026/2027 erklärte Legendre, das neue Programm falle in eine besondere Phase, kurz vor dem 40-jährigen Bestehen des Instituts. Die Saison werde eine Gelegenheit sein, die Geschichte der Einrichtung zu würdigen und neue Projekte vorzustellen, die später angekündigt werden sollen.

Ihr zufolge soll die kommende Saison darauf ausgerichtet sein, kulturelles Erbe zu vermitteln und einem breiteren Publikum näherzubringen. Den Auftakt bildet im September eine Ausstellung über Ehe, Rituale, Traditionen und Feierformen, insbesondere mit Blick auf die Länder des Maghreb. 

„Anschließend widmen wir der Alhambra in Andalusien eine eigene Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem historischen Denkmal selbst organisiert wird“, erklärte sie. Die Präsentation solle die Schönheit der Gärten, die architektonische Raffinesse, ornamentale Gestaltungen, Mosaike sowie die Kunst der arabischen Kalligrafie in den Mittelpunkt stellen. 

Darüber hinaus kündigte Legendre eine Ausstellung in Partnerschaft mit der Stiftung ALIPH an. Diese werde sich mehreren Städten der arabischen Welt widmen, deren kulturelles Erbe durch Kriege oder klimabedingte Katastrophen bedroht sei. Sichtbar gemacht werden sollen dabei auch die Anstrengungen, das Gedächtnis von Städten wie Aleppo, Mossul und Beirut inmitten anhaltender Krisen zu bewahren.

Ein weiterer Schwerpunkt des neuen Programms werde, so sie weiter, auf jungen Menschen und zeitgenössischen kreativen Ausdrucksformen liegen. Geplant sei ein neues Festival, das aktuelle Entwicklungen in Design, Mode, Kunst und Musik aus der arabischen Welt hervorhebe und jungen Talenten eine Plattform biete.

Sie fügte hinzu, erstmals in der Geschichte des Instituts werde zudem eine Ausstellung eigens für Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren organisiert. Sie solle es ihnen ermöglichen, die arabische Welt auf interaktive, innovative und altersgerechte Weise zu entdecken.

Abschließend unterstrich Legendre, sämtliche Projekte fügten sich in eine Vision ein, die das Institut als offenen Raum für kulturellen Dialog und Austausch zwischen Frankreich und der arabischen Welt begreife. Das Haus wolle sich nicht auf die Rolle eines Ausstellungsortes beschränken, sondern zunehmend als Plattform für Kreativität und gemeinsame Produktion wirken.

Das Institut du Monde Arabe wurde 1980 in Paris gegründet und gilt als eine der bedeutendsten Einrichtungen für arabisch-islamische Kultur in Frankreich und Europa. Es verfolgt das Ziel, die Beschäftigung mit der arabischen Welt in Frankreich zu fördern, das Verständnis ihrer Zivilisation und Kultur zu vertiefen sowie den kulturellen Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und der arabischen Welt zu stärken. Jährlich empfängt das Institut rund 750.000 Besucherinnen und Besucher im Rahmen seiner Programme, Ausstellungen und vielfältigen Aktivitäten.

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