Staatsminister im Außenministerium: Sicherheit auf See braucht internationale Zusammenarbeit
Dubrovnik, den 26. Juni /QNA/ Mit Nachdruck betonte Seine Exzellenz Dr. Mohammed bin Abdulaziz bin Saleh Al Khulaifi, Staatsminister im Außenministerium, dass maritime Sicherheit im 21. Jahrhundert angesichts der Vielzahl bestehender Herausforderungen nicht länger als Verantwortung eines einzelnen Staates verstanden werden könne. Geopolitische Rivalitäten, Bedrohungen durch nichtstaatliche Akteure sowie Cyberangriffe auf Häfen, kritische Infrastruktur und Energieversorgungsketten machten vielmehr einen Ansatz erforderlich, der auf geteilter Verantwortung und vertiefter internationaler Zusammenarbeit beruhe.
In seiner Rede auf dem Dubrovnik-Forum in der Republik Kroatien, die sich mit der Zukunft der maritimen Sicherheit und den Herausforderungen für lebenswichtige Seewege befasste,beschrieb Al Khulaifi eine Welt, in der Wirtschaft, Recht und Sicherheit zunehmend ineinandergreifen. Regionale Spannungen hätten gezeigt, dass eine Störung in einem engen maritimen Korridor ausreichen könne, um globale Energiemärkte, Lieferketten und wirtschaftliche Planbarkeit zu erschüttern. Was lokal beginne, könne sehr schnell globale Unsicherheit erzeugen.
Besonders entschieden wandte sich Al Khulaifi gegen eine Verengung der Debatte auf kommerzielle Interessen. Freiheit der Schifffahrt sei rechtlich betrachtet kein bloßes Handelsprivileg, sondern ein Grundpfeiler der internationalen Ordnung. Für Katar und die übrigen Golfstaaten seien offene Seewege überlebenswichtig: Ihre Wirtschaftsmodelle beruhten auf einem regelbasierten System, in dem maritime Handelsströme sicher, offen und berechenbar bleiben.
Vor diesem Hintergrund warnte er vor einer Welt, in der Seewege exklusiv, politisch kontrolliert oder strategisch instrumentalisiert würden. Ein solches System würde nach seiner Einschätzung nicht mehr Sicherheit schaffen, sondern die internationale Ordnung weiter fragmentieren. Auch wenn Handel und Sicherheit heute enger miteinander verbunden seien als je zuvor, könne militärische Macht allein globale Handelsströme nicht schützen.
Stattdessen nannte Al Khulaifi drei Säulen nachhaltiger maritimer Sicherheit: die Achtung des Völkerrechts, die Freiheit der Schifffahrt ohne Diskriminierung und die friedliche Beilegung von Streitigkeiten durch Diplomatie. Militärische Fähigkeiten könnten Bedrohungen abschrecken, sagte er sinngemäß, doch Vertrauen zwischen Staaten und politische Verständigung ließen sich nicht durch Kriegsschiffe ersetzen.
Ihm zufolge zeige auch Katars Erfahrung in der Vermittlung, dass Abschreckung allein oft nur kurzfristig wirke. Dauerhafte Stabilität brauche Gespräche, Dialog und politische Lösungen. Diplomatie bleibe deshalb entscheidend, wenn Konflikte entschärft und Sicherheit gestärkt werden sollten.
Auch die Vereinigten Staaten bleiben laut Dr. Al Khulaifi ein zentraler Akteur maritimer Sicherheit. Ihre Flottenkapazitäten und ihre strategische Präsenz seien weiterhin unverzichtbar. Zugleich zeigten die Erfahrungen der Region, dass militärische Überlegenheit allein keine politische Stabilität schaffe. Je stärker die sicherheitspolitische Präsenz sei, desto dringlicher werde der Bedarf an politischer Verständigung zwischen Staaten, ohne die maritime Sicherheit nicht dauerhaft gewährleistet werden könne.
Besondere Bedeutung maß Al Khulaifi der Straße von Hormus bei, die für Katar wie auch weltweit zu den strategisch wichtigsten Seewegen zähle. Da täglich ein erheblicher Teil der globalen Öl- sowie Flüssigerdgaslieferungen diesen Korridor passiere, müsse die Meerenge offen, sicher und im Einklang mit dem Völkerrecht nutzbar bleiben.
Am Ende stand ein Appell: Das Völkerrecht müsse respektiert, die Freiheit der Schifffahrt gesichert, kritische maritime Infrastruktur geschützt und Streitigkeiten müssten friedlich beigelegt werden. Die Meere seien historisch Verbindungsräume zwischen Zivilisationen und Völkern gewesen. Sie dürften nicht zu dauerhaften Konfliktzonen werden. Die eigentliche Garantie für maritime Sicherheit liege, so Al Khulaifi, nicht allein in Abschreckung, sondern in Diplomatie, Dialog und Verständigung.
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