G7-Gipfel in Évian: Zusammenhalt und Glaubwürdigkeit der wichtigsten Wirtschaftsmächte auf die Probe gestellt
Doha, den 14. Juni /QNA/ Morgen, Montag, richten sich alle Augen auf die französische Küstenstadt Évian am Genfersee, wo der 52. G7-Gipfel beginnt. Für die Stadt bedeutet dieser Gipfel die Rückkehr an die Spitze der internationalen Diplomatie, 23 Jahre nachdem sie 2003 den berühmten G8-Gipfel ausrichtete.
Den Vorsitz des Gipfels übernimmt der französische Präsident Emmanuel Macron. Anwesend sind die Staats- und Regierungschefs der sieben Mitgliedstaaten sowie Vertreter der Europäischen Union. Auch Vertreter von Partnerländern am Arabischen Golf, im Nahen Osten, in Asien und Südamerika sowie zahlreiche CEOs aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz werden anwesend. China fehlt als prominentester Teilnehmer, was auf wachsende westliche Bedenken hinsichtlich seiner Dominanz auf dem Markt für Seltene Erden zurückzuführen ist.
Der dreitägige Gipfel findet in einem angespannten geopolitischen Klima und angesichts komplexer wirtschaftlicher und struktureller Herausforderungen statt, die den Zusammenhalt und die Glaubwürdigkeit der großen Wirtschaftsmächte auf die Probe stellen. Die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine werden voraussichtlich den G7-Gipfel dominieren. Gastgeber Frankreich bemüht sich um eine Agenda, die Einigkeit demonstriert und eine Konfrontation mit US-Präsident Donald Trump vermeiden soll.
Diplomatische Quellen in Paris berichten, dass Krisenmanagement im Mittelpunkt des Gipfels stehen wird. Daher werden keine endgültigen Entscheidungen zu wichtigen Themen erwartet, darunter auch der Abbau globaler wirtschaftlicher Ungleichgewichte und die Gewinnung lebenswichtiger Mineralien außerhalb Chinas.
Die Hauptagenda des Gipfels umfasst wichtige Themen wie die Unterstützung der Ukraine und die Lösung bedeutender geopolitischer Krisen, insbesondere im Nahen Osten, sowie den Schutz von Kindern, die Bekämpfung von organisierter Kriminalität und illegaler Migration, Künstliche Intelligenz und die digitale Sicherheit von Minderjährigen, Lieferketten kritischer Mineralien sowie Energiesicherheit, Reformen der globalen Governance und Entwicklungsfinanzierung bzw. Gesundheitsthemen wie die Krebsbekämpfung, die auf diesem Gipfel eine neue Priorität darstellt.
Die G7-Staats- und Regierungschefs werden voraussichtlich ihre Unterstützung für die Ukraine bekräftigen, die Kosten des Wiederaufbaus erörtern und Möglichkeiten zur Verschärfung der Sanktionen gegen Russland ausloten. Die Eindämmung der wirtschaftlichen und technologischen Expansion Chinas -die Wahrung der wirtschaftlichen Sicherheit der Mitgliedstaaten werden zentrale Diskussionspunkte sein.
Darüber hinaus werden die G7-Staats- und Regierungschefs, davon der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, eine gemeinsame Position anstreben, um Russland an den Verhandlungstisch zu bringen und den Weg für ein Ende des seit über vier Jahren andauernden Krieges in der Ukraine zu ebnen. Französische Regierungsvertreter haben die Pläne für ein umfassendes Gipfelkommuniqué verworfen und sich stattdessen für enge gemeinsame Erklärungen zu Themen wie lebenswichtigen Mineralien, Migration und Drogenhandel entschieden.
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