Laut der Internationalen Energieagentur zwingen die Spannungen im Nahen Osten die Länder dazu, ihre Energiestrategien zu verändern
Paris, den 28. Mai /QNA/ Die Internationale Energieagentur (IEA) bestätigte heute, dass die Spannungen im Nahen Osten die Länder dazu veranlassen, ihre Energiestrategien zu überdenken. Sie fokussieren sich auf neue Versorgungsmethoden und stützen sich verstärkt auf eigene Ressourcen, um die zweite Energiekrise innerhalb von fünf Jahren zu bewältigen.
IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol erklärte dazu: „Die Welt erlebt die schwerste Energiekrise, die man je gesehen hat. Ich bin der Ansicht, dass diese Krise die globalen Energieinvestitionsstrategien in ähnlicher Weise verändern wird wie die Ölkrise der 1970er Jahre."
Die IEA prognostiziert für 2026 weltweite Energieinvestitionen in Höhe von rund 3,4 Mrd. US-Dollar, etwas mehr als im Vorjahr. Davon fließen etwa 2,2 Mrd. US-Dollar in Stromnetze, Energiespeichersysteme, emissionsarme Kraftstoffe, Kernenergie, erneuerbare Energien, Energieeffizienzmaßnahmen und Elektrifizierung. Des Weiteren werden rund 1,2 Mrd. US-Dollar weiterhin in Öl, Erdgas und Kohle investiert.
Die IEA geht jedoch davon aus, dass die Investitionen in die Ölindustrie fürs Jahr 2026 trotz steigender Rohölpreise zum dritten Mal in Folge sinken und unter 500 Mrd. US-Dollar fallen werden. Als Gründe werden Unsicherheiten hinsichtlich der Dauer der hohen Preise, lange Projektlaufzeiten, Angebotsengpässe sowie ein zunehmend angespannter Markt für Offshore-Bohrungen genannt – Faktoren, die kurzfristige Investitionen außerhalb des Nahen Ostens einschränken.
Umgekehrt wird erwartet, dass die Investitionen in Erdgas auf 330 Milliarden US-Dollar steigen werden. Dies wäre der höchste Stand seit einem Jahrzehnt.
Viele Länder, die Energie importieren, verlagern ihren Fokus auf “ heimische Energiequellen” − darunter erneuerbare Energien, Kernkraft und Kohle − verlagern.
Laut IEA könnten die Investitionen in erneuerbare Energien im Jahr 2026 rund 665 Mrd. US-Dollar erreichen, wovon die Solarenergie etwa 365 Mrd. US-Dollar ausmachen wird. Die Investitionen in Kernenergie werden voraussichtlich jährlich 80 Mrd. US-Dollar übersteigen, diejenigen in Kohle könnten 180 Mrd. US-Dollar erreichen – den höchsten Stand seit 2012.
Die Behörde kam zu dem Schluss, dass die Investitionen in Stromversorgung und Infrastruktur im Jahr 2026 etwa 1,6 Mrd. US-Dollar erreichen werden, wovon etwa 550 Mrd. US-Dollar für Stromnetze vorgesehen sind, wohingegen die Investitionen in Batteriespeicher voraussichtlich 100 Mrd. US-Dollar übersteigen werden.
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