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Die Prognosen von “Qatar National Bank" : Folgen Energiekrise…Weltweite Inflationswelle nimmt auf

Wirtschaft

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Doha, den 02. Mai /QNA/ Der Iran-Krieg lässt die Energiepreise steigen. Dadurch erwartet die Qatar National Bank (QNB), dass die globale Gesamtinflation 4,4 % erreichen wird. Der Energieschock infolge der militärischen Eskalation in der Region wirkt sich belastend aus und hat den Abwärtstrend der globalen Inflation deutlich gebremst. Dies stellt eine abrupte Kehrtwende gegenüber den vorherigen Werten dar.

In ihrem wöchentlichen Bericht erklärte QNB, dass dieser Schock zu einer weit verbreiteten Beschleunigung der Inflation in den wichtigsten Volkswirtschaften und den drei Schlüsselregionen – den Vereinigten Staaten, der Eurozone und Asien – führen könnte. Von entscheidender Bedeutung ist die rasche Normalisierung der Energieversorgung.

Der Bericht stellte zudem fest, dass die Weltwirtschaft das Jahr mit einem stetigen Wachstum und niedriger Inflation begonnen hatte. Dieser Tendenz wurde jedoch durch die Eskalation in der Region ein jähes Ende gesetzt. Vor diesen Entwicklungen war die globale Gesamtinflation seit ihrem Höchststand von 9 % im Jahr 2022, das durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie bedingt war, stetig gesunken.

Der Bericht machte deutlich, dass sich die Preissteigerungen in Industrie- und Schwellenländern allmählich den von den Zentralbanken festgelegten Zielwerten annäherten und 0,9 % über den Prognosen von 3,5 % vor der Krise lagen. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass das Jahr, in dem eine Normalisierung der Geldpolitik erwartet wurde, nun in einen neuen Zyklus von Inflationsdruck übergehen könnte, der auf den erheblichen Energieschock zurückzuführen ist.
Der QNB-Bericht erläutert, dass sich die Auswirkungen eines Energieschocks dieser Größenordnung über zwei unterschiedliche Kanäle verbreiten. Der erste ist der direkte Effekt, bei dem höhere Öl- und Erdgaspreise unmittelbar an die Kosten für Kraftstoffe, Strom und Transport weitergegeben werden. Dies ist für Haushalte und Unternehmen direkt spürbar. Der zweite Kanal ist der indirekte Effekt auf die Kerninflation. Dabei bezieht man sich auf die zugrunde liegenden Preisfaktoren, die die volatilen Energie- und Lebensmittelkomponenten ausklammern. In diesem Fall werden die Auswirkungen höherer Energiepreise schrittweise an die Produktionskosten, Löhne und Dienstleistungspreise weitergegeben und verankern sich dauerhaft im allgemeinen Preisniveau.
Der Bericht kam zu dem Ergebnis, dass die USA als Nettoenergieexporteur weniger anfällig für Unterbrechungen der Rohölversorgung sind als Europa oder Asien. Allerdings sahen sie sich bereits mit Herausforderungen hinsichtlich der Inflationserwartungen konfrontiert, da die durch Zölle verursachte Inflation der Rohstoffpreise die Verbraucherpreise unter Druck setzte. Nach den jüngsten Entwicklungen überstiegen die Benzinpreise 4 US-Dollar pro Gallone – ein Anstieg um fast 1 US-Dollar.

Die Gesamtinflation stieg im März im Jahresvergleich auf 3,3 % und lag damit deutlich über dem Zielwert der US-Notenbank von 2 %. Die Kerninflation, die volatile Güter wie Nahrungsmittel und Energie ausklammert, erreichte im Jahresvergleich 2,6 %. Erste Auswirkungen zeigten sich bereits im Transport-, Lebensmittel- und Dienstleistungssektor. Dies veranlasste den Internationalen Währungsfonds, seine Inflationsprognose für die USA in diesem Jahr auf 2,8 % anzuheben.

                                     Inflationsentwicklung- und prognosen in % je nach Region

 

QNA_QNARechung

Im Gegensatz dazu hob QNB in ihrem Wochenbericht die nahezu vollständige Abhängigkeit der Eurozone von Öl- und Erdgasimporten hervor. Dadurch sei diese anfälliger für Energiepreisschwankungen. Der Bericht stellte fest, dass die Folgen unmittelbar und messbar waren. So stieg die Inflationsrate der Eurozone aufgrund von Energiepreisschwankungen von 1,9 % im Februar auf 2,5 % im März.

Der Bericht betonte, dass der Inflationsanstieg in den größten Volkswirtschaften der EU weit verbreitet war und Werte von 2,8 % in Deutschland, 3,4 % in Spanien, 2,0 % in Frankreich und 2,6 % in den Niederlanden erreichte. Dies spiegelt strukturelle Unterschiede in der Weitergabe der Energiepreise an die Verbraucher in den Mitgliedstaaten wider.
In dem Bericht wurde angemerkt, dass es der Europäischen Zentralbank vor den aktuellen Entwicklungen gelungen war, die Inflation nach dem aggressivsten geldpolitischen Straffungszyklus ihrer Geschichte auf einem Niveau nahe ihrem zweiprozentigen Inflationsziel zu stabilisieren. Weiter hieß es, dass diese hart erkämpfte Inflationssenkung nun unmittelbar bedroht sei, da die Inflationsrate in diesem Jahr voraussichtlich bei 3,0 % anziehen dürfte.

In diesem Zusammenhang wurde in dem Bericht hervorgehoben, dass die aktuellen Entwicklungen zu erheblichen Versorgungsengpässen in Asien geführt haben. Die Region erhält üblicherweise zwischen 80 und 85 % ihrer Rohöl- und Flüssigerdgaslieferungen, die durch die Straße von Hormuz transportiert werden. Dadurch ist sie strukturell die Region, die am stärksten von den Risiken einer Schließung dieser wichtigen Meerenge betroffen ist.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) unterschätzte zunächst die Auswirkungen der Inflation auf die Schwellenländer Asiens. Er prognostizierte einen Anstieg von 1,9 % im Jahr 2025 auf 2,7 % im Jahr 2026.

Der IWF merkte an, dass China zwar vergleichsweise besser dasteht, aber nicht gegen diese Auswirkungen immun ist. Das Land importiert rund 45 % seines Öls aus dem Nahen Osten, profitiert jedoch von seinen umfangreichen strategischen Reserven, dem fortgesetzten Zugang zu russischen Energielieferungen und dem Umstieg auf erneuerbare Energien. Steigende Energiekosten belasten allerdings die Produktionskosten energieintensiver Sektoren wie Stahl, Chemie und Elektronik.

In Südasien stellte QNB in ihrem Wochenbericht eine Beschleunigung der Inflation fest und prognostizierte, dass diese in diesem Jahr 5 % erreichen wird.

Der Bericht schloss mit dem Hinweis, dass die anhaltend hohen Energiekosten und der starke US-Dollar die Weltwirtschaft unter Druck setzen und die Inflation durch steigende Preise für Importgüter – darunter Lebensmittel, Düngemittel und Transportdienstleistungen – verschärfen werden.

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